Full text: Gesamthochschule Kassel 1971 - 1981

che Rolle. 
Es nimmt daher nicht wunder, daß im Zuge der mehrmaligen Umarbei- 
tungen des ursprünglichen Entwurfs der Rahmenrichtlinien Gesellschafts- 
lehre und einer sich immer mehr durchsetzenden Betonung der Fächer 
Rückwirkungen auf den Studiengang nicht ausgeblieben sind. 39 Hinzu 
kommt die z. T. berechtigte Kritik der zweiten Phase, deren Vertreter 
immer wieder mangelnde Fachkenntnisse in Geschichte und Geographie 
beklagen. Die auf Grund eines Erlasses von 1977 vom Studienbereich 
erarbeitete Neufassung der Studienordnung "Gesellschaftslehre". sieht 
dementsprechend eine stärkere Gewichtung fachbezogener Ausbildungs- 
anteile vor. Sie trat durch Erlaß vom Februar 1981 mit Einschränkun- 
gen bis zum Sommersemester 1982 befristet in Kraft.4o Ein weiteres 
Problem des Studiengangs resultiert aus der Tatsache, daß das Schul- 
fach Gesellschaftslehre schulrechtlich ungenügend abgesichert wurde 
und letztlich als bloße curriculare Möglichkeit auf die integrierten Ge- 
samtschulen Hessens beschränkt blieb. Verbunden mit der gerade in 
diesem Lernbereich besonders stark zunehmenden Lehrerarbeitslosig- 
keit wird damit dem Studienfach Gesellschaftslehre die materielle 
Grundlage immer mehr entzogen. 
Schulpraktische Studien 
Für eine Lehrerausbildung, die - wie jene in Kassel - einen Beitrag 
zur Praxisreform leisten will, muß die Gestaltung des schulpraktischen 
Bereichs von entscheidender Bedeutung sein. Um so mehr fällt auf, 
daß zwischen den ursprünglichen Planungsvorgaben und den schließlich 
institutionalisierten "Schulpraktischen Studien" eine beträchtliche Dif- 
ferenz besteht. Im Diskussionsentwurf zur Neuordnung der Lehreraus- 
bildung des Hessischen Kultusministers 41 wird noch von sehr grundle- 
genden Vorstellungen über die Verbindung der schulpraktischen Ausbil- 
dung der 1. und 2. Phase und die Integration dieses Studienkomplexes 
in ein insgesamt 9-bis llsemestriges Lehrerstudium ausgegangen. Im 
Rahmen unterschiedlicher Modelle wird eine ganze Palette weitreichen- 
der Organisationsformen der praxisbezogenen Ausbildungsteile vorge- 
schlagen - von "schulpraktischen Semestern" bis zu "berufsbezogenen 
Studienphasen". 
Demgegenüber muß dasjenige, was sich in den Jahren 1972 - 74 an der 
Gesamthochschule Kassel schließlich als relativ eigenständiger Kom- 
plex "Schulpraktischer Studien" herausgebildet hat, zunächst als eine 
pragmatisch motivierte Minimallösung erscheinen, die lediglich dem 
bis dahin an Pädagogischen Hochschulen erreichten Stand entspricht 
(wobei der begrenztere Praktikumsanteil durch eine intensivere theore- 
tische Begleitung aufgewogen wird): Die schulpraktische Ausbildung an 
der Hochschule und an den Stud.ienseminaren sind voneinander getrennt. 
Der Hochschulanteil umfaßt insgesamt 12 Semesterwochenstunden se-
	        
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