Full text: Kreis Hofgeismar : Teil 1. Schloß Wilhelmstal (7)

RÄUME 
Raum unter dem Vestibül (L.8,26 m, Br.6,07 m, 114,38 m). 
Rechteck, quer zur Achse mit abgestumpften Ecken, in denen nach Westen zwei kleine Fenster zu den 
Lichtschächten, nach Nordosten eine Segmentbogennische und nach Südosten der Zugang zur Treppe 
gelegt Sind- Die ZWiSChEhfßnSfer zum Gartensaal mit schräggestellten Laibungen, um sie sowohl in dem 
einen als auch in dem anderen Raume in die Achsen einrücken zu können. Zwei 1,16 m breite Türen 
in den Nord: und Südwänden als nordsüdliche Durchgangsachse. In der Mitte der Westwand ein Zugang 
zur Wasserhaltungsanlage. Wände mit Werksteinsockel. Die Decke gewölbt zwischen Gurtbogen, die mit 
flachen Stuckprofilen versehen sind. Türen mit Werksteingewänden. 
B a d (L. 6,95 m, Br. 5,4 m, H. 4,40 m). 
Zwei Fenster nach Norden, zwei Q_uerachsen mit drei Türen und einer wohl für Wandschrank bestimmten 
Nische. Ausgerundete Ecken nach Süden in der einen Tür, in der anderen Kam i n n i s ch e (H. 1,2 m, 
Br. 1,95 m), deren Marmorgewände, reich profiliert, mit Muschelornamenten und Blumenwerk prächtig dekoriert 
ist. Die Kaminöffnung im oberen Abschluß geschweift, Deckplatte desgleichen. Wände glatt, Decke, 
entsprechend dem Grundriß teils Klostergewölbe, teils Böhmische Kappe mit Stichkappen. 
In den Räumen verteilt: 
Ofen  2,12 m, Br. 0,71 m, T. 0,53 m). Rokoko. Gußeisen auf Tonfüßen mit ornamentalen und 
unkenntlich gewordenen figürlichen Reliefs sowie zweizügigem schwarzen Tonaufsatz, der oben brückenartig 
durch Rundbogen abgeschlossen ist. In den vertieften Spiegeln der Flächen belaubte Bänder. 
Bez.: -. Anscheinend Fabrikat der landgräflichen Gießerei in Rommershausen. Um 1740. 
Ofen  2,13 m, Br. 0,62 m, T. 0,44 m). Zopfzeit. Gußeisen mit geriffelten Flächen und antikisierenden 
Köpfen, auf Tonfüßen und mit ebensolchem Aufsatz, auf dessen Flächen sich schwebende Putten weiß 
vom grauen Grunde abheben. Vasenbekrönung verstümmelt. 
Bez- - 
Dferi  2,17m, Br. 0,79 m, T. 0,41 m). Gußeisen mit klassizistischen Reliefs auf Tonsockel. Im Tonaufsatz 
zwei Kochöffnungen. Reliefs wie vor. Breiter Akanthusfries und Giebelbekrönung mit ovaler, durch: 
brochen gearbeiteter Schale als Aufsatz. 
i Bez.: -. Um 1820. 
Zwei weitere Öfen aus der Zopfzeit unvollständig. 
LEIHGABEN IM LANDESMUSEUM. 
Fuldaer Tänzer und Musikanten, 24 Figuren zu einem Tafelaufsatz gehörig. 
l. V0 r t ä n z e r i n (H. 0,166 m) Tanzschritt nach vorn, Antlitz mit rhythmischer Neigung des Kopfes 
nach links gewandt, in den seitwärts erhobenen Händen bunte Blumengirlande. Weiter Reifrock mit gerafften 
Volants und Schleifenbesatz; Schnürtaille mit kurzen Ärmeln und Spitzeneinsatz am runden Ausschnitt. 
Nach links abwehender Tanzschleier, an Kopf und rechter Schulter angesteckt, wo auch die Schleife des 
Cotillonbandes befestigt ist. Das Kleid mit prächtiger Blumenranken: und Spitzenmalerei in Gold auf weißem 
Grunde, Tanzwimpel in dezentem Schwefelgelb, Blumen im Haar und am Busen bunt. Säulenstumpf auf 
glattem Postament als Stütze. Das" Ganze auf schnabelartig ausgeschweifter und verkröpfter Sockelplatte, 
deren auf drei Seiten entlang geführtes Profil ebenso wie das der Säulenbasis mit Gold aufgehöht ist. 
Girlande bestoßen und ergänzt. Blume im Haar abgefallen. 
Fuldaer Fabrikat um 1780. Nachbildung der gleichen Figur vom Modelleur Karl Gottlieb 
Liick in Frankental mit etwas schärfer gebrochenem Faltenwurf und anderer Bemalung. Originals 
Marke: form in Nymphenburg erhalten} Gestieltes Blatt am Postament der Säule, das in etwas 
anderer Form auch an einigen im Landesmuseum befindlichen Stücken von Fuldaer Geschirr 
wiederkehrt, anscheinend Malermarke. 
lDie Manufaktur von Nymphenburg hat die Modelle aus dem Nachlaß der Manufaktur in Frankental käuflich erworben.
	        

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