Full text: Gesamthochschule Kassel 1971 - 1981

Vor allem im Ingenieurbereich der Gesamthochschule Kassel, unter 
dem Einfluß derlngenieurreformyvurde ein anderer Standpunkt, nämlich 
die Forderung nach dem "Einheitsingenieur", vertreten. Die Trennung 
der mehr forschungs- und mehr anwendungsorientierten Ingenieuraus- 
bildung sei überholt und nicht mit vom Berufsfeld geforderten Qualifika- 
tionen vereinbar. Der Ingenieur solle einheitlich in einem nicht abge- 
stuften und nicht ve rtikal getrennten Studiengang ausgebildet werden. 
Der Modellversuch für technik-wissenschaftliche Studiengänge in der 
GhK ging hiervon aus und forderte einen einheitlichen Diplomabschluß 1,: 
für alle Ingenieure nach einem gemeinsamen achtsemestrigen Studium. " 
Studienrealität war es, daß- in die Gesamthochschule bereits mehrere 
Fachhochschulstudiengänge aufgenommen wurden, deren "Aufstockung" 
als erster Reformschritt von den Betroffenen erwartet wurde. Vor al- 
lem die Forderungen der Studenten aus diesen Studiengängen zielten auf 
die Erweiterung ihrer Studienchancen; auch die Dozenten erhofften von 
der Gesamthochschule Status- und Arbeitsplatzverbesserungen für sich. 
Hier wurde der Standpunkt vertreten, daß die Einführung eines acht- 
semestrigen Studiengangs für Abiturienten den Ansprüchen an eine wis- 
senschaftliche Ausbildung genügen müsse. 
Die neue Stufenlehrerausbildung berührte die Diskussion um die inte- 
grierten Studiengänge nicht, weil die Lehramtsstudiengänge von Anfang 
an das Abitur als Zugangsvoraussetzung vorsahen. Zwar waren zuerst 
auch hier Pläne für ein gemeinsames achtsemestriges Studium für 
"Grundschul-" und "Gymnasiallehrer" vorhanden. Sie konnten aber 
nicht realisiert werden. Auch die Diplom-Physik- und Dipl0m-Mathe- 
matik-Studiengänge wurden nach universitärem Muster aufgebaut. Da 
damit die neuberufenen "universitären" Professoren in ihrem eigenen 
Bereich von der Integration nicht betroffen waren, äußerten sie in den 
zentralen Gremien selten Vorbehalte gegen die integrierten Studiengän- 
ge. 4 
(3) Die dritte Forderung des Rahmenplans war die Einrichtung von Stu- 
diengängen, die praxisorientierte und berufsbezogene wissenschaftliche 
Ausbildung in sich verbinden sollten. Diese Forderung, die von der 
"durchlässigen Trennung" zwischen eher wissenschaf_ts- und eher an- 
wendungsorientierten Studiengangteilen ausging, wurde in Kassel von 
der Projektgruppe so interpretiert, daß die Kasseler integrierten Stu- 
diengänge in allen Teilen und Phasen zugleich wissenschaftlich und pra- 
xisorientiert sein sollten. 
Für die Studiengangentwicklung erwuchs daraus die Aufgabe, zuverläs- 
sige Informationen aus den Berufsfeldern zu gewinnen und diese in die 
Hochschulcurricula umzusetzen. Modellversuchsgruppen und Curricu- 
lumarbeitsgruppen haben hier verschiedenartige Strategien angewendet; 
während der Modellversuch für Technikstudiengänge eigene Berufsun- 
tersuchungen durchführte, haben u.a. die Mitglieder in Curriculumar-
	        

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