Full text: Gesamthochschule Kassel 1971 - 1981

und Studienbereichen an der GhK, die der Hessische Kultusminister ge- 
mäß S 52 Abs. 6 HUG als Übergangsregelung erlassen hat, sortiert 
sorgfältig alle Fachgebiete - was in der Realität nichts anderes heißt 
als die eher zufälligen Aufgabenbeschreibungen der vorhandenen Pro- 
fessuren - in Fachbereiche; die Verordnung nimmt Rücksicht auf vor- 
handene oder vermeintliche Animositäten, teilweise auf vorhandene Stu- 
diengänge, teilweise auch nicht, und bringt so eine lediglich pragmatisch 
orientierte Lösung. 
Dazu werden zwei Studienbereiche eingerichtet: Für das erziehungs- und 
ge sellschaftsw issenschaftliche Kernstudium der Lehrerbildung, nicht 
aber für die Lehrerbildung insgesamt, und für den integrierten Studien- 
gang Architektur, Stadtplanung und Landschaftsplanung als Kompensa- 
tion für die Aufteilung dieses Bereiches mit einem einheitlichen Studien- 
gang auf zwei Fachbereiche. 
Für die Forschung sind bislang zwei wissenschaftliche Zentren und eine 
Reihe integrierter Arbeitsgruppen gemäß S 26 HUG eingerichtet. Hier 
hat die GhK die organisatorischen Hülsen für Integration und Interdiszi- 
plinarität benutzt. Es wäre aber zuviel gesagt, daß der gesetzliche Auf- 
trag zur "sinnvollen Aufgabenzusammenfassung" im Bereich der For- 
schung (S 5 Abs. 4 HHG) dadurch schon ausreichend erfüllt wäre. 
In organisatorischer Hinsicht gibt es damit nur ganz unbedeutende An- 
sätze zur Integration. Formal gibt es zwar Möglichkeiten für Doppel- 
struktur, für eine Zweit- oder auch Drittstruktur. Der Konsenszwang 
ist aber so groß, daß auf Dauer lediglich einige aus der Übergangszeit 
stammende Insellösungen an die organisatorische Integration erinnern. 
(11) Immerhin hat das HUG mit seinen 57 Paragraphen einen Paragraph 
vollständig für die GhK reserviert. Aber alle, die hier nun Regelungen _ 
zur Ausführung der besonderen Aufgaben der Gesamthochschule suchen, 
werden enttäuscht. Man findet im wesentlichen nur Übergangsregelun- 
gen, die sich entweder schon erledigt haben oder durch Rechtsverord- 
nung des Kultusministers "nach Abschluß des Aufbaues der GhK" für er- 
ledigt erklärt werden können. Ist der Aufbau abgeschlossen, was wohl 
dann der Fall ist, wenn die Zielzahl von 9. ooo Studenten erreicht und 
die erste Phase der Neubauvorhaben abgeschlossen sein wird, dann gibt 
es für die GhK - abgesehen von der Differenzierung im Lehrkörper - 
keine besonderen Regelungen mehr. Es bleibt nur der Katalog der be- 
sonderen Aufgaben in Lehre und Forschung nach dem Hochschulgesetz. 
(12) Der Gesetzgeber hat damit keine eindeutige Entscheidung für oder 
gegen die Gesamthochschule gefällt. Obwohl er die GhK eindeutig den 
Universitäten zuordnet, hat er doch auch Spielräume gelassen, die für 
die GhK selbst, aber auch für die Hochschulpolitik des Hessischen Kul- 
tusministers die Wahl lassen: auf der einen Seite die Einordnung der 
GhK unter die Universitäten, ihre Unterwerfung unter die universitären
	        

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