Full text: Gesamthochschule Kassel 1971 - 1981

wahrzunehmenden Aufgaben in Forschung, künstlerischer Entwicklung, 
Lehre und Studium mit dem Ziel der Integration" (S 5 Abs. 1 HHG). 
Der Widerspruch zur schlichten Subsumtion der GhK unter die Universi- 
täten ist offensichtlich und wird damit auch weiter Quelle von Problemen 
sein: Die GhK hat eine besondere Aufgabe; diese findet aber nicht Rück- 
halt in einer besonderen Organisation, so daß immer zu fragen und zu 
streiten sein wird, was denn nun den höheren Rang habe: der Status und 
der Wissenschaftsauftrag als Universität oder die besondere Aufgabe 
als Gesamthochschule. 
(3) Wenn die Gesamthochschule die Aufgaben der drei Hochschulformen 
gemäß S 4 HHG zu verbinden hat, also 
- als Universität: Weiterentwicklung der Wissenschaft, Vermittlung ei- 
ner wissenschaftlichen Ausbildung, Heranbildung des wissenschaftli- 
chen und künstlerischen Nachwuchses, 
- als Kunsthochschule: Vermittlung und Fortentwicklung künstlerischer 
Formen und Gehalte, Vermittlung einer künstlerischen und wissen- 
schaftlichen Ausbildung, Heranbildung des künstlerischen Nachwuchses, 
- als Fachhochschule: Vermittlung einer auf den Erkenntnissen der For- 
schung beruhenden Ausbildung, Förderung der Erschließung wissen- 
schaftlicher Erkenntnisse für die Praxis, subsidiär auch Wahrneh- 
mung von Forschungs- und Entwicklungsaufgaben, 
dann stellt sich natürlich sofort die Frage nach den Prioritäten und Zu- 
ständigkeiten: Soll die GhK in allen Bereichen alle Aufgaben zugleich 
und zwar mit einer neuen Qualität durchzuführen suchen - dafür spricht 
das ihr auferlegte "Ziel der Integration" (S 5 Abs. 1 HHG) - oder soll 
sie die eine Teilaufgabe dieser und die andere jener Teileinheit zuwei- 
sen - dafür spricht die Unvereinbarkeit der Einzelaufgaben. 
In mancher Beziehung sind diese Fragen im Ansatz vom Gesetz beant- 
wortet, so bei Lehre und Studium, wo integrierte Studiengänge vorge- 
sehen sind; die Integration anderer Aufgaben bleibt völlig ungeklärt: so 
etwa die Verknüpfung der Weiterentwicklung der Wissenschaften als 
Aufgabe der Universität mit der Erschließung wissenschaftlicher Er- 
kenntnisse für die Praxis als Aufgabe der Fachhochschule im Rahmen 
des Wissenschaftsauftrages der Universität. Schließlich gibt es auch 
nur die Wahl zwischen klaren Alternativen, wie bei der Frage der Heran- 
bildung von wissenschaftlichem und künstlerischem Nachwuchs. 
(4) Die Gesamthochschule hat inhaltlich und zeitlich gestufte Studiengän- 
ge anzubieten, womit auf die Unterschiedlichkeit der Ausbildungsaufga- 
ben der drei Hochschulformen Bezug genommen wird: Ein Gesamthoch- 
schulstudiengang soll also Elemente der wissenschaftlichen und künst- 
lerischen Ausbildung mit Elementen der anwendungsbezogenen Ausbil- 
dung verbinden. Zusätzlich sind diese Studiengänge, was allerdings we- 
nig mit den gesetzlich definierten Aufgaben der drei Hochschulen zu tun
	        

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