Full text: Gesamthochschule Kassel 1971 - 1981

ren die Anforderungen kumulativ zu stellen, so daß also beide relevan- 
ten Gruppen - die universitären Professoren wie auch die Fachhochschul- 
Professoren - auf ihre individuelle Qualifikation für eine Gesamthoch- 
schule hätten überprüft werden müssen, bevor sie als Professoren an 
der GhK hätten übernommen werden können. Hätte der Gesetzgeber also 
sein eigenes Gesetz ernst genommen, so hätte er fordern müssen, daß 
die Anforderung des S 5 Abs. 5 HHG auf alle Professoren anzuwenden 
gewesen wäre mit der Folge, daß ein Universitäts-Professor ohne be- 
rufliche Erfahrung nur in besonders begründeten Fällen hätte übernom- 
men werden dürfen. 
Der Gesetzgeber aber überging diese Problematik, die er vorne mit 
dem Auftrag zur Verbindung von Hochschulformen und deren Aufgaben 
geschaffen hatte, hinten in den Übergangsregelungen: Er leitete die Uni- 
versitäts-Professoren und Kunsthochschu1-Professoren kraft Gesetzes 
über (S 75 HHG) und ordnete ein Übernahmeverfahren mit individueller 
Prüfung für die übrigen Hochschullehrer an. Die von der GhK gemäß 
S 52 Abs. 7 HUG gebildete gemeinsame Übernahmekommission nahm 
gleichfalls den besonderen Auftrag der GhK nicht zur Kenntnis. Auch 
für sie spielte bei dem Übernahmevorschlag für den Hessischen Kultus- 
minister das verbindliche und spezielle Kriterium der beruflichen Er- 
fahrungen eine weit geringere Rolle als der generelle Maßstab des S 39a 
HUG. 
Nach Abschluß dieses Übernahmeverfahrens gibt es an der GhK vier Ka- 
tegorien von Professoren: 
- die gesetzlich übernommenen Professoren mit der dienstrechtlichen 
Stellung, die sie als frühere Professoren an der Universität hatten 
und nun weiter behalten; 
- die sogenannten "qualifiziert" oder "hart" übergeleiteten Professoren, 
die die Voraussetzungen des S 39a HUG erfüllen, die korporations- 
rechtlich der Gruppe 1 gleichgestellt werden, dienstrechtlich aber in 
bezug auf Lehr- und Forschungsaufgaben ihre frühere Position behal- 
ten; 
- die "weich" übergeleiteten Professoren, bei denen die Einste1lungs- 
Voraussetzungen des S 39a Abs. 2 Satz 1 HUG nicht erfüllt sind; we- 
der S 5 Abs. 5 HHG noch die in S 39a Abs. 4 HUG genannten Einstel- 
lungsvoraussetzungen - "hervorragende fachbezogene Leistungen in 
der Praxis und pädagogische Eignung" - durften offenbar eine Rolle 
spielen. Sie behielten wie die "hart" übergeleiteten Professoren ihre 
dienstrechtliche Position und wurden nur in die neue C-Besoldung 
überführt. Korporationsrechtlich bilden sie mit den unten genannten 
nichtübergeleiteten Hochschullehrern eine besondere Gruppe, die in 
Angelegenheiten der Forschung und der künstlerischen Entwicklung 
nur eingeschränkt mitbestimmungsberechtigt ist. 
Schließlich verbleiben nach S 79 HHG alle nicht übergeleiteten oder 
nicht übernommenen Hochschullehrer "in ihrem bisherigen Dienstver- 
hältnis ' ' .
	        

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