Full text: Gesamthochschule Kassel 1971 - 1981

dem Ballungsraum im Rhein-Main-Gebiet auch für die Lehrerversor- 
gung unumgänglich sei, in Kassel mit dieser" zu beginnen. Vor dem Land- 
tag erklärte er im August 1970, daß die Länderregierung beabsichtigte, 
im Rahmen der allgemeinen Reform der Lehre rbildung in Kassel ein Mo- 
dell für die integrierte Lehrerbildung zu erproben. Diese sollte nach den 
gleichzeitigen Planungen im Kultusministerium zugleich eine Professio- 
nalisierung im Hinblick auf die künftige Lehrerrolle als auch eine Ver- 
wissenschaftlichung durch einheitliche pädagogisch- gesellschaftswissen- 
schaftliche Grundausbildung für alle Lehrämter bewirken. Die Gründung 
in Kassel vereinigte somit in sich die allgemein in dieser Zeit als vor- 
rangig angesehenen Ziele der Organisationsreform der Hochschulen, der 
regionalen Ausweitung der Bildungsangebote im Tertiären Sektor, der 
Studienreform und der Bildungsreform über die Lehrerbildung. 
Die Planungsgrundlagen für die Gründung 
Am 26. 5. 1970 hatte das Kabinett die Vorlage eines Errichtungsgesetzes 
für die Gesamthochschule beschlossen. und schon am 10. 6. legte der 
Kultusminister einen Rahmenplan für die Gründung vor. Zwei Wochen 
später wurde dieser Plan vom Ministerpräsidenten als integrierender 
Bestandteil eines Hochschulgesamtplanes für die nächsten fünfzehn Jah- 
re der Öffentlichkeit übergeben. Dieser Plan war seinerseits einer der 
Teilpläne des Landesentwicklungsplanes, für den der Kultusminister 
auch etwa gleichzeitig einen umfassenden Schulentwicklungsplan präsen- 
tierte, der seinerseits durch ein langfristiges Modell der Reform der 
Lehrerbildung und der Erprobung von Rahmenrichtlinien flankiert wur- 
de. 
Dies ist nur verständlich, wenn man sich vergegenwärtigt, daß Bildungs- 
politik in diesen Jahren in den Ländern finanzielle Priorität genoß und 
es zugleich innerhalb einer Phase größerer Aufgeschlossenheit der Öf- 
fentlichkeit und aller Parteien für Planungsansätze gesellschaftlicher 
Regelungsbereiche dem zuständigen Ressort darum gehen mußte, aus 
dieser günstigen Stunde im wörtlichen und übertragenen Sinn Kapital zu 
schlagen. Deshalb dienten diese Planungen zur langfristigen Verwirkli- 
chung von Zielvorstellungen wie auch dazu, die finanziellen Prioritäten 
in der Planung selber für die kommenden Haushaltsjahre gewissermas- 
sen festzuschreiben. Ähnliche Überlegungen hatten sowohl in dem ja von 
ganz anderen Reformvorstellungen für den Hochschulbereich ausgehen- 
den Land Baden-Württemberg zu Hochschulge samtplanungen geführt 
als auch in Nordrhein-Westfalen, und zwar dort ebenfalls als integrier- 
tes Teilstück einer Landesplanung, die allerdings nicht wie in Hessen 
langfristig, sondern mittelfristig angelegt war. Es war auch möglich, 
Planungserfahrungen aus Nordrhein-Westfalen bei dem Aufbau einer Pla- 
nungsabteilung im Hessischen Kultusministerium zu übernehmen und da- 
mit die ja unaufschiebbare Planung für Kassel nicht isoliert vornehmen
	        

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