Full text: Gesamthochschule Kassel 1971 - 1981

dingungen - "ganz anders" gestaltet werden konnte. lrn w:- lwoju wur- 
de in der Höheren Fachschule für Sozialarbeit auf diese Weise ein er- 
stes Konzept für einen Studiengang erarbeitet, der bereits die Überwin- 
dung der hergebrachten Trennung von Sozialarbeit und Sozialpädagogik 
vorsah. Dieser sollte als Diskussionsgrundlage für die Kommunikation 
mit den künftigen Kollegen und Studenten aus den sozialpädagogischen 
Ausbildungsstätten dienen. 
Eine solche erste Planung mit dem Vorentwurf einer Integration war 
relativ leicht zu leisten in einer Einrichtung, in der permanente Ver- 
änderung eine gewisse Tradition hatte und die vor allem sicher sein 
konnte, als geschlossene Einheit von Lehrenden und Studierenden in die 
geplante Hochschule überzuwechseln. Sehr viel schwieriger war die 
Situation der Kollegen von der Sozialpädagogik, die als einzelne (die 
Fachschulen blieben ja bestehen) nach vorangegangener persönlicher 
Entscheidung den Übergang vollziehen mußten. Insofern war es nützlich, 
daß Sozialarbeit und Sozialpädagogik fürs erste in getrennten Organisa- 
tionseinheiten ihre bisherige Ausbildung fortsetzen konnten. So war es 
eher möglich, daß Dozenten und Studenten aus verschiedenen Ausbil- 
dungsstätten ihre Integration auf dem ihnen vertrauten Feld der sozial- 
pädagogischen Ausbildung vollziehen konnten, ehe sie sich auf den näch- 
sten Schritt der Integration mit der Sozialarbeit einzulassen hatten. 
Denn das theoretische Akzeptieren eines solchen Integrationsschrittes 
war eines, das Infragestellen tradierter propria der beiden Ausbildungs- 
gänge war durchaus ein anderes. Viele Fachhochschulen in der Bundes- 
republik haben es bis heute nicht geschafft oder haben eine erst einmal 
vollzogene Integration wieder rückgängig gemacht. 
Noch bestand auch eine räumliche Trennung. Während die "unbehausten" 
Sozialpädagogen zum WS l97lf72 im Neubau des AVZ I Aufnahme finden 
mußten, verblieb die Organisationseinheit Sozialarbeit noch in ihren al- 
ten Räumen in der Hermannstraße, die erst nach Fertigstellung des 
AVZ II verlassen wurden. Der atmosphärische Unterschied - Altbau ver- 
sus Neubau _ hat wohl dazu geführt, daß die Sozialpädagogen häufig Gast 
in der Hermannstraße waren, wo es sich "gemütlicher" miteinander 
reden, diskutieren, verhandeln ließ. Auch die ersten Hearings für Be- 
rufungen an die beiden Organisationseinheiten fanden hier statt. 
Aufgrund bestehender curricularer Vorarbeiten und Diskussionen in den 
beiden Organisationseinheiten und der vorhandenen Koope rationsansätze 
schien es der Projektgruppe der GhK gerechtfertigt, bereits im ersten 
Jahr ihres Bestehens entsprechend dem Vorschlag des Gründungsbeirats 
zur Bildung von Curriculum-Arbeitsgruppen (CAG) eine solche für S0- 
zialarbeitfSozialpädagogik zur Erarbeitung eines integrierten Reform- 
Studiengangs anzuregen. Sie bestand aus auswärtigen Beratern einer- 
seits und aus gewählten Vertretern der Organisationseinheiten Sozial- 
arbeit, Sozialpädagogik, Sozial- und Kulturwissenschaften, Gesell- 
schafts- und Erziehungswissenschaften (Hochschullehrern und Studenten)
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.