Full text: Kreis Hofgeismar : Teil 1. Schloß Wilhelmstal (7)

 
 
'"' BESTAND 
Tafel 82 
ersten Flügels in XVilhelmshöhe beschafft und wahrscheinlich vom Bildhauer Vallois geschaffen ist. 1804 
von Döring als vkostbares Prachtbettrc erwähnt} und zwar als Möbelstück, das mit Lyoner Seide aus: 
gestattet ist. 1814 noch in demselben Raum? wird 1818 mit neuen Vorhängen versehen? 1822 zum Vorrat 
abgegeben, weil unmodern geworden, und durch eine Bettstelle n'a la Polonaiseß in Mahagoniholz mit 
Verzierungen in vergoldeter Bronze ersetzt. Noch im selben Jahre scheint es nach Wilhelmstal überführt 
zu sein, nachdem das Zimmer 1814, also wahrscheinlich auch unter Ieröme, ohne Bett gewesen warf 
Sechs Armstühle (H. 1,07 m), die Gestelle wie im südlichen Schlafzimmer des Erdgeschosses, die 
Rücklehnen jedoch mit Trophäenbekrönung und rechteckigen Polstern. Die Bezüge in Seidendamast wie 
Tapete und mit dieser von Wilhelmshöhe überführt. 
Vierteiliger Bettschirm (H. 1,45 m, L. 2,84 m), in schmalen geschnitzten Holzrahmen, sonst wie vor. 
Nachtschränkchen (H. 0,795 m, Br. 0,50 m, T. 0,38 m), Zopfzeit, hochfüßig mit Schublade, Rollschieber 
und weißer Marmorplatte in Messinggaleri. Mahagoni auf Eiche mit Einlagen von Blumen und Ranken in 
geheizten Hölzern. Geschirr in chinesischem Porzellan. 1814 in der Südgarderobe des Erdgeschosses befindlich. 
Kommode (H. 0,86 m, Br. 1,63 m, T. 0,75 m) Rokoko, hochfüßig, Grund: und Aufriß geschweift, mit 
drei Schubladen. Mahagoni auf Tanne.'Füllungen der Schubkästen und Seitenflächen mit Rhomben: 
teilung und Bronzerosetten auf den Ecken. Schlüsselschilder und feststehende Griffe in Laubformen von 
Goldbronze. Kartusche auf der Mitte des unteren Randes und Füße desgleichen. Platte von weißem, 
grau geadertem Marmor, Carraramaterial (Avenato). 
Stempel: -. Pariser Arbeit. Um 1770. 
Zwei Paar Wandarme mit Kartuschen  0,44 m), zweiarmig in Goldbronze,iVariante derjenigen im 
Musensaal. Alter Bestand (s. ob.). Wahrscheinlich Arbeiten von Nahl:Falkeisen. 
Brandreitel (H. 0,29 m, Br. 0,62 m), zweiteilig in Eisen, mit Vorsatzstücken in Goldbronze, Balustrade 
mit Vasenbekröhung und liegenden Löwen. Louis Seize. Unter Kurfürst Wilhelm II. eingebracht, nachdem 
der Kamin wieder geöffnet und der weiserne Ofen mit erdenem Aufsatzcc aus der Zeit Jerömes ausgebaut 
worden war? Dazu Feuerzange mit zwei Bronzeknöpfen in Rokoko und Schaufel mit reich profiliertem 
barocken Bronzegriff. 
Porzellane: M a r s u n d d i e G e s c h i c h t e (H. 0,48 m). Klio mit verbundenen Augen, auf würfel: 
förmigem Sockel, neben ihr sitzend Mars als schildhaltender Krieger, der sie umfaßt. Die Gewänder auf 
Weiß und Hellila, Rotviolett, Grün und Rot gestimmt. Das Ganze auf runder Sockelplatte, die mit weiteren 
Symbolen belegt ist. Mantel der Klio am unteren Zipfel und Malerpalette am Rande angeschlagen. 1822 eine 
Gruppe wMars und die Geschichte von Preußens (so l) im Audienzzimmer des zweiten Appartements vom 
ersten Flügel von Wilhelmshöhe. 
Berliner Manufaktur. Modelleur: Wilhelm Christian Meyerß Bruder des Friedrich Elias 
Meyer. 1766. 
Z w e i S t a n g e n v a s e n (H. 0,425 m), achteckig mit breitem Querband in der Mitte. Malerei in fremden 
Farben (Rosafamilie). Fries an Hals: und Fußrand. Zellenartiges Flächenmuster mit vertieften weißen 
Spiegeln, sowie Blumen und Vögeln in miniaturhafter Darstellung. 
Marke: -. Chinesisch. Spät Kien Lung (1736-1795). 
Marke: 
' Beschreibung des Kurfürstlichen Landsitzes Wilhelmshöhe, S. 25. 
2 S. Möbelinventar dieses jahres. 
3 Vermutlich hatten die abziehcnden Franzosen wie die sämtlichen Fenstervorhänge der in Damast ausgestatteten Räume (s. In: 
ventar) des ersten Flügels auch die Vorhänge des Bettes mitgenommen. 
4 Da das Vorzimmer der Wohnung sowohl wie der benachbarte Musensaal und dessen Vorsaal zu Spielsälen eingerichtet waren, 
ist nicht damit zu rechnen, daß die Königin Katharina dieses Zimmer als Schlafzimmer beibehalten hat. 
5 S. Inventar von 1814 und lnstandsetzungsakte. 
öWfilhelm Christian Meyer, geb. in Gotha 1726. Ab 1766 für die Manufaktur beschäftigt. Für den Tafelaufsatz der Kaiserin 
Katharina II. schuf er die Gruppe wBaukunst und Astronomieß. Seine bekanntesten Großplastiken sind die acht großen Sandstein: 
gruppen auf dem Leipziger Platz (Schnorr v. Carolsfeld, Porzellan S. 156 ff, 161 u. Abb. 84). 
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