Volltext: Gesamthochschule Kassel 1971 - 1981

gerichtig bedeutet die Publikation des Projektergebnisses ein wichtiges 
Element der Arbeit. Von diesen Ansprüchen sind manche Projekte weit 
entfernt, viele schädliche Ursachen werden jeweils genannt und so be- 
rechtigt sie auch sind, bleiben doch gerade die Studenten fest überzeugt, 
daß das Projekt Kernstück ihrer Studienreform ist. Von den zahlreichen 
Schwierigkeiten bei der Realisierung der Projekte soll hier nur eine we- 
sentliche erwähnt werden: selbst den gutwilligsten Hochschullehrern 
fällt es schwer, in dem oft etwas locker organisierten Projektbetrieb 
der Studenten acht Stunden Projektbetreuung zu leisten. Allen Widrig- 
keiten zum Trotz ist das Projekt mit 507a der Studienzeit und als wich- 
tigste studienbegleitende Prüfung das Hauptstück des Studiums der Ar- 
chitektur, Stadtplanung und Landschaftsplanung. In diesem Punkt hat, 
wie ich glaube erfolgreich, dieses Studium alle anderen Technik-Stu- 
diengänge weit hinter sich gelassen. 
Integrierte AbschlußEhase 
Als die GhK gegründet wurde, gehörten die Architekten der Kunsthoch- 
schule (und Werkkunstschule) in der Menzelstraße und der Fachhoch- 
schule in der Wilhelmshöher Allee zu den wenigen, die unverzüglich, 
ohne daß es weitere formale Anstöße gebraucht hätte, an die Reform 
ihres Studiums gingen. In der Fachhochschule wurde ein Reformseme- 
ster ausgerufen, ein ganzes Studiensemester hängten die Studenten dran, 
um das starre Fächer- und Prüfungsgehäuse aufzubrechen, unterstützt 
von ihren verunsicherten Lehrern. In der Menzelstraße brach eine enor- 
me Reformdiskussion aus, im Studium beschäftigten sich die Studenten 
mit den sozialen Bedingungen, den ökonomischen Verflechtungen ihrer 
späteren Berufsarbeit und den Unzulänglichkeiten ihrer Studienbedin- 
gungen. 
Das ging alles so rasant, führte so schnell zu neuen Studien- und Prü- 
fungsordnungsentwürfen, daß weder die Kulturbürokratie noch die Hoch- 
schulplaner - die verdienstvolle Projektgruppe - Schritt halten konnten 
und erstmal auf die Bremse traten. Sie ließen die Entwürfe 6 auf ihren 
Schreibtischen zunächst einmal ablagern und begannen dann die Reform 
von Grund auf. Das Neue sollte noch viel gründlicher und viel tiefgrei- 
fender entwickelt werden. 
Auf Empfehlung der Projektgruppe setzte der Kultusminister eine Fach- 
beratergruppe ein. Da sollten Hochschulplaner, Hochschullehrer und 
Studenten der GhK und auswärtige Experten das neue "Planer-Curricu- 
lum" entwickeln. Einer der Experten, Wolfgang Rath von der Uni Stutt- 
gart, hatte mit anderen zusammen ein Planungsmodell aufgestellt, das 
sehr schön die Euphorie zeigt, mit der wir an die Arbeit gingen. Da- 
mit "die realistische berufsqualifizierende Ausbildung der Studierenden 
an erster Stelle steht", sollte am Anfang der Arbeit "eine Situationsana- 
lyse der relevanten Berufs- bzw. Tätigkeitsfelder" stehen. Die daraus
	        

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