Full text: Kreis Cassel-Stadt : Text, Teil 2 (6)

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Gebäude. Qääägää QQQ 
lm Haus Nr. 3 Wohnung des Hofmalers Prof. Burg} 3 symmetrische Einzelhäuser (Pavillons), in gleichen 
Abständen von einander, in den Achsen der gegenüber liegenden Garde du Corps-Kaserne gelegen und 
durch Mauern verbunden. Steinbauten, 5 Achsen auf den Vorderfronten, 3 Achsen auf den Seitenfronten, 
2 Geschosse, mit Ecklisenen. Schwaches Risalit der Mittelachse auf den Vorderfronten. Haustür, mit 
Segmentbogen, Schlußstein, Ohren und Bekrönung mit kurzem geraden Deckgesims. Mittelfenster im 
Obergeschoß mit Giebel. Dachhaus über den Mittelachsen, mit seitlichen Voluten und Giebel. Haus Nr. 6 
mit Hinterflügel? Barock. Häuser Nr. S4 u. 6 jetzt um 2 Geschosse erhöht. Haus Nr. 3 vollständig 
entstellt. Die Lücken zwischen den Häusern durch Neubauten ausgefüllt. 
Garten hinter den Häusern, von der Wilhelmsstraße und Fünffensterstraße begrenzt und bis an die 
Grundstücke der Königsstraße durchgehend, vom Wohnhaus Wittorfs, Königsstraße Nr. 17, zugänglich, 
rechteckig aufgeteilt? jetzt zum Teil verbaut. Einfahrtstore in den Mauern am Garde du Corps-Platz, mit 
Pferdeköpfen als Bekrönungen auf den Torpfeilern, jetzt verschwunden} 
Gartenstraße. 
H a u s N r. 2174. Gartenhaus. Grundriß quadratisch. Fachwerk, verputzt, eingeschossig. Mansarde, mit Gauben. Barock. 
Georgenstraße. 
Haus Nr. 1. Französisches Hospital. Später in Privatbesitzß Wohnung des Oberbaurats Georg Friedr. Lange 
und des Archivars Georg Landauß 
Haus Nr. 2. Grundstück um 1720 bezeichnet als „Maison des pouer." Eigentümer 1807 Weißbinder Joh. 
Hiebenthal's Erben? Steinbau, 5 Achsen, 3 Geschosse. Barock, überarbeitet. Palmetten- und Akanthus- 
fries über dem Erdgeschoß. Klassizistisch. 
Graben. 
Haus Nr. 1,9 Eckhaus Schloßplatz. Architekt W. Vernuckenfo Eigentümer 1605 Hans Pfennigs Erben, 1610 
Valtin Wolf," 1767 Kammerdiener Joh. Gissot, 1806 Schwertfeger Martin Semmlerßg 1866 Optiker Viktor 
1 Adreßbuch 1819. 2 Abb. d. Garde du Corps-Platzes. Tuschzeichnung von G. Stietz 1791. Landesbibliothek Cassel. 
s Stadtplan v. Selig 1781. Nach Engelhard, Erdbeschreibung I S. 86, bestand die Baugruppe „aus dreyen gleichen Pavillonen, 
die mit Mauern zusammengefüget sind, hinter welchen sich zierliche Gärten befinden". 
4 Zwei der Pferdeköpfe befinden sich am Hause Bergstraße Nr. 681,4. 
"' Vgl. Abschnitt „Französisches Hospital. Hospital in der Georgenstraße" S. 253i 6 Adreßbücher. 
7 Stadtplan um 1720. Vgl. auch das anstoßende Haus Frankfurter Straße Nr. 23. s Kataster. Brandversicherungs-Anstalt Cassel. 
" Nebelthau, Gebäude S. 31: „Die beiden Semmlefschen Häuser vor dem Schloß und auf dem Graben (Graben 3) fallen in die 
Zeit von 1610, sind aber im Häuserverzeichnis von 1610 in ihrer neuen Gestalt noch nicht erwähnt, mithin zweifellos erst nach der Zeit 
erbaut. Die Besitzer haben immerfort gewechselt, und es scheint daher, daß es von Anfang an Miethäuser, wie man es damals nannte, 
Speculationsbauten, in nächster Nähe des Schlosses gewesen sind, die aber doch stets nur im Ganzen und nur für eine Reihe von Jahren 
verpachtet zu werden pflegten". ' 
1" Brunner, Vernucken S. 71: „Vernucken starb zu Weihnachten 1607 und wurde am 26. Dezember begraben. lrn November des 
folgenden Jahres wenden sich seine Kinder und Erben an die fürstliche Kanzlei zu Kassel und verklagen den derzeitigen Rentschreiber Valten 
Wolff daselbst, ihnen einen Nachstand von seiner neugebauten Behausung und daran verfertigter Steinmetzenarbeit schuldig zu sein. Indem 
wir die ersten ergebnislosen Schritte der Kläger übergehen, heben wir nur aus deren letzter Eingabe vom 26. April 1609 den Hauptpassus 
hervor, der lautet: (Euer etc. werden sich zu erinnern wissen) ,was gestalt wir kegen Valten Wolffen, jetzigen Fruchtschreiber, wegen eines 
Bawes und daran von unserm Vatter seligen M. Wilhelm Vernucken gefertigten Steinmetzenwergks, welches sich an die 4. oder 500. fl. 
belauft, wir aber nicht mehr befinden alß 140 fl., welche unser Vatter sel. darauf empfangen, uns underthenig beclagf, u. s. w. Valten Wolff 
kann nicht dartun, daß er mehr bezahlt hätte; sie bitten um Bestellung von Sachverständigen und Termin, worauf an Schultheiß, Bürger- 
meister und Rat die Sache zum Bericht weitergegeben wird. Nun besaß nach dem Häuserverzeichnis vom Jahre 1605 Valentin Wolff damals 
ein Haus auf dem Graben im Quartier P, neben dem Eckhaus, welches Hans Pfennigs Erben gehörte und das heute die Nummer Graben 1 
trägt. Im Jahre 1610 besitzt Wollf, wie die Nachträge in obigem Häuserzeichnis ergeben, beide Häuser, er hat also auch das Eckhaus von 
den Pfennigschen Erben in der Zwischenzeit dazu erkauft. Ein anderes Häuserverveichnis von 1623 nennt als Eigentümerin der Häuser die 
Witwe des Valtin Wollf, der inzwischen verstorben ist. Beide Gebäude, welche die Nummern Graben 1 und 3 führen, gehören noch heute 
zusammen. Es liegt klar auf der Hand, daß Wollf, nachdem er zwischen 1605 und 1610 auch das Eckhaus in seine Hand gebracht, beide 
Häuser wenigstens nach der Giebelseite zu durch Wilhelm Vernucken hat umbauen und dem Geschmacke der Zeit anpassen lassen. Nament- 
lieh ist die schöne Tür des Eckhauses unzweifelhaft dessen Werk". 
" Häuserverzeichnis v. 1605. Stadtarchiv Cassel E 16 u. K 36- 
" Nach Piderit, Cassel S. 503, „der letzte seines Kunsthandwerkes in Cassel". 
Tafel 36, 2 
Tafel 398, 4 
Tafel 62, l 
Tafel 442, 8 
Tafel 32,1, 47,2, 
48-60, 51,2 
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