Full text: Kreis Hofgeismar : Teil 1. Schloß Wilhelmstal (7)

BESTAND 
 
Treffliche Arbeit, mit ihren flimmernden LichteEekten und ihrer delikaten farbigen Komposition, der Größe 
des Bildausschnittes von den bisherigen unverkennbar zu trennenß Rahmen  1,24 m, Br. 1,02 m) mit stark 
betonten Ecklösungen, Muschelspiralen und hochprofilierten Leisten. 
Bez: -. Technik und Farben lassen auf den Maler Georg de Marees schließen, dessen Anwesenheit vom 
November 1752 bis Juni 1753 in Cassel nachweisbar ist? 
13. Dame, angeblich Fräulein v. Bardelebenß (H,0,96m, Br.0,72m). Kniestück,sitzend 
auf offener Terrasse mit Ausblick auf Garten. Dudelsack spielend, dessen grün bezogener Balg am linken 
Unterarm angeschnallt ist. Violett abgetönte rosafarbene Schnürtaille mit langen Ärmeln, Spitzen, Perl: 
und Schleifenbesatz. Rahmen Serie 3. 
Bez. (auf Rückseite): n]. H. Tischbein pinx. 1755.11: 
14. Eva v. B uttlar, Gemahlin des Philipp v. Egge. Größe wie vor. Kniestück, sitzend in Parks 
landschaft nach links. In der behandschuhten Rechten Stock des aufgespannten grünen Sonnenschirmes 
haltend. Reifrock und Schnürtaille mit halblangen Ärmeln. Das Kleid in violett abgetöntem Rosa mit 
Rüschenbesatz und grün gestreiften weißen Schleifen. Im Relief sehr weich behandeltes sympathisches Antlitz 
mit grauen Augen. Rahmen Serie 1. 
Bez. (auf Rückseite): w]. H. Tischbein pinx. 1755m 
Porzellane: Zwei Porzellanvasen (H. 0,54 m, ob. D. 0,235 m), auf den Eckkommoden, gebaucht mit 
hohem Hals und weit ausladendem Rande. Kobaltblaue Unterglasurmalerei auf Weiß. Aufteilung in vier 
Vertikalstreifen, Darstellung von blühenden Bäumen und Sträuchern, abwechselnd mit figurenbestellten 
naiven Landschaften. 
Marke: -. Chinesisch, K'ang Hi (1663-1722). 
Apoll und die Künste, Rundgruppe in Biskuit (H. 0,44 m). Apoll auf rundem hohen Postament 
mit Blumengehängen, daneben vier weibliche Gestalten als Symbole von Musik, Plastik, Architektur und 
Malerei. Das Ganze auf runder, naturalistischer Sockelplatte. 
Marke: -. Um 1800. 
S2 Z w e i t e s V0 r z i m m e r d e s L a n d g r a fe n (xVorzimmer nach dem Gardens: [1753], vSeräi 
Hochfürstl. Durchl. zweytes Vorgemachß [1788], ßCabinet des Kurfürstenx [1814], Ahnengalerie. L. 7,35 m, 
Br. 5,45 m, H. 4,75 m). 
Alter Bestand: 
wEine Boiserie wie pag. 18 (Erstes Vorgemach). 
Vierzehn Stück Fürstl. und Gräfliche Portraits, deren Rahmen wie pag. 18 (ebenda) beschaffen. 
Drey Superportes mit Kinderstücken. 
Zwey schwarz fein laquirte Indian. Eck:Comoden mit WassenVögeln bemahlt und messing vergoldeten getriebenen (so!) 
Zierrathen, worauf auf jeder eine, mithin Zwey bräunlich marmorne Platten. 
Ein Canape mit bleumourant Etoffen Überzüge nebst Matratze mit darinnen gewürckten diversen Sorten Blumen Bouquets 
mit klein blau gestriften Linnen Housse. 
lDie bisherigen Angaben, daß auch dieses Bild Tischbein zuzuschreiben sei (Brunner a. a. O., S. XXVIII, Norbert a. a. O.) sind 
irrtümlich. 
2 Georg de Marees, geb. 1697 in Stockholm, gest. 1776 in München. Bayrischer Hofmaler, 1745-1749 am Hofe des Kurfürsten 
von Köln in Bonn. (Paulus, der Bildnismaler George de Maräes, München 1913.) Vgl. auch das Porträt des Grafen v. Preysing 
und der Gräfin Hohnstein in Feulner, Bayrisches Rokoko, Taf. 115 und folgenden Vierfarbendruck. Nach v. Mering, Geschichte 
der Ritterburgen usw. Heft 6, S. 72 malte er 1752 das Porträt Wilhelms VIII. Daß der Maler sich längere Zeit in Cassel auf: 
gehalten hat, geht aus dem Briefwechsel Wilhelms VIII. mit dem Baron v. Häckel hervor. Wilhelm schreibt am 11.11.1752 
an Häckel: wDer Mahler des Marets ist hier angekommen und ist mit Ihro Hoheit Portrait (erste Gemahlin Friedrichs II.) fast 
fertigß Dieses Porträt ist leider zurzeit noch verschollen. Am 16. 6. 1753, als Häckel gefragt hat, ob er den Maler Junker zum 
Kopieren der alten Niederländer senden soll: wund ohne dem habe den jungen Cramer welcher unter der disciplin des Des 
Marets einige so schön copiret, daß man fast von denen Originalen keinen Unterscheyd finden kanxs Häckel an Wilhelm 
am gleichen Tage: vMr. Desmares wie ich höre, ist abgereißtß Das Bild könnte allerdings in diesem Jahre des jugendlichen Alters 
der Dargestellten wegen kaum entstanden sein. Es bleibt daher zu prüfen, ob die Dargestellte mit A. F. v. Spiegel identisch ist, 
oder ob das Bild bei einer späteren Gelegenheit entstanden ist. 
3 Abb. in Brunner a. a. O. 
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