Full text: Kreis Hofgeismar : Teil 1. Schloß Wilhelmstal (7)

BESTAND _ 
 
Tafel 68 
Tafel 62 
Leisten sowie Eck: und Mittelkartuschen, die sich auf die Türbekleidungen aufstützen. Die Malereien 
(l. Br. 1,45 m, l. H. 1,20 m) von I. H. Tischbein d. Ä., als Fortsetzung des Telemachzyklus aus dem Vor: 
saal, und zwar: 
4. Szene (auf der Südwand): Abfahrt des Telemach. Telemach in Rüstung und ziegelrotem 
Mantel, stehend in bemanntem Schiff mit Rudern und Segeln, hält in der Linken den Speer. Neben ihm 
sitzt Mentor. Im Vordergrunde rechts zwei Männer mit der Ladung beschäftigt. 
5. Szene (auf der Südwand): O p f e r d e r D i d o. Die Königin in weißem Gewande mit gelbseidenem 
Mantel und Schleppe, die von Neger getragen wird, kniend auf rotem Kissen vor Opferaltar. Über diesem 
in einer Nische Büste ihres Gatten Sichäus. Sie hält in der Rechten eine Schale und weist mit der aus: 
gestreckten Linken auf die Stadt im Hintergründe. Drei Frauen in ihrer Umgebung tragen goldene Gefäße. 
6. Szene (auf der Nordwand): L a n d u n g T e l e m a c h s b e i K a l y p s o. Begegnung am Strande, 
Kalypso in weißem Gewande mit lachsfarbenem, hellblau gefüttertem Brokatmantel, auf Rasenbank sitzend. 
Telemach in rotem Gewande und blauem Mantel mit lebhafter Bewegung auf sie zuschreitend. Im Hinter: 
grunde links, noch im Boote stehend, Mentor, im Hintergründe rechts vor einer Baumkulisse drei Nymphen 
der Kalypso. Farben der Landschaft natürlich. g 
7. Szene (auf der Nordwand): G a s t m a h 1 d e r K a l y p s o. Grottenraum. Kalypso und Telemach 
in lebhafter Unterhaltung an gedecktem Tische. Mentor unwillig abgewandt. Die Gewänder auf Weiß 
und Blau, Gelb und Ziegelrot, Braun und Ultramarin gestimmt. Im Hintergründe links eine Nymphe, 
die der Kalypso einschenkt, drei weitere im Hintergründe rechts vor der Öffnung der Grotte. 
Die D e c k e mit Stuckvoute und Rosette. Kartuschen in den Ecken des Spiegels und füllendes Gitter: 
werk zur Ausrundung des Spiegels, alles in leichten teppichartig über die Fläche gebreiteten Formen. Die 
Ornamentik wie bisher Gold auf Weiß mit (späterenl) Grundierungen in Rosa und Gelb. Marmor: 
kamin (H. 1,24 m, Br. 1,84 m) in der Mitte der Nordwand (Blanc clair) geradlinig, mit kannelierten 
Pilastern, flachem Muschelornament und S pie gel in holzgeschnitztem Rahmen (H. 3,03 m, Br. 1,33 m). 
Rollwerkbekrönung mit Kranich. Spiegel (H. 2,99 m, Br. 1,01 m) wie vor auch auf dem Fensterpfeiler, 
jedoch ohne Kranich. Die geschnitzte Konsole hier mit naturalistischen Schilfstengeln, welche auch die 
Zarge überwuchern. Platte von farbigem Marmor (Tigre). Zwei Aufziehvorhänge der Fenster mit Falbeln 
aus blauem Taft, eingebracht, nachdem die 1814 vorhandenen seidenen Vorhänge aus Pecking mit großen 
Blumen verkauft waren. 
Sitzgarnitur, bestehend aus einer dreisitzigen Sofabank (H. 1,05 m, L. 1,75 m) und sechs Rücklehn: 
stühlen (H. 1,10 m), Sitz und Rücklehne gepolstert. Rokoko, das Gestell geschweift und geschnitzt, ähn: 
lich wie im ersten Vorzimmer des Landgrafen, die Zarge mit dem üblichen Muschelbelag, die Profile jedoch 
schärfer, die Konturen straffer, die Rücklehne höher und die ganze Form französischen Vorbildernl näher 
stehend. Arbeiten aus der Werkstatt Nahls. Die Ornamentformen in Gold auf hellblauem Grunde? Bezug 
modern. Verbleib der rohrgeflochtenen Stühle des alten Bestandes nicht bekannt, unter Ieröme, der Billard und 
Spieltische in den Raum brachte, bereits durch Polsterstühle ersetzt, diese 1822 nach Wabern abgegeben. 
Großer Schreibtisch (H. 0,78 m, Platte 0,94: 1,74 m). Rokoko, geschweiftes Gestell mit sechs Schubläden 
in kräftiger Zarge auf den beiden Langseiten. Russisches Birkenwurzelholz auf Tanne. Platte mit ab: 
gerundeten Ecken, Tuchüberzug, sowie fourniertem Rand, Hohlkehle und kräftigem Messingstab. Bronze: 
beschlag der Schubkästen in Bandformen. Nach 1822 eingebracht. Füße mit Bronzeschuhen, verletzt. 
Stempel: -. Um 1730. 
Kommode (H. 0,84 m, Br. 1,37 m, T. 0,65 m), hochfüßig, in Grund: und Aufriß geschweift, mit zwei 
Schubläden. Mahagonifournier auf Eiche mit kostbaren, fein ziselierten Bronzen. Perlstabartig behandelte 
l Musee Des Arts Decoratifs. 
a Da das zweite Vorzimmer des Landgrafen 1788 eine Sofabank mit vier Rücklehnstühlen und das erste Vorzimmer Stühle gleicher 
Form aufweist (s. Inv.), wäre es bei der Qualität der Stücke möglich, daß diese Sitzgarnitur ursprünglich in den Räumen des 
Landgrafen gestanden hat, aber unter Kurfürst Wilhelm ll. abgestellt ist. 
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