Full text: Kreis Hofgeismar : Teil 1. Schloß Wilhelmstal (7)

BESTAND _ 
 
 
schenkel aufgestützt. Blick des bärtigen Antlitzes auf das Buch gerichtet. Glatter Sockel. Weiße Glasur. Nach: 
bildung des Matthäus von Camillo Rusconi in der Kirche S. Giovanni in Laterano zu Rom (1711-1713). 
Marke: -. Meißner Fabrikat. Modelleur Kändler (1740). Stück der für Wien bestimmten Apostelserie} 
Stan d uh r (H. 0,63m, Br. 0,55 m). Das Uhrwerk getragen von einem Gerüst aus naturalistisch bes 
handelten belaubten Bronzeranken als Fassung von figürlichen Meißner Porzellanen. Das Ganze in um 
symmetrischem Aufbau, Parkszenerie mit Grotte und Treppe, vermutlich französischen Ursprungs. Das 
Zifferblatt mit der Inschrift rvEtienne Le Noir ä Parisrc. Die fest aufgekitteten Porzellane wahrscheinlich 
ohne Marke, doch als Meißner Fabrikate nachweisbar: 
1. Krinolinengruppe (H. 0,18 m) in der Mitte unterhalb des Zifferblattes, wLiebesgruppe in Spanischer 
Trachtsß, KändleraModell (um 1740). Der Kavalier in grüner geschlitzter Kniehose, rosaviolettem Rock mit 
Golddekor, weißer Halskrause und zitronengelbem Mantel, seine Dame am Arme führend. Diese in bunt 
bemaltem weißen Reifrock, kobaltblauem Unterkleid und roter, goldgemusterter Schnürtaille mit schwarzem 
Einsatz. Auf dem Sockel Streublumen und Laub. 
2. Lautenspieler (H. 0,125 m) sitzend in blauer Weste und weißem Rock nach links gewandt. Modß 
Nr. 451 von Peter Reinicke (Juli 1743). 
3. Zwei Figuren, Mohr (H. 0,13 m) und Mohrin (H. 0,13 m), links neben der durch Größe aus: 
gezeichneten Gruppe etwas erhöht stehend. Der Mohr in kobaltblauem Gewand mit rotem Schurz. Modß 
Nr. 116 von Kändler, mit falsch ergänztem rechten Unterarm, seine Gefährtin ModßNr. 660 mit bunt 
geblümtem weißen Kleide und weißer Haube, links einen Korb mit Früchten tragend, desgleichen. 
4. wStehendes Liebespaar aus der italienischen Komödiets  0,16 m, ModßNr. 230) in bunter Bemalung 
rechts neben dem Lautenspieler auf Postament. Anscheinend spätere Ausformung. 
5. Harlequin mit Katze (H. 0,12 m), ModßNr. 456 von Eberlein (August 1743), oberhalb des Ziffer: 
blattes in Rosenlaube, mit Katze spielend. Bunt kariertes," grünes Wams und weißes Beinkleid. Rechter 
Unterarm und linker Zeigefinger abgestoßen. 
6. Knabe mit Blumen (H. 0,12 m), wFrühlingcr ModßNr. L. 94 von Kändler (1741, wnochmals neu 
inventiert und auspoußieret im Juli 1770m), sitzend in reicher Bewegung auf Postament, links neben der 
Laube. Rechter Arm abgestoßen. 
7. Mädchen (H. 0,14 m) mit Schnittblumen in Schürze und in Bündel auf dem Kopfe. Bürgerliche 
Tracht mit grünem Rock und gelbem Schnürleib und rosarotem Jackett. Rechter Arm und linke Hand 
ergänzt. Die Figur später nachgefügt. 
8. Figur aus der Grotte unterhalb des Mohrenpaares verloren gegangen. 
S c h r e i b z e u g (H. 0,13 m, Br. 0,25 m, T. 0,165 m), Steingut in schlichten Formen der Zopfzeit mit 
zwei Gefäßen für Tinte und Streusand. Gelblich weiße Glasur. 
Marke: -. Wahrscheinlich Casseler Fabrikat. 
S c h r e i b k a b i n e t t d e r S ü d w o h n u n g (Papageienkabinett, Kabinett der Katharina von 
Württemberg). (L. 5,90 m, Br. 5,10 m, H. 5,35 m)? 
Alter Bestand : 
vEine verd de pommes farbige Boiserie so mit bunten Blumen und Vögeln geziert und vergoldet. 
Zwey Superportes, in geschnitzt vergoldeten Rahmen mit der Geschichte des Telemaque. 
1 Eintragung in den Fabrikakten (Acta von Febr. 1740): wDen Apostel Sanct Mathaeum ebenfalls in Thon angefangen zu pouse 
sieren, wie er ein Buch in Händen hält und mit den rechten Fuß auf einen gefüllten Geldsack ruhet. Es ist aber noch etwas 
zu fertigen bis in Monat Martio übrigbliebenxs Zimmermann, Meißner Porzellan, Leipzig 1926, Abb. 36. 
2 S. Zimmermann, Meißner Porzellan a. a. O., Tafel 50. 
3 Dieses Zimmer war bei der Instandsetzung unter Wilhelm II; zunächst zum Schlafzimmer bestimmt, und zwar sollte das wBlau-e 
Bett von Wilhelmshöherc nebst den dazu gehörigen Möbeln in dieses Zimmer kommen. Das Bett ist dann indessen nicht, wie 
bereits oben gesagt wurde, hierhin, sondern in das Schlafzimmer der Landgräfin gestellt worden. Da das Rote Schreibzimmer 
dem Kurfürsten bei jagdaufenthalten mehrfach als Wohnzimmer diente, ist das Eckkabinett zeitweise als Schlafzimmer benutzt 
worden. 
 
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