Full text: Gudensberg

für die 350 m entfernte Grillhütte bestünde. Aus Sicherheitsgründen installierte man 
noch im selben Jahr in dem unterhalb der Deponie gelegenen Schützenhaus Gas- 
warngeräte. 
Bei den städtischen Gremien stand das Problem 'Lamsberg' nun oft auf der Tagesord- 
nung, denn es mußten noch andere Maßnahmen zur Sicherheit getroffen werden, 
etwa die Installation von Entgasungseinrichtungen und die Beseitigung von Schäden 
durch Erosion. Darüber hinaus mußten Grund- und Sickerwasserkontrollen durch- 
geführt werden. 
Die jährlichen Untersuchungen des Sickerwassers ergaben im wesentlichen für Müll- 
deponien typische Werte. Auffallend hoch waren vor allem der chemische und der 
biologische Sauerstoffbedarf, was durch den Luftabschluß zu erklären ist. Das Sicker- 
wasser wird regelmäßig abgepumpt und der Kläranlage "Mittleres Emstal' zugeführt. 
Die Untersuchungen des Grundwassers im Bereich des Lamsberges ergaben bisher 
keine Beeinträchtigungen durch die ehemalige Mülldeponie. 
Nach dem Abfallbeseitigungsgesetz ist der Betreiber einer Mülldeponie dazu ver- 
pflichtet, für die notwendigen Sicherungsmaßnahmen Sorge zu tragen. Der Firma 
wurde zur Auflage gemacht, bis zum 30. Juli 1983 das Deponiegelände abzusperren 
und Schilder zur Sicherheit der Spaziergänger anzubringen. 
Seit ein paar Jahren denkt man darüber nach, wie das Deponiegelände schneller 
rekultiviert werden könnte, schließlich will man die Pläne für ein Naherholungsgebiet 
am Lamsberg nicht gänzlich aufgeben. Dazu brauchte man zunächst eine wirksame 
Entgasungsanlage. Es gab Überlegungen, das austretende Methan sinnvoll zu nutzen. 
Berechnungsergebnisse zeigten, daß zumindest für das Jahr 1985 in einer Stunde 
250 Kubikmeter Gas gefaßt werden könnten. Die EAM in Kassel wollte daraufhin 
zwei kleine Kraftwerke am Lamsberg bauen, um den hier durch Deponiegas erzeug- 
ten Strom in ihr Netz einzuspeisen. Schließlich begann man Ende März 1987 mit dem 
Bau einer Entgasungsanlage. Allerdings zeigte ein vierwöchiger Versuch, daß eine 
Verwertung in Form von Verstromung doch nicht rentabel war, da die Gasmenge 
eine geringere Kapazität als erwartet aufwies. S0 werden die entstehenden Gase 
lediglich verbrannt. 
Mit einer sogenannten 'Hochtemperatur-Fackel' werden die Deponiegase bei 12000 C 
so schadlos wie möglich beseitigt. Ein unterirdisches Sammelsystem sorgt dafür, daß 
das Gas angesaugt und in einen Sammelbehälter transportiert wird. Hat sich genü- 
gend Gas angesammelt, schaltet sich die Anlage automatisch ein. Diese Verbren- 
nungsanlage hat den Vorteil, daß sie aufgrund der hohen Verbrennungstemperatur 
die Bildung der hochgiftigen Dioxine verhindert. Auch können sich bei der Verbren- 
nung keine Stickoxide bilden, da die dazu erforderliche Temperatur von 13000 C 
nicht erreicht wird.
	        

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