Full text: Gudensberg

VORWORT UND DANKSAGUNG 
Es gibt Wissenschaften, denen ewige Jugendlichkeit beschieden ist, 
und das sind alle historischen Disziplinen, alle die, denen der ewig 
fortschreitende Fluß der Kultur stets neue Problemstellungen 
zufühm Max Weber 
Über die alte Geschichte der Stadt Gudensberg sind reichlich Quellen vorhanden. 
Hierzu gehören vor allem zahlreiche Schriften der Geschichtsgruppe des Heimatver- 
eins, Dokumente der Stadt, die sich jetzt im Staatsarchiv Marburg befinden, sowie 
die Werke von Friedrich Dott und Hugo Brunner. 
"Die Geschichte der Stadt Gudensberg' von Brunner zählt zweifellos zu den wichtig- 
sten Quellen. Man muß allerdings bedenken, daß das Buch bereits vor über einem 
halben Jahrhundert aufgezeichnet wurde, und der interessierte Leser wird heute, 
trotz reichhaltigem Informationsfundus, feststellen, daß dieses Werk methodisch, sti- 
listisch und auch in seinen politischen Wertungen problematisch erscheint; zudem 
endet das Buch von Brunner mit der Jahrhundertwende, und wir wissen, wie viele 
gesellschaftliche Entwicklungen seit dieser Zeit unser Leben beeinflußt haben. 
S0 war es für die Erstellung des vorliegenden Bandes unumgänglich, auch die jüngere 
Geschichte Gudensbergs - namentlich die letzten hundert Jahre - aufzuarbeiten und 
zusammenhängend zu Papier zu bringen. Lebensgeschichtliche Interviews mit älteren 
Gudensberger Bürgerinnen und Bürgern stellten hierzu einen ganz wesentlichen Bei- 
trag dar. Zeitungsarchive, Schul- und Kirchenchronik sowie andere Archivalien ent- 
hüllten weitere Informationen, die sich nach und nach zu Bildern verdichteten und 
schließlich niedergeschrieben werden konnten. 
Wie sollte die Gudensberger Stadtgeschichte gegliedert werden? Sollte Altes und 
Neues getrennt und die Ereignisse lediglich aneinandergereiht dargestellt werden? 
Diese Vorgehensweise erschien zu statisch und einseitig. Ist doch die neue Geschichte 
organisch aus der alten erwachsen, mit ihr verwoben, wenn auch nicht immer mehr 
augenscheinlich. Geschichtliche Prozesse dürfen nicht in der Vergangenheit verhar- 
ren; vielmehr gilt es, deren Verbindungslinien bis in die Gegenwart aufzuzeigen. 
Dazu gehört auch. die Zeitbilder Gudensberger Geschichte in einen gut lesbaren 
Kontext einzufangen.
	        

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