Full text: Kreis Hofgeismar : Teil 1. Schloß Wilhelmstal (7)

BESTAND 
 
 
Tafel 101 
Stempel: -. Wahrscheinlich Arbeit des Kunsttischlers David Roentgen. Der aufgebogene und mit Fournier: 
fase versehene untere Rand sowie die Bocksfüße wiederholen sich an einer Schreibkommode im Landes: 
museum in Darmstadt, welche in ihren Profilierungen ganz gleichartig behandelt ist. Diese ist als Arbeit 
Roentgens nachgewiesen} 
Straßburger Schrank (H. 1,45 m, Br. 1,05 m, T. 0,48 m). In Grund: und Aufriß kommodenartig ge: 
schweift, zweitürig auf Füßen, mit reichen Intarsien, Nußbaum mit Mahagoni und Ahorn auf Eiche. 
Flächen mit eingelegten Blumenranken und lorbeerumkränzten Medaillons. In diesen prächtig geschnittene 
antikisierende Profilköpfe, drei auf den Türen und einer auf jeder Seitenfläche. Über den Medaillons 
grob gearbeitete Schleifen in Bronze, mit Bronzenägeln auf dem Fournier befestigt. Unter der Platte konsol: 
artige Beschläge mit Köpfen und Girlanden. Platte aus weiß geadertem gelben Marmor (Gallo Antico) mit 
eingelegtem Spiegel in braungeflecktem Material (Breggia). Im Innern des Schrankes Fächerteilung sowie 
drei große und sechs kleine Schubladen. Nach 1822 eingebracht. 
Stempel: -. Deutsch. Um 1770. 
Kristallkrone (D. 0,90 m), achtarmig mit großer geschliffener Kugel nach unten endigend, besonders 
reich in ihren Gehängen und Aufsätzen, sonst wie im Vorzimmer des Landgrafen. 
Zwei Paar zweiarmige Wandarme (H. 0,47-O,48 m), Rokoko, in Goldbronze, als Blütenzweige in 
naturaliftischer Auffassung. Varianten derjenigen im Speisesaal. Arbeiten Falkeisens nach dem Entwurf Nahls. 
Brandreitel (H. 0,40 m, Br. 0,78 m), zweiteilig, Eisen mit Bronzevorsatz, Balustrade zwischen vasen: 
beftellten Poftamenten reich mit klassiziftischen Laubranken belegt. Unter Wilhelm II. eingebracht. An: 
scheinend zu den Möbeln aus Wilhelmshöhe gehörig. Dazu Feuerzange und Feuerschaufel mit Bronze: 
knöpfen in Rokokoformen. 
Stempel: -. Casseler Arbeit, vielleicht der Familie Falkeisen zuzuschreiben. 
Porträt des Landgrafen Wilhelm VIII. (H. 1,34 m, Br. 1,06 m). Kniestück stehend, halb nach links 
gewandt, den Marschallstab in der Rechten auf die Marmorplatte eines geschnitzten Tisches gestützt, den 
linken Arm auf die Lehne eines Armstuhls. Allongeperücke. Goldgestickter roter Rock und weiße Weste, 
blaues Band und Stern des Polnischen weißen Adlers. Schlichter Goldrahmen in Zopfcharakter. 
Bez.: Kopie eines unbekannten Orginals? 
Porträt des Landgrafen Friedrich II. (H. 1,93 m, Br. 1,32 m), Kniestück, stehend in Landschaft nach 
links, Blick auf den Beschauer. Marschallstab in der Rechten auf eine Rasenbank, linke Hand auf die 
Hüfte gestützt. Ultramarinblauer Rock mit roten Aufschlägen und Silbertressen, zitronengelbe Weste, eben: 
solches Beinkleid. Auf der Rasenbank liegend rosaroter Hermelin mit schwarzem Dreimaster. Volles 
frisches Antlitz mit blauen Augen und weißer Zopfperücke. Kobaltblaues Band des Hosenbandordens, 
orangegelbes Band des Schwarzen Adlerordens, beide mit zugehörigen Sternen. Karmesinrotes Band des 
Goldenen Löwenordens auf der rechten Schulter hängend, zugehöriger Stern auf dem Hermelin. Kreuz des 
Ordens Pour la vertu militaire. Landschaft mit Baumkulisse und Ausblick in Ebene mit übender Kavallerie. 
.Mehrfach wiederholtes treHliches Bild in geschnitztem und vergoldetem Rokokorahmen, mit Eck: und 
Mittelkartuschen. Nach 1822 eingebracht. 
Bez: w]. H. Tischbein l773.(( 
Porträt der Landgräfin Philippine, zweiter Gemahlin des Landgrafen Friedrich II., geb. Prinzessin von 
Brandenburg:Schwedt. Gegenstück des vorigen. Größe wie vor. Kniestück, sitzend vor einem Tisch nach 
rechts, Blick auf den Beschauer. Linker Ellenbogen aufgestützt, die Rechte mit Fächer im Schoße ruhend. 
Stahlgraues Kleid von geblümter Seide mit Spitzen: und Bandbesatz neben purpurrotem Hermelinmantel 
vor dem Kobaltblau des Polsters, der Tischdecke und der Draperie. Schnürtaille mit Spitzenriische um 
den runden Ausschnitt. Schmales Antlitz, mit blauen Augen und scharf profilierter Nase, höfisch lächelnd. 
lNach frdl. Mitteilung des Herrn Dr. Hans Huth, Berlin. 
2 Die Auffassung von Bahlmann (a.a. 0., S. 12), daß dieses Bild die beste Fassung des Tischbeinschen Porträts von Vrilhelm VIII. sei, 
ist irrtümlich. Das Bild ist als Original Tischbeins nicht anzusprechen. 
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