Full text: Gudensberg

Die Namen dieses Menhirs haben viel Wirbel ausgelöst, da man unter dem "Mader 
Stein' die große, kahle Basaltkuppe nördlich des Dorfes versteht. Insbesondere Dott 
und Brunner sprechen sich gegen den Namen 'W0tanstein' aus, da er von dem Archi- 
var Georg Landau um 1840 völlig willkürlich erfunden worden sei. Für die Bezeich- 
nung "Wotanstein" fehle jegliche Begründung, da die Verehrungsstätte für den Gott 
Wodan sich auf dem Wodansberg - dem Gudensberger Schloßberg - befand. Wäh- 
rend dem Menhir ein Alter von viereinhalbtausend Jahren zugesprochen wird, ist die 
Gottheit Wodan zum Zeitpunkt der Schlacht im Teutoburger Wald noch nicht nach- 
weisbar! 
Auch als Gerichtsstein kann dieser Stein nicht angesehen werden, da die traditions- 
gebundene Gerichtsstätte auf der dem Stein gegenüberliegenden Seite - auf der 
Mader Heide - lag. 
Die Bezeichnung 'Wotanstein' findet sich allerdings auch heute noch - jedweden 
Ärgers zum Trotz - auf dem neuesten Meßtischblatt. 
Der Menhir von Metze wurde in Ermangelung von Hartsteinmaterial 1923 in der Zeit 
der Inflation aufgekauft, zerschlagen und zum Befestigen der Wege, auch der Wald- 
straße, verwendet. 
ln Dissen ragte an der Gemarkungsgrenze zu Besse ein Stein einen halben Meter aus 
dem Boden. 1980 wurde er von Mitgliedern des Heimatvereins ausgegraben. Zutage 
trat ein 2,20 mal 1,80 Meter großer Stein, von dem angenommen wird, daß es sich 
ebenfalls um einen Menhir handelt. 
Der Menhir von Wolfershausen steht auf dem Mühlberge; er ist 4 bis 5 Meter hoch 
bzw. breit und 80 Zentimeter dick. 
Der 'Hühnenstein' bei Großenritte wurde von einem Bauern auf seinem Feld unter- 
gepflügt, 1932 wiedergefunden und aufgestellt. Auch dieser Quarzit muß ursprüng- 
lich von weither transportiert worden sein. da es hier nur Lehmboden gibt. 
Der Menhir von Guntershausen - als solcher noch umstritten - ist erst seit einem Jahr- 
hundert bekannt. Es handelt sich hierbei um einen rundlichen Stein von 1 Meter 
Durchmesser. Ein bezeichneter Weg führt vom Dorf dorthin. 
Es ist leicht verständlich. daß gerade im sagen- und märchenumwobenen Niederhes- 
sen auch die hiesigen Menhire nicht von Sagen verschont blieben. was diesem Raum 
einen zusätzlichen Reiz verleiht. 
Bei diesen uralten Gedenksteinen, die ihren Ursprung im östlichen Mittelmeer hatten 
und sich dann über die iberische Halbinsel, Frankreich und Mitteleuropa verbreite- 
ten, handelt es sich um die Ausbreitung einer grandiosen Idee. einer Glaubensvor- 
stellung.
	        

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