Full text: Kreis Cassel-Stadt : Text, Teil 2 (6)

Grabstein der Anna Rebecca Mensing, geb. Schwartz, geb. 23. Okt. 1746, gest. 10. Dez. 1803, 
und ihres Ehemanns, des Hofvergolders Joh. Heinr. Mensing, geb. 27. Mai 1740, gest. 20. Aug. 1808. 
Rechteckige Sandsteinplatte, stehend, mit seitlichen Pilastern und Bekrönung aus Giebel und Akroterien, 
im Giebelfeld Schmetterling, auf Rückseite Urne, im Giebelfeld Sanduhr. Gezeichnet „SEUSSlNG. 
FEC." Breite 0,96 m, Höhe 1,73 m. 
Grabstein des David Müller, Steinmetzmeisters, geb. 23.Mai 1735. Quadratischer Sandsteinobelisk, 
abgestumpft, mit Resten einer Bekrönung, auf gegliedertem Unterbau, am Unterbau Schrifttafel mit 
Giebel, darüber Urne. Breite 0,94 m, Höhe 2,44 m. 
Grabstein des Johannes von Mueller} geb. zu Schafhausen 1752, gest. zu Cassel 1809. Marmor- 
platte, stehend, auf Stufenunterbau, mit halbkreisförmigem Giebelfeld mit Hauptgesims und Akroterien, 
zwei seitlichen allegorischen Figuren, Porträtbüste im Giebelfeld und der Inschrift „WAS THUKYDIDES 
HELLAS TACITUS ROM, DAS WAR ER SEINEM VATERLANDE", am Sockel „DIESES GRAB- 
MAL SETZTE DER BEWUNDERER SEINER GESCHICHTSWERKE KOENIG LUDWIG l V: 
BAYERN." Gezeichnet „F. BRUGGER FEC. MÜNCHEN". Breite 1,50 m, Höhe 3,40 m. 
Grabstein des Johann Conrad Nagell, Ratsverwandten, Kauf- und Handelsmanns, geb. 14. Febr. 
1733, gest. 5. April 1796, und seiner Ehefrau Anna Margaretha, geb. Boettner, geb. 4. Nov. 1745, 
gest. 27. Okt. 1817. Rechteckige Sandsteinplatte, liegend, mit Segmentbogenabschluß, zwei ovalen 
Schrifttafeln, am Kopfende Handelsmarke mit IC N in Lorbeerkranz zwischen Urnen, am Fußende 
gekreuzte Fackeln. Breite 1,12 m, Höhe 2,24 m. 
Grabstein des Jean Jaques de la Porte, Pastors der beiden französischen Kirchen zu Cassel. 
geb. 16. Dez. 1721, gest. 22. Mai 1788. Sandsteinsäule, kanneliert, mit Urne, auf quadratischem 
Sockel. Lateinischer und französischer Text? Breite 0,95 m, Höhe 3,40 m. i 
Grabstein des Johan Wolffgang Reitgeld, Weinhändlers, geb. zu St. Georgen Gmündt im 
Anspachischen 10. Sept. 1720, gest. zu Cassel 8. Aug. 1755, und seiner Ehefrau Catharina Sophia, 
geb. Ritter, geb. zu Hersfeld 25. Nov. 1728, gest. zu Meinbressen 25. Mai 1804, begr. zu Cassel 
27. Mai 1804. Sandsteinplatte, stehend, mit geschweifter Bekrönung und Rokoko-Ornamentum- 
rahmung für die Schriftfläche. Breite 1,12 m, Höhe 2,00 m. 
1 Johannes von Müller erhielt erst verhältnismäßig spät ein Denkmal. Der Verfasser der Garküche, S. 16, der die Armut Cassels 
an Denkmälern überhaupt beklagt, hebt 1814 hervor, daß „nicht einmal ein Grabstein die Asche des Johannes Müller bedeckt". Gundlach, 
Müller, S. 226: „Die westfälische Regierung, der er sein Leben geopfert, hat ihm kein ehrendes Denkmal gesetzt - ja, erst ,nach drei- 
jährigem geheimen Widerstande von Seiten hoher Personen zu Cassel' gelang es Müllers Bruder, ein einfaches Denkmal auf sein Grab setzen 
lassen zu dürfen." Lobe, Wanderungen S. 88, bemerkt 1837, daß „ein kleiner einfacher Würfel, kaum die Höhe des Grases überragend, 
die Gebeine des großen Geschichtschreibers Joh. von Müller deckt. König Ludwig von Bayern soll, einem früheren Gerüchte zufolge, den 
Platz noch als Kronprinz angekauft haben, um daselbst ein dem großen Manne würdiges Denkmal errichten zu lassen, es ist aber bis jetzt 
noch nicht zur Ausführung gekommen." Die Ausführung des jetzt stehenden Denkmals erfolgte nach Rommel, Erinnerungen aus meinem 
Leben, in Bülau, Geheime Geschichten V S. 486, im Jahre 1851. Per. Blätter f. d. Mitgl. d. beiden hist. Ver. d. Großherzogth. u. d. 
Kurfürstenth. Hessen 1851 S. 312: „Zusammenkünfte der Mitglieder zu Cassel. 10. September. Director v. Rommel machte Mittheilungen 
über das Denkmal, welches von Sr. Majestät dem Könige von Baiern gegenwärtig auf dem hiesigen alten Todtenhofe über dem Grabe 
Johannes von Müller aufgerichtet wird. Es wird nach dem Entwurf des Ceheimen-Raths v. Klenze, mit der Büste des großen im Jahre 1809 
zu Kassel verstorbenen Geschichtsschreibers, und den beiden Figuren der Geschichte und der Gerechtigkeit geziert, zur Unterschrift die 
Worte enthalten: „Was Thucydides Hellas, Tacitus Rom, War er seinem Vaterland." Gundlach, Müller S. 226: „lm Beginne des Frühlings 
1852 ließ König Ludwig I. von Bayern auf dem Casseler Friedhofe an der Stelle, wo Müllers Gebeine ruhen, das durch den Münchener 
Bildhauer Brugger entworfene und ausgeführte Denkmal errichten. Man sieht oben unter dem rundbogigen Frontispice auf einem Tragsteine 
die wohlgetroifene Büste Müllers, darunter rechts und links an den Seiten des Denkmals die Gestalten der Astraea und der Clio, diese mit 
Griffel und Rolle, jene mit einem Eschenzweige, dem Sinnbilde der Stärke, und der Wage der Gerechtigkeit, beide - gleich der Büste - 
aus weißem Tiroler Marmor aus den Brüchen bei Schlanders. Die Mitte des Denkmals nimmt die vom Könige selbst verfaßte Lapidar- 
inschrift ein." Knabe, in Hessenland XXIII S. 149 ff. Abbildung des Denkmals in Illustrierte Zeitung 1852 S. 161. Entwurf zum Denk- 
mal, Steindruck, im Denkmälerarschiv Cassel. Vgl. Kopfbild auf S. 816. 
1 Nach Gerland, Du Ry S. 134, stammt der Entwurf .zu dem Denkmal von S. L. du Ry. Eine Aquarellskizze des Friedhofes 
(Denkmälerarchiv Cassel), die das Denkmal in bevorzugter Darstellung wiedergibt und die Unterschrift „Monument eleve dans le Cimetiere de 
Cassel a la Memoire de M. Jean Jaques de La Porte" trägt, zeigt die Signierung „Du Ry inv." 
Tafel 501, 3 
Tafel 502, 5 
Tafel 497, 1 
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105' 

	        

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