Full text: Kreis Cassel-Stadt : Text, Teil 2 (6)

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Tafel 303,1 
des Kanzleiflügels jedoch zweimal von Eckquadern des älteren Teiles überbunden wird; zwei andere Steine 
sind als Widerlager für weitgespannte Entlastungsbögen zugerichtet worden. Der Unterbau eines hier hoch-a 
gebrachten Ziergiebels ist ein wenig nach rechts über diese Mauernaht versetzt. 
Bis zum Ansatz der Klostergebäude läuft das Hauptgesims des Kanzleibaues auch über die Anbauten 
in gleicher Höhe fort. Dort erst springt es ein Stockwerk tiefer und endet bereits an dem Eckhaus der 
Brüderkirche, wo es auch seine Form aufgibt und in ganz veränderter Gestalt ein Stockwerk über der bisher 
inne gehaltenen Höhe .unter der Traufe eines Mansardendaches verschwindet. Eine Horizontalschicht, die infolge 
von Materialwechsel sich hier deutlich unter den Entlastungsbögen des zweiten Geschosses abhebt und die 
breiten schlicht umrahmten Fenster des obersten Stockwerkes, die an der Westseite nicht einmal mehr den 
Achsenstellungen der unteren Geschosse folgen, lassen auf einen späteren Aufbau schließen, gleich- 
wie am Klosterflügel in einigen noch wahrnehmbaren vermauerten Bögen, einer links am Brunnen schwach 
heraustretenden Mauerkante und der eigenartigen Frontknickung des Gebäudes ehemalige Klosterreste vor- 
liegen können} 
Eine ähnliche Horizontalmarke wie am Eckhaus an der Brüderkirche kann auch das gegenüber liegende 
Kanzleihaus über den Entlastungsbögen des ersten Obergeschosses aufweisen; sie beginnt am Treppenturm und 
endigt am Eckausbau. Da aber das Mauerwerk in Material und Bearbeitung keine Abweichung zeigt, wird 
dieser Marke kaum eine größere Bedeutung zugesprochen werden dürfen. 
Die Fenster des Gebäudes sind bis auf wenige nicht mehr in der ursprünglichen Form erhalten. Aus- 
brüche und Zumauerungen haben diese wichtigen Bestandteile der Fronten erheblich verändert und das Aussehen 
der Gebäude schwer geschädigt. Doch vermitteln die gut erhaltenen Außenseiten des Kanzleiflügelse noch einen 
Begriff von dem würdevollen und prunklosen Aufbau der gesamten Anlage. Ä 
Der heutige Zustand ist der folgende. Sämtliche Fenster mit Ausnahme derjenigen am Kanzleibau 
haben, so weit sie erhalten sind, Kehlprofilierungen, die am Kanzleibau und in den Zwerghäuschen Karnis- 
profile. Sie sind stets als oblonges Rechteck geschnitten und zu zweien gekuppelt. Ihre Größe ist im Eckhaus 
an der Brüderkirche und im anschließenden Klosterflügel übereinstimmend. Verschieden von ihnen und zwar 
kleiner scheinen diejenigen im Mittel- und Erweiterungsbau gewesen zu sein. Nur die Fenster des obersten 
Stockwerkes sind auf uns gekommen. Alle anderen sind neu. Größer als alle übrigen Fenster sind die an der 
Kanzlei, sowohl in der Höhe wie in der Breite. Vor den doppelten Fenstern des Erdgeschosses ist das eine 
meist als Tür ausgebildet. Die kleinen Fenster dicht links am Treppenvorbau sind später eingesetzt. Die 
Achsenteilung blieb unberührt. Das Eckhaus an der Brüderkirche weist in den beiden unteren Geschossen 
sechs bezw. fünf Fensterachsen auf der westlichen Längsfront auf. Die südliche Schmalfront besitzt drei Achsen. 
Die Hinterseite ist entstellt durch das Fachwerk eines Treppenvorbaues; zwischen den noch sichtbaren beiden 
Achsen der unteren Geschosse ist eine dritte mit einem Schmalfenster eingeschoben. In der Höhe des ersten 
Geschosses lugt eine Kopfkartusche aus dem Mauerwerk hervor. Die südliche Gebäudewand des zweigeschossigen 
Klosterflügels hält sechs Achsen. Über der zweiten, vierten und sechsten ist je ein Zwerghäuschen angeordnet. 
Unmittelbar am Gebäudewinkel liegt die" Achse der Treppenlichteinschnitte. Die hintere Hofseite ist durch die 
Umbauten im Jahre 1882 völlig entstellt und daher bedeutungslos. Sie umfaßt sieben Achsen, von denen nur 
die äußerste an dem Treppenvorbau erhalten - ist. Von hier aus gelangte man früher in das Innere; heute 
liegt der Eingang in der folgenden Achse. Die, Hoffront des Mittelbaues zählt fünf Achsen. _l_n der zweiten 
Achse befindet sichjdie Torfahrt, im Dach ein Aufbau mit Doppelfenster und Giebel. Ebensowie dieser sind 
die Aufbauten in der vierten und fünften Achse ausgefallen. Die entsprechende Front an der Kettengasse 
entbehrt der einheitlichen Gestaltung. Zwischen ihr und der Brüderkirche klafft seit dem Abbruch des nörd- 
lichen Anschlusses eine Lücke, die der Zeitgeschmack der achtziger Jahre des verflossenen Jahrhunderts nicht 
anders als durch den Einbau einer bis zur Traufhöhe des Mittelalters hinaufreichenden Mauer zu bemeistern 
verstand. Insgesamt fielen vier Achsen. Die fünfte blieb zwar erhalten, erlitt aber unverhältnismäßig große 
1 Vgl. Abschnitt „Karmeliterklost_er" S. 154. 
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