Full text: Kreis Cassel-Stadt : Text, Teil 2 (6)

Haus Nr. 21. Westlicher Teil. Eigentümer 1605 Hieronymus Oring (Orinck)? Untergegangen. Neubau. 
Steinbau, 3 Achsen, 3 Geschosse, mit verzahnten Eckquadern. Giebel, mit verzierten Volutenwangen, 
Gebälk und Dreiecksbekrönung. Barock. 
Östlicher Teil. Eigentümer 1605 Hans von Senden (Sendten)? 1688-1868 Apotheke „Zur güldnen 
Sonne",3 1868-1885 Sonnenapotheke. Erster lnhaber der Apotheke Heinr. Wilh. Vogelsang, dem am 
6. März 1688 das Privileg von Landgraf Karl erteilt war. Darauf durch vier Generationen im Besitz der 
Familie Wild. Eigentümer 1868 Louis Zeddies, 1885 Wilh. Wolf, der 1886 die Apotheke in das Haus 
Hohenzollernstraße Nr. 31 verlegte} Geburtshaus Dortchen Wild's, der Gattin Wilhelm Grimms Fach- 
werk, später verputzt, 6 Gefache, 4 Geschosse, mit gekehlten Knaggen am auskragenden Quergebälk. 
Gotisch. Dachhaus, mit Giebel, später. Treppe; Pfosten, achteckige Säule auf quadratischem gequaderten 
Sockel; Docken gequadert und gedreht. Renaissance. Sonne, im Türoberlicht, und Sonne, als Uhrziffer- 
blatt, beides Flachrelief und vergoldet, jetzt im Hause Hohenzollernstraße Nr. 31. Marmortafel über der 
Haustür mit der Inschrift „ln diesem Hause befand sich die Sonnen-Apotheke 1688-1885". Standgefäße, 
Holz, mit dem Emblem der Sonne, jetzt im Hause Hohenzollernstraße Nr. 31. 
Tafel448ß Haus Nr. 22. Eigentümer 1605 Gerhard Lindeloß Wendeltreppe, Holz, mit runder profilierter Spindel, am 
Fuße Löwenkopf. Renaissance. 
Haus Nr. 23. Wohnung des Bildhauers Joh. Christ. Ruhlß 
Haus Nr. 26. Eigentümer 1605 Gerhard von Lintz' Witwe, 1610 Hermann Walter, dem um diese Zeit auch 
die beiden Nachbarhäuser Marktgasse Nr. 28 und Wildemannsgasse Nr. 22 gehörten} 1768 Blech- 
schmiedemeister Ruprecht, 1849 Blechschmiedemeister Joh. Ad. Henkel} jetzt Dora Steinbach. Erd- 
Tafej417ß geschoß und 1. Obergeschoß Steinbau, mit Simagurt über dem 1. Obergeschoß. Haustür, mit toska- 
nischen Pilastern, Rundbogen, Diamantquadern und Deckgesims auf schlanken Volutenkonsolen, in den 
Bogenzwickeln Beschlagornament. Ladenfenster, mit Korbbogen, früher mit vortretender Sohlbank und 
Vorbau. Fenster im 1. Obergeschoß, rechteckig, mit profilierten Gewänden und mit Rosettenband am Ge- 
j wände. 3., 4. u. 5. Obergeschoß Fachwerk, 4 Gefache, später verputzt, mit auskragendem Quergebälk, 
MMOOI, später verkleidet. Wendeltreppe, Holz, mit angearbeiteter runder Spindel, Stufen mit Schneckenanschnitt. 
Neben Treppenhaus Schacht mit oberer Durchlaßklappe zum Aufziehen des Hausrats. Renaissance. 
Haus Nr. 27. Eigentümer 1605 Bürgermeister Thomas Nadler.9 
Haus Nr. 31. Eigentümer 1605 „Meister Jost geweßener hofmahler wittweüm Fachwerk, später verputzt, 4 
Geschosse, mit gekehlten Knaggen am auskragenden Quergebälk. Gotisch. Mansardgiebel. 
Haus Nr. 33, Eckhaus Judenbrunnen. Eigentümer 1605 Johann Ebel (Ebell).11 Untergegangen. Neubau 1642." 
Apotheke „Zum güldenen Hirsch", vermutlich 1642 gegründet, jetzt Hirschapotheke. Eigentümer Ende 
6 
1 Häuserverzeichnis v. 1605. Stadtarchiv Cassel E . K 3 . 
K 36. Nebelthau, Gebäude S. 42, wo Hans von Senden als Hanse- 
16 u 
2 Häuserverzeichnis v. 1605. Stadtarchiv Cassel E 16 u. 
grebe bezeichnet wird. 
8 Rogge-Ludwig, Kassel, S. 267: „Nach einer Notiz Landaus, wonach in einer Urkunde aus dem Jahre 1673 ein auch mit Tabak 
handelnder Apotheker Jakob von Dohren erwähnt wird, der mit seinem Hinterhaus auf die Herrngasse (die jetzige Wildemannsgasse) stößt, 
ist anzunehmen, daß dessen Apotheke sich in dem Sendenschen Hause befand, da dies noch jetzt mit einem ansehnlichen Theile des Hinter- 
gebäudes des Hauses, in welchem damals der Handelsherr Hieronymus Schönauer aus Basel wohnte, der Fall ist." 
4 Hessenland XXVll S. 59. Rogge-Ludwig, Kassel S. 268. 
5 Häuserverzeichnis v. 1605. Stadtarchiv Cassel E 16 u. K 36. - ' Woringer, in Hessenland XXX S. 323. 
7 Häuserverzeichnis v. 1605. Stadtarchiv Cassel E 16 u. K 36. 
3 Kataster. Brandversicherungs-Anstalt Cassel. - 9 Häuserverzeichnis v. 1605. Stadtarchiv Cassel E 16 u. K 86. 
l" Häuserverzeichnis v. 1605. Stadtarchiv Cassel E 16 u. K 36. Gemeint ist wohl der Maler Jost vom Hoff, der 1592 starb. 
Brunner, Cassel S. 136, nimmt an, daß das Haus vom Maler Kaspar van der Borcht bewohnt wurde. 
" Häuserverzeichnis v. 1605. Stadtarchiv Cassel E 16 u. K 36. 
" Nebelthau, Gebäude S. 34. Rogge-Ludwig, Kassel S. 266. Kropf, Alt-Cassel S. 146: „lm Keller soll ein unterirdischer Gang 
nach der am westlichen Ausgang der Marktgasse auf dem Martinsplatz stehenden Martinskirche sich befinden; eine Verbindung mit dem 
Nachbarhaus besteht ebenfalls, außerdem sind noch ein hohler Raum im Zwischenstock ohne Lichtzutritt und versteckte, durch Druck zu 
öffnende Türen bemerkenswert". 
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