Full text: Gudensberg

Zwischen Demokratie und Diktatur 
Die großen Menschenverluste des I. Weltkrieges, die überall herrschende Not und 
der Hunger hatten die Menschen kriegsmüde gemacht. Die Versäumnisse der Regie- 
rung und der verantwortlichen Militärs steigerten den Unmut der Bevölkerung und 
führten im Anschluß an den Krieg im November 1918 zur Revolution, in deren Folge 
sich überall Soldaten- und Arbeiterräte formierten. 
gßeliattttfmacßttttg. 
311 einer iifieittlidieit QSDIf-Eincriaininlung, meldete 
um Gonntng, 1. 5De5e1nber, im äaale Deätgßnitbttuä 
illoft ftnttianb u11D 11011 400 ilßerionen beiueht 111111, 
ift ein "llrbeiter: nnD Qäauernrnt gemiiblt niorben, 
Der m16 14 ElJlitglieDern beitebt. iöeinielben ift D21 
"llnftntg 1111D Die ilollinttdit erteilt worben, biä 5111 
Elieuorbnmtg Der ittnitli-iieit unD fomniunalen "Bu- 
biiltniiie 1Die ftiiDtiime Tiermnltnng 511 iiberntueben, 
für Qlufrecliterbaltititg Der DeDnnng nnD iiir xllb: 
ftellttng von "Dtißitiinben Enrqe 511 trauen nnD über: 
bannt alle "lllafnntlnnen 511 treffen, Die geeignet iinD. 
uniere bäeineinbe nbne ädyiibiqunt; in Die nenenQÄ-sr- 
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Sie Cctabtnennnltnng bat iid) Dem "llrbeiter: nnD 
Sßanernrat nnteritellt. 
"lßir bitten ittiieze zlllätbiirg-rr, 11115 bei unierer 
idieren nnD uerannnortnngäuollen "llrbeit 511 unter: 
fingen, inbein iie nniere Qlnnrbantngen, Die leDigli-ii 
Dein QBnble Der "llllgeitieinbeit Dienen wollen, willig 
fyolge leiiten. "llnberniullsl werben mir nniern illn: 
orDnungen 1t-.te1)Driicfliet)it (öeltitng ueriiittffen. 
"lßiinidn 1111D "Elnreqnngen bitten mir 1111 Den 1. 
Ilcriitjenben, Ajerrn tenntnmuermtilter "Baue r, eDer 
an Den l. Ediriixiiilgrer, ljerrn iReftor "lllideitbaeicr, 
ober irgenD ein onbereä "Diitglieb De-S  nnD '21.- 
Sliateä gelungen 511 litiien. 
CSuDen-Sberg, 2. iöegeinber 1918. 
Der arbeitet-und Bauernrat: 
Auch in Gudensberg fühlte man 
sich lange genug bevormundet, 
wollte endlich Politik mitbestim- 
men. Vierhundert Personen besuch- 
ten die öffentliche Volksversamm- 
lung am 1. Dezember des Jahres 
und wählten ihren Arbeiter- und 
Bauernrat. 
Die Folgen des Krieges waren für 
die Gudensberger verheerend. 
Achtzig Männer hatten ihr Leben 
auf dem Schlachtfeld gelassen. Die 
Wirtschaft lag am Boden. Zahlrei- 
che Heimkehrer konnten nicht 
zurück in ihre alten beruflichen 
Stellungen, da war auch die Begrü- 
ßungsfeier in der Stadtkirche im 
März 1919 nur ein schwacher Trost. 
Die Männer hatten Ausbildung und 
Beruf an den Nagel gehängt und 
viele waren aus den Schlachten als 
Invalide zurückgekehrt. Die Grün- 
dung einer Gudensberger Orts- 
gruppe des Reichsbundes für 
Kriegsgeschädigte bemühte sich, 
die Leiden der Verkrüppelten zu 
lindern. 
(am) 
.1). "länucr, k5g. "lärcbc, S. E-briug, .1}. fylcd, 
.9. Rost),  lrunl, 1). Mlübuä, '21. ilnc, s). tlicmcr, 
31. äcdytlixlg, ß". älebbin, b. llnlhad), S. 35031, 
'11. Qßidcnbucfer. 
Abb. 57: 
Gudensberger Zeitung 
vom 5. Dezember 1918
	        

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