Full text: Kreis Hofgeismar : Teil 1. Schloß Wilhelmstal (7)

BESTAND 
 
 
Die Fenstervorhänge von grün und weiß geblümtem Leinendamast sind bei der Instandsetzung im Jahre 
1822 verkauft. 
Zwei Kommoden (H. 0,86 m, Br. 1,19 m, T. 0,61 m), hochfüßig. Zwei Schubladen. Geschweifter 
Taftlöl Grund: und Aufriß. Lackarbeit auf Eiche. Figürliche Chineserien in Landschaft. Bronzeumrahmungen 
der Felder in Form von girlandenbehängten Doppelschienen. In der Mitte unten rauchende Urne. Schwere 
Laubstützen mit Widderköpfen unter der Platte. Diese bei der westlichen aus braun und gelb geflecktem 
Marmor (Breche d'Alep), während die der nördlichen abhanden gekommen ist. Nach 1822 eingebracht. 
Vielleicht identisch mit den beiden Kommoden Friedrichs II., welche dieser im Februar 1770 für sein 
Kabinett im Landgrafenschloß aus Paris bezogen hat} 
Französisch, um 1770. Arbeit des AntoinesPierre 
Stempel der einen:   M jacot in Paris, der am 23. Juli 1766 Meister ge: 
worden ist und bis kurz vor der Revolution ge: 
der zweiten. JHwESEL M arbeitet hat? Ob er mit I. Roesel zusammen 
tätig gewesen ist oder ob beide nach dem Ente 
wurf eines Architekten gearbeitet haben, ist nicht zu ermitteln gewesen. 
Kommode (H. 0,85 m, Br. 1,34. m, T. 0,67 m). In der Tiefenentwicklung leicht ausgeschweift. Niedrige, 
horizontal profilierte Fiiße. Fünf Schubkästen in vier Reihen. Prachtvoll geschnittenes Nußbaumwurzel: 
fournier auf Eiche, die geometrischen Figuren mit miniaturhaften Randfriesen. Auf der Platte Zwetschens 
holzeinlagen und schwere profilierte Randschienen in Messing. Holzgeschnitzte Schlüsselschilder modern. 
Stempel: -. Erstes Drittel des 18. Jahrhunderts. 
Vier Stühle (H. 1,30 m), hochlehnig, in Eichenholz, blau gestrichen mit vergoldeten Klauenfüßen 
Tafel 69 und schweren, belaubten Bändern als Fußkreuz. Auf den Bezügen der Sitze und Rücklehnen figürliche 
Chineserien in Petitpoint:(vMillepointw)Stickerei und füllendes Blumenwerk in Kreuzsticharbeit, alles in 
Bunt auf schwarzem Grunde. Nach 1822, wahrscheinlich bei der Ausräumung des Schlosses in Wabern, 
eingebracht. 
K0  Besitz der Landgräfin Maria Amalia. Stuhl mit 
C3 Q gleichem Stempel im Landesmuseum. Stühle von 
 ä 3 ähnlicher Form auch in der Löwenburg. Um 1720. 
Stempel (an einem der vier Stühle): 
Fünf Stühle (H. 1,20 m), wie vor, jedoch mit bandrankenartig behandeltem und ganz vergoldetem 
Gestell, das Fußkreuz mit Knopf. Nach 1822, wahrscheinlich ebenfalls von Wabern, eingebracht. 
Stempel: -. Um 1720. 
Tisch (H. 0,74 m, Pl. 0,98:0,67 m) mit vier gedrehten Beinen und Fußkreuz. Weichholz schwarz lackiert 
und mit Goldprofilierung. Nachbildung eines untergegangenen Stückes unter Wiederverwendung von Stücken 
tigürlicher Lackarbeit für die Platte. Nach 1822 eingebracht. 
Wandschirm (H. 2,37 m, Br. 5,00 m). Fünfteilig. Gobelinweberei auf schlichtem Holzrahmen, jedes 
Tml 18 Glied mit zwei aneinander gesetzten Stücken belegt. Das Muster als hochovaler gelber Rahmen mit rot 
und weißen radial gestellten Laubranken, sowie bunten Blumenbuketts auf schwarzem Spiegel und in den 
Zwickeln. 1814 als Bettschirm in der Garderobe der Landgräfin genannt. Prächtige Arbeit. 
Holländisch. Ende 17. Jahrh. 
Truhe (H. 0,45 m, L. 0,97 m, T. 0,40 m), Kofferform mit gewölbtem Deckel auf sechssäuligem Stollen. 
um 61 Lackarbeit auf Weichholz, die Flächen mit Randfries. Gespritzter Grund mit gerahmten landschaftlichen 
1 Anh. Rechnungsbdlege. 
2 Salverte a. a. O., S. 163. 
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