Full text: Gudensberg

Nach dem II. Weltkrieg gestaltete sich die Unterrichtssituation ausgesprochen 
schwierig, denn die fünf damals tätigen Lehrerinnen hatten 490 Schüler zu unterrich- 
ten. Schule und Schulwesen befanden sich im Wiederaufbau. 1949 hatte sich die 
Schülerzahl bei elf Lehrern auf 561 erhöht. Neben der Grundschule gibt es seit 1966 
in Gudensberg eine Mittelpunktschule; kurze Zeit später wurde auch eine Sonder- 
schule eingerichtet. In der seit 1974 existierenden Gesamtschule unterrichten heute 
57 Lehrer die 679 Schüler. 
Kleine Musikgeschichte der Stadt 
eAaf dem Berge des kleinen Schlosses Gudensberg stehet ein Haus, das der Stadt- 
musicus bewohnt und von da die Uhren abrufet und täglich zweymal Musik machen) 
Dies schrieb bereits Regnerus Engelhard in seiner 'Erdbeschreibung der hessischen 
Lande, im Jahre 1777. 
Dem 'Blasen vom Berge, liegt also eine bis weit in die Vergangenheit zurückrei- 
chende Tradition zugrunde. Der Turmmann Jacob Nöth wird in einer alten Akte von 
1717 als "Stadtmusicus bezeichnet. Es ist belegt, daß Nöth auch auf Hochzeiten und 
anderen Ehrenmahlen aufspielte. 1738 wurde Stadtmusicus Johann Heinrich Lucas 
sein Nachfolger. Das Amt blieb bis zum Jahre 1861 in der Familie Lucas; daher hieß 
die Wenigenburg damals im Volksmund auch 'Lucasberg'. 
Es ist anzunehmen, daß bereits im 17. Jahrhundert oder gar noch früher die Sitte des 
'Blasens vom Berge' Fuß faßte, denn in älteren Schriften aus dem Jahre 1686 ist von 
einem "alten Turmmann' namens George Caps die Rede, der das Amt an seinen 
Nachfolger Nikolaus Mohr abgab. 
Im Mittelalter gehörte die Feuerwache zu den Pflichten eines Turmmannes. Außer- 
dem hatte er als Zeichen seiner Wachsamkeit die Stunden abzublasen und heranna- 
hende Feinde anzukündigen. Hier finden wir vermutlich den Ursprung des späteren 
Choralblasens von der Wenigenburg, das bis 1941 zu hören war und dann, Anfang 
der 60er Jahre, gemäß dem alten Vorbild, von dem "Evangelischen Posaunenchof in 
traditionsreicher Weise wieder aufgenommen wurde. Heute spielen die 'Original 
Chattengauer, zu besonderen Anlässen einen Choral von der Wenigenburg, 
Bis zum Jahre 1977 befand sich an der Stelle des heutigen Parkplatzes am Alten 
Markt ein besonders geschichtsträchtiges Gebäude - die Musikschule Hiege. Johann 
Christian Hiege gründete sie im Jahre 1862. Als er sich 1898 zur Ruhe setzte, über- 
nahm sein Sohn Carl die Musikschule. Carl Hiege leitete die Schule bis zu seinem Tod 
im Jahre 1930.
	        

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