Full text: Gesamthochschule Kassel 1971 - 1981

soll kein Vorschlag für einen "Integrierten Studiengang" sein. Etwas 
kleiner (improvisierter) müßte es ja auch noch gehen, obwohl es sicher 
für manchen schon wieder ganz delikat klingt: "Kunst- und Verwaltungs- 
Wissenschaften". Der kompetente Künstler, der als solcher ein Museun 
betreut, für eine Kunstzeitschrift schreibt oder Festivals organisiert 
und auch noch Buchführung und Korrespondenz beherrscht und sich im 
Steuerrecht und Urheberrecht sowie im Versicherungswesen auskennt 
und der dennoch originale Aktionen realisiert oder auch nur seine eige- 
nen Produkte in Umlauf bringt, wird, so ist zu hoffen, auch weiterhin 
rühmliche Besonderheit bleiben. Auf ihn sollte und kann nicht verzich- 
tet werden. Ihn durch staatlich geprüfte, diplomierte Generalanimateu- 
re zu vertreiben oder auch nur zu ergänzen, würde allerdings auch seir 
substantielles Verschwinden einleiten. 
Das Erinzigiell Unwissenschaftliche der Kunst und das Angewandte 
Es wäre überhaupt eine wissenschaftliche Untersuchung wert, was - be- 
sonders in künstlerischen Berufen - alles dem "Prinzip Zufall" zu ver- 
danken ist. Jenes Prinzip, das ja gerade kein Prinzip ist und erst rech1 
kein streng wissenschaftliches, ja gerade ein zu bekämpfendes. Und 
doch erfährt man oft bei den wichtigsten Dingen in Wissenschaft und 
Kunst von der ausschlaggebenden Rolle, die es gespielt hat. Ein gefähr- 
liches Prinzip auch, zugegeben, ist nicht vieles eben, weil ohne Kon- 
zept entstanden, mehr oder weniger nur "Zufallprodukt" im schlechte- 
sten Sinne. Aber mit geschult kontrolliertem Blick und Verstand für 
das "Zufällige", was dank einer künstlerischen "Infrastruktur" in Zu- 
sammenhänge gebracht werden kann, verdient das Zufällige als kreati- 
ves Potential unsere Aufmerksamkeit. Die künstlerischen Grundlehren 
halten hier noch ihre theoretischen Voraussetzungen. Probieren, Ex- 
perimentieren sind Spiele mit dem Zufall, die Entscheidungen sind Er- 
gebnisse von Kombinationen, die in ihrer weiteren Verarbeitung Reak- 
tionen auf Zufälle sein können, aber dann nicht mehr zufällig sind. 
"Kein Kunstwerk verdient seinen Namen, welches das seinem eigenen 
Gesetz gegenüber Zufällige von sich weghielt" 13. Was hier direkt für 
Kunstwerke gemeint ist, kann nicht unwesentlich auch für Berufsfeld- 
entdeckungen für Künstler sein, die aufgrund ihrer künstlerischen Ar- 
beit die Methode, das Prinzip Zufall in ihre "Infrastruktur" einbringen. 
Zufällige Begegnungen, Erfahrungen, Bekanntschaften und vor allem 
thematische Aufträge beherbergen Zufallselemente, die, wie im Kunst- 
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