Full text: Kreis Cassel-Stadt : Text, Teil 2 (6)

im Mittelgang des 1. Obergeschosses 
Relief des Landgrafen Karl und der Landgräfin Maria Amalie von Hessen. Doppel-- 
Brustbild, Seitenansicht. Oval. Weißer Marmor auf schwarzem Grund. Rahmen Holz, ver- 
goldet. Barock. Breite 0,72 m. Höhe 0,82 m. 
Büsten 1 im Mittelgang des Erdgeschosses. 
Büste des Landgrafen Wilhelm IV. von Hessen, gezeichnet „C. Hassenpflug fec. 1881". 
Gips, bronziert. Höhe 0,80 m. 
Büste des Landgrafen Friedrich ll. von Hessen, gezeichnet „Monot f. 1782"} Gips, 
bronziert. Höhe 0,85 m. 
Modellhaus. 
Tafel 12 
Tafel 191 
Das eigenartige Haus} das bestimmt war, die Modelle aller seit Landgraf Karl zur Ausführung gekommenen 
oder noch geplanten Bauten aufzunehmen, das Modellhaus, lag anfänglich in der Nähe des Landgrafenschlosses, 
unweit des Schlachthauses, im Holzgraben an der Rennbahn, deren Südostflanke es am Fuße der Böschung 
begleitete. Außer der Tatsache, daß Landgraf Karl es 1711 gründete, scheint aus seiner Entstehungsgeschichte 
nichts bekannt zu sein. Die in einer Rechnung des Jahres 17124 sich findende Bemerkung, daß Bauholz zum 
neuen Modellhaus beschafft wurde, scheint zu ergeben, daß um diese Zeit der Bau noch im Gange war. Daß 
die Modelle sich ursprünglich im Kunsthause befanden, ist oben gesagtn" Beträge für Modellarbeiten sind in 
den Kabinetsrechnungen der Folgezeit des öfteren verbucht, ohne daß zu ersehen ist, ob es sich um Stücke 
handelt, die in das Modellhaus kamen. Unter den Namen der für den Landgrafen arbeitenden Drechsler und 
sonstigen Kunsthandwerker interessiert der des mit 20 Talern jährlicher Besoldung angestellten Modellschreiners 
.I. C. Böttger, der von 1734 bis 1744 als Hofschreiner und Modellinspektor erscheint. 
Der Grundriß des Gebäudes stellt sich auf den älteren Stadtplänen als langgezogenes schmales Rechteck dar. 
Seine Länge wird mit 250 Fuß angegebenß Im Aufriß erscheint auf dem ungenauen Plane von Roth " am Kopfende 
des völlig schlichten, mit einem Satteldach abgedeckten Hauses ein pavillonartiger Kuppelbau, der wohl auf 
Zuverlässigkeit keinen Anspruch macht. Tischbeins zeichnet 1782 das jeder Zierform entbehrende niedrige 
Bauwerk mit Mansarddach, das durch Gauben belebt wird, und mit einem vermutlich den Eingang enthaltenden 
kleinen Vorbau an der Front nach der Rennbahn. Die Abbildung läßt erkennen, daß das Haus auf der nach 
der Kleinen Fulda sich senkenden Böschung so vertieft lag, daß nur das oberste Geschoß von der Rennbahn aus 
sichtbar war. Im Ganzen soll das Gebäude zwei Geschosse besessen und außer den Sammlungsgegenständen 
auch die Wohnung des Aufsehers enthalten haben. Sicher war es aus Fachwerk errichtet und im Äußeren 
verputzt. Im Inneren stellte es einen großen Saal dar, den Galerien umzogen? 
Über den Inhalt des Hauses macht Schminke 17671" einige Angaben. „Unter allen Abrissen ist das 
Modell des Wasserwerkes auf dem Carlsberge über dem Schlosse Weissenstein sehenswürdig. Dieses ist 220 Fus 
Casselischen Masses lang, und im Jahre 1709 von dem Modelisten Wachter zu verfertigen angefangen worden, 
und enthält eine genaue Vorstellung dieses ganz erstaunenden Werkes in seiner Vollkommenheit, wobey das 
1 Lenz, Naturalien-Museum S. 7, führt auch eine Büste des Landgrafen Karl von Hessen auf. 
' Ob die Bezeichnung zuverlässig ist und welcher Monnot in Frage kommt, bleibt noch festzustellen. 
' Engelhard, Erdbeschreibung I S. 93. Günderode, Briefe S. 27 f. Hassenkamp, Briefe S. 55. Reise nach Leipzig S. 108. Reise 
d. d. Harz S. 163. Lobe, Wanderungen S. 124. Piderit, Cassel S. 241. 
4 Cabinets-Rechnung. Staatsarchiv Marburg. 
5 Vgl. Abschnitt „Kunsthaus" S. 535. 
' Schminke, Cassel S. 192. 
7 Stadtplan v. Roth 1736. 
' Aussicht aus dem Fürstlichen Schlosse zu Cassel gegen Abend. 
9 Wagner, Schützenkaserne. 
1" Cassel S. 192 f. 
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