Full text: Gesamthochschule Kassel 1971 - 1981

sprünglichen Konzeptionen veränderten, lag es nahe, solche Autoren 
zu gewinnen, die Promotoren der ursprünglichen Reformkonzeptionen 
gewesen waren, zugleich jedoch eine Vielfalt unterschiedlicher program- 
matischer Vorstellungen einzubeziehen. Um aus den Berichten solcher 
"Kronzeugen" ein Bild der Entwicklung der Hochschule entstehen zu 
lassen, wurde schon bei der Eingrenzung der Beiträge eine Doppelglie- 
de rung gew ählt. 
Im ersten Teil werden die Gründung und der Aufbau der Gesamthoch- 
schule unter spezifischen Entwicklungsaspekten, und zwar bewußt aus 
der oft deutlich unterschiedlichen Sicht der Beteiligten, dargestellt. 
Während C h r i s to ph O e hl e r in seinem Beitrag auf die bundes- und 
landespolitischen Rahmenbedingungen für die Gründung einer integrier- 
ten Gesamthochschule als Modell der Hochschulplanung des Landes Hes- 
sen eingeht, zeichnet Be rnha rd Nagel die Umsetzung einer Re- 
formidee in der Phase der Gesamthochschulgründung in konsensfähige 
Organisationsstrukturen im Rahmen der Hochschulgesetzgebung nach. 
Der Beitrag von K a rl F ritz He i s e wendet sich den regionalen und 
kommunalpolitischen Bemühungen um eine universitäre Hochschulein- 
richtung zu und unterstreicht den regionalen Stellenwert der Gesamt- 
hochschule Kassel. 
Die folgenden Beiträge beschäftigen sich mit der Entwicklung und Ana- 
lyse der Gesamthochschule aus der Sicht von Hochschulangehörigen, 
die an diesem Prozeß bedeutenden Anteil hatten. Ay 1 ä N e u s el re- 
konstruiert als unmittelbar an der Planung Beteiligte den inneren Zu- 
sammenhang zwischen der Entstehung und Implementierung der zentra- 
len Konzeption integrierter Studiengänge und lokalisiert damit schlag- 
lichtartig die Reformpotentiale und die sich regenden Widerstände. 
Alexander Scheuere r und Reinhold Weist berichten aus der 
Sicht von Studenten, die maßgeblich in den Gremien der verfaßten Stu- 
dentenschaft aktiv waren, über Erfahrungen mit der Umsetzung studen- 
tischer Reformforderungen und -hoffnungen, die letztendlich im Prozeß 
der Konsolidierung der Gesamthochschule enttäuscht wurden. H an s 
B rinckm ann analysiert die seit 1978 geltenden Hochschulgesetze un- 
ter dem Blickwinkel der Ambivalenz einer gesetzlichen Absicherung 
der Gesamthochschule auf dem Wege ihrer Integration in den universi- 
tären Hochschulbereich. E rn s t vo n W e iz s ä c k e r gibt im Rück- 
blick auf die entscheidende Phase seiner Präsidentschaft, in der ein zu- 
nehmendes Abrücken von der Gesamthochschule als Strukturprinzip zu 
konstatieren ist, eine Einschätzung der verbleibenden Innovationspoten- 
tiale. 
Im zweiten Teil werden von Hochschulangehörigen, die die Kasseler 
Reform der Studiengänge repräsentieren, die Prozesse nachgezeichnet, 
die beim Aufbau der Studiengänge zu immer neuen Konsensformen zwi- 
schen Reformzielen und alltäglicher Reformrealisierung führten. Hel- 
mut W in kl e r gibt für den Ausbauschwerpunkt der integrierten Stu-
	        

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