Full text: Gudensberg

Die Gudensberger Stadtteile 
Gemeindegebietsreform 
Während sich das vorliegende Buch in erster Linie der geschichtlichen Entwicklung 
und den heutigen Verhältnissen in der Kernstadt widmet, sollen in diesem Kapitel die 
seit der Gemeindegebietsreform zu Gudensberg gehörigen Ortschaften mit einigen 
ihrer besonderen Merkmale Erwähnung finden. 
Im Rahmen der hessischen Verwaltungs-, Gebiets- und Gemeindereform wurden am 
31. Dezember 1971 die bislang selbständigen Gemeinden Deute, Dissen, Dorla, Glei- 
chen, Maden und Obervorschütz mit der Kernstadt Gudensberg zusammengelegt. 
Alle Gemeinden gehörten ehemals dem Amt Gudensberg an, mit Ausnahme von 
Deute, das ursprünglich zum Amt Felsberg zählte und als einzige der heute zu 
Gudensberg gehörigen Gemeinden zuvor nicht im alten Kreis Fritzlar-Homberg, son- 
dern im Kreis Melsungen lag. 
Während sich einige Gemeinden bereits Jahre vor der Gemeindegebietsreform über 
die Frage, welcher Stadt sie sich angliedern sollten, im klaren waren, lockte man noch 
zögernde Dörfer mit finanziellen Vergünstigungen, damit sie sich möglichst bis zum 
Jahresende 1971 entschieden, und die Grenzverträge festgelegt werden konnten. Im 
vorliegenden Fall besannen sich die Ortschaften auf ihre althergebrachte Zugehörig- 
keit zum Amt Gudensberg, während Deute Felsberg zugunsten des nähergelegenen 
Gudensberg den Rücken kehrte. Ursprünglich waren auch die Gemeinden Kirchberg 
und Metze für einen Zusammenschluß mit Gudensberg vorgesehen; sie entschieden 
sich jedoch für die Angliederung an Niedenstein. Die Angliederung der Dorfgemein- 
den an Gudensberg geschah zum letztmöglichen 'freiwilligen' Termin... 
Der im Vorfeld der Gebietsreform auf den Dörfern lastende Entscheidungsdruck 
kommt in der Schilderung Josef Mertins in (Dissen, die Geschichte eines Dorfes' 
treffend zum Ausdruck: 
eSchon lange egeistertev das Gespenst vVerwaltungsreformv durch die Lande. 
Man wollte nicht so recht daran glauben, bis es 46771513) wurde. Von der Obrig- 
keit wurde noch eine gewisse eFristv eingeräumt, bis dahin wurde es den alten 
Orten freigestellt, 0b sie sich den nächst größeren Orten anschließen wollten oder 
nicht, der Zwang, so hieß es, kommt allemal. Zudem versprach man den ehema- 
ligen Gemeinden das eBlaue vom Himmelv und wer efreiwilligv käme, sollte 
auch gewisse Zugeständnisse bekommen, die man in den sogenannten ((Grenz- 
änderungsverträgenv niederlegte. Aus diesem Gesichtspunkt wurde es auch in 
Dissen gesehen, man wartete ab, vielleicht bot die andere Seite mehr, aber die 
konnten auch nicht über ihren eigenen Schatten springen. Das wfreiwillige Mllßv 
kam immer näher heran. Was nun Gemeindevertretung? Schließlich waren es 
die alten Verbindungen, die den Ausschlag gaben. v
	        

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