Full text: Kreis Hofgeismar : Teil 1. Schloß Wilhelmstal (7)

BESTAND 
 
 
Stollenschrank (H. 1,615 m, Br. 1,09 m, T. 0,46 m). Zweitürig, mit 18 inneren Schubkästen. Glatte 
Flächen in Nußbaum mit Wurzelholzspiegeln. Weit ausladendes, scharfkantiges Abschlußgesims. Stollen 
einfach mit gehobelten Beinen und Kugelfüßen unter Querverbindung. 
Stempel: -. Casseler Arbeit. Um 1730. 
Schreibtisch (H. 0,755 m, Platte 1,64: 0,85 m). Rokoko mit geschweiften Beinen. Drei Schubkästen und 
niedriger Aufsatz in romantischen Formen mit Anklang an chinesische Vorbilder. Rotlackiert mit Gold: 
aufhöhung der Profile. 
Spiegel (H. 1,22 m, Br. 0,6 m), flachrundes Rahmenprofil, geschnitzt und vergoldet mit verschlungenen 
Bändern belegt, sowie mit Aufsatz und unterem Abschluß in Muschellaubformen. Frühes Rokoko aus 
der Bauzeit des ersten Flügels. 
In der Schranktür Kastenschloß (H. 0,095 m, Br. 0,195 m), innen Mantel aus Eisenguß mit Watteau: 
szenen, außen Bronzeguß mit Bandornamenten und zwei Meerjungfern. Um 1730. 
Schlafzimmer des Landgrafen (ErsteWohnung) (L.4,85 m, Br.4,50 m, 114,14 m). 
Bestand von 1788: 
vEine Zitzen Wand Bekleidung mit gros blätterich grünen Rancken und blumen} 
Ein Confessional Stuhl von dergl. Überzug und 
Vier Fauteuils Rück und Sitz auch Arm:Polster von dito, das Holtzwerck braun vernisirt mit ausgestochenen Blätgen. 
Ein groser Spiegel mit vergoldeten Rahmen, von durchbrochener BildhauenArbeit mit gläsernen Füllungen, auf dem Aufsatz 
ein Adler, mit einer im Mund tragenden Sonnenblume, hierunter 
Ein schvrarz braun mit messing fournirter Tisch dessen Blatt am Rand mit messingen Stab versehen, und oben auf mit Ebenholz 
und braunen Maaser mit messingen Adern Fries fournirt, der Fuß und Zarge aber mit braun gebeitzt Biembaum Holz und 
messingen Friesen belegt. 
Zwey Acht Candige Gueridons von der nemlichen Beschaffenheit wie der vorige Tisch. 
Ein Klein Trumeau und eine Landschaft über dem Camin in braun angestrichener Einfassung mit Bildhauer Arbeit. 
Zwey dergl. über den Thüren, verwüstete Gemäuer und Portals. 
Ein Camin, darinnen zwey Brandreitel ein jeder mit einem Knopf, eine Zange, eine Kluft. 
Zwey AufzielvFenster Vorhänge von Zitz, gleich der Tapete . . . 
Eine Himmel BethStelle mit allem Zugehör. 
Vier zitzene Vorhänge Ober: und Unter Falbuln, Rück und Kopfbrett Himmel Bekleidung gleich der Tapete, die Vorhänge 
mit grüng taft doublirt und seiden Band eingefaßt, darinnen (folgt Inhalt). 
Ein kleiner Camin Schirm mit einem gewürckten Blatt. 
Eine gelb vernisirte Bett Comode. 
Ein gelb vernis. Nacht Stuhl mit Zinnen Becken. 
Ein schlechter Tannen Tisch mit schwarz Wachs Tuch bezogenß 
Zwei Fenster nach Norden zum Park, zwei Türen in der Durchgangsachse von der Vorkammer zum 
Kabinett, eine zur Garderobe. Die beiden ersteren mit S uprap orten vom Maler Schütz (Größe und 
Art wie vor) und zwar: 
5. Stück. Auf derWestwand: Ruinenlandschaft mit gotischem Bogen, einem Jüngling, 
der auf Gebälkstück sitzend in den Anblick der Landschaft versunken ist. Daneben Frau in roter Schnürs 
taille und blauem Rock sitzend, die linke Hand auf einen verdeckten Korb gestützt, in Unterhaltung mit 
einem Manne in bräunlichem Gewande, der sich mit aufgestützten Armen zu ihr herunterneigt. 
6. Stück. Auf der Ostwand: Ruine mit vier Säulen und Gebälkstiick rechts im Bilde. 
Im Vordergrunde sitzend alter Mann mit gelben Kniehosen und blauem Manteltuch in Unterhaltung mit 
zwei jungen Burschen, einer in violetter Kniehose und roter Weste, die Hände auf eine Axt gestützt, ihm 
gegenübersitzend ein zweiter in gelbem Rock, stehend. I 
Wände mit niedrigem Holzsockel und Papiertapete aus dem 19. Jahrhundert (Bogenzeit) wie vor. 
Kamin (Br. 1,61 m), in der Mitte der Ostwand, Sandstein mit eingekröpften, runden Ecken, geschweifter 
Öffnung und Schlußsteinkartusche in der Mitte. Auf dem Schlot geschnitzte Boiserie, Spiegel und K amin e 
s t ü c k in geschweiftem und geschnitztem Rahmen zwischen ebensolcher Pilasterteilung. Das Ornament als 
lDie imjahre 1752 vom Kaufmann Sartorius für Amelienthal bezogenen Stoffe, wGrüner Genueser Sammetß und wGrüner Gros 
de Florences (Anh. Rechnungsbelege) sind demnach 1788 bereits durch den moderneren, bunt bemalten Zitz ersetzt. 
 
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