Full text: Gesamthochschule Kassel 1971 - 1981

mesterbegleitende Veranstaltungen und e in 5-wöchiges Blockprakti- 
kum. Die 12 Stunden sind auf vier dreistündige Veranstaltungen aufge- 
teilt: Praktikumsvorbereitung, Praktikumsauswertung, Fachdidaktische 
Schulpraktische Studien in den Fächern 1 und 2. Studenten der Grund- 
und Mittelstufe beginnen mit dem Zyklus der Schulpraktischen Studien 
ab dem 3. Semester (Blockpraktikum also zwischen dem 3. und 4. Se- 
mester), diejenigen der Sekundarstufe II ab dem 5. Semester. Die Ver- 
antwortlichkeit für die Schulpraktika ist zwischen den Erziehungswis- 
senschaftlern und den Fachdidaktikern geteilt; 20 an der Hochschule tä- 
tige Pädagogische Mitarbeiter bringen zudem Arbeitskraft und Erfah- 
rungen ein. 
Eine genauere Analyse zeigt jedoch, daß es in den Aufbaujahren zu ei- 
ner solchen Konzeption keine realistische Alternative gegeben hat 42: 
Weder die Schulen im Kasseler Raum, die erstmals mit einer solchen 
Ausbildungsaufgabe konfrontiert waren (und zwar erstmals in der Bun- 
desrepublik auch die Gymnasien!) noch die Hochschule, die ohne Pla- 
nungsvorlauf angesichts einer wachsenden Zahl von Studenten die Stu- 
fenlehrerausbildung aufbauen mußte, hätten ein intensiveres Ausbil- 
dungsprogramm verkraften können, als schließlich durch die schon er- 
wähnten "Eckdaten" und die Prüfungsverordnungen materiell umrissen 
worden ist (im Herbst 1973 warteten 8oo (!.) Studenten auf das erstmals 
zu organisierende Praktikum). 
Trotz der eingetretenen Verkürzungen kann Kassel für sich beanspru- 
chen, die entscheidende Pilotfunktion bei der - inzwischen in Hessen 
landesweit verbindlichen 43 - Einführung von Schulpraktika in vollem 
Umfang auch für künftige Gymnasiallehrer erfüllt zu haben. Beispiel- 
haft ist im Kasseler Bereich auch die zwischen der Gesamthochschule, 
den Lehrern, Schulen und der Schulverwaltung etablierte Form einer 
auf den Prinzipien der Freiwilligkeit und der unmittelbaren Kontaktauf- 
nahme beruhenden Zusammenarbeit. An der Hochschule selbst ist die 
schulpraktische Ausbildung durch eine intensive - sonst an Universitä- 
ten unübliche - Mitwirkung fast aller Hochschullehrer der Erziehungs- 
wissenschaft und Fachdidaktik sowie durch eine Vielfalt von im selben 
organisatorischen Rahmen angebotenen Veranstaltungsformen gekenn- 
zeichnet. Fortzuführen wäre allerdings die weitere Integration der bis- 
her erst ansatzweise mitberücksichtigten gesellschaftswissenschaftli- 
chen (z. B. Schultheorie) und psychologischen Studieninhalte (u. a. Selbst- 
erfahrung). Insgesamt kann der verfügbare Studienrahmen der Kasse- 
ler Schulpraktischen Studien als intensiv ausgeschöpft gelten, auch wenn 
sich die Zielsetzungen von der ursprünglich intentierten Praxisreform 
auf vorwiegend personen- und studienbezogene Kompetenzen verlagert ha- 
ben.44
	        
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