Full text: Kreis Cassel-Stadt : Text, Teil 1 (6)

 
Gebäude. 
 
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wie die Bürgerhäuser, seine Schmalseite sondern seine Längsseite dem Flusse zuwendet und statt der Giebel 
Walme aufweist. Es umfaßt zwei Geschosse, die als Fachwerk dargestellt sind. Sein Dach ist mit Ziegeln 
gedeckt. Die Fenster zeigen kleines Rechteckformat, die Tür Rundbogenschluß. lm Lageplan reicht das Bau- 
werk nicht ganz bis an den Fluß heran. Vielmehr verbleibt am Ufer zwischen Stadtmauer und Haus ein hof- 
artiger Vorraum, den vom Fluß her eine Wasserpforte zugänglich macht. Ob auch die beiden angrenzenden 
Häuser, die ebenfalls hinter der Stadtmauer gezeichnet sind, zur Anlage des Jägerhauses gehören, ist nicht zu 
bestimmen und noch schwerer zu sagen, inwieweit eine Gruppe von Fachwerkgebäuden, die auf dem Stadtbilde 
von Braun und Hogenbergl die Nachbarhäuser überragt, als Jägerhaus zu deuten ist. 
Zweiter Bau. 
Tafel 23,1 
Ein Ersatz der baufällig oder unzureichend gewordenen mittelalterlichen Anlage fand ausgangs des 
16. Jahrhunderts statt. Aus der Entstehungsgeschichte dieses neuen Hauses ist lediglich bekannt, daß der 
hessische Kapitän Kaspar Geyse beim Neubau tötlich verunglückte, was vor dem Jahre 1600 geschehen sein 
muß? Auch sonst sind die geschichtlichen Mitteilungen über die neue Anlage spärlich. Im Häuserverzeichnis 
von 16053 wird neben „Vnsers Gn. Fürst. undt Herrn Jägerhauß mit seinen gebewen", um einige Baustellen 
nach der Unterneustädter Mühle verschoben, auch „Unsers G. F. vndt Hern Pirschhauß" genannt. Die beiden 
Häuser müssen also nicht weit von einander gelegen haben. Ob vielleicht das Pirschhaus einen Bestandteil der 
Gesamtanlage darstellte, ist nicht mehr zu ermitteln. Tatsache ist, daß das „Jägerhaus" oder der „Jägerhof" 
sich zu einer Art Wirtschaftshof auswuchs, in dem freilich zunächst noch immer der Oberjägermeister seine 
Wohnung hatte. Zweifellos umfaßte die Neuanlage von Anfang an auch Nebengebäude, die vermutlich mit dem 
Haupthause einen allseitig geschlossenen Hof bildeten. 
Beschreibungen und Abbildungen geben trotz ihrer Dürftigkeit einige Klarheit} Merianü berichtet 1655, 
daß das Jägerhaus „ein feines ansehnliches, vnd mehrenteils gantz ins geviert zugebautes steinernes Hauß" war, 
eine Angabe, die auch Winkelmannß und die anderen späteren Topographen beibehalten. Auf Merians Stadt- 
plan7 erscheint die Anlage als Vierflügelbau, der einen geräumigen Binnenhof umgibt. Durch seine Größe 
fällt der Südwestflügel auf, ein dreigeschossiger Steinbau, der nicht ganz bis an die Fulda reicht und an seinen 
Stirnseiten Treppengiebel besitzt. Einen Erker am Giebel nach der Fulda scheint Dilich 8 anzudeuten. Von Merians 
Darstellung weicht Wessels Stadtplan aus dem letzten Drittel des 17. Jahrhundertsfl insofern ab, als der Flügel 
an der Nordostflanke verkümmert erscheint. Die auf dieser Seite eingetragenen kleineren Bauten, offenbar 
Wirtschaftsgebäude, weisen in der Mitte eine Lücke auf. Deutlich erkennbar ist, daß der lange Südwestflügel, 
zweifellos der Hauptbau, an der Fuldaseite einen kleinen Garten frei läßt. Er umfaßt einen einzigen Raum, 
der auf der Längsfront neun, auf der Schmalfront drei Achsen zählt. Der an der Mühlengasse gelegene Südost- 
flügel, ein kleinerer Bau von vier Achsen Straßenfront, besitzt einen holzgedeckten Raum mit zwei Mittelstützen 
und den flurartigen Eingang zum Haus und Hof. Der Fuldaflügel, der bis hart an den Fluß heranreicht, ist 
durch eine Querwand geschieden. Alle Umfassungswände sind massiv dargestellt. Die Stadtmauer am Fluß 
bildet zugleich die Außenmauer des Hauses. 
Unter Landgraf Karl erreichte der Jägerhof zu Cassel sein Ende. Er war wohl überflüssig geworden, 
seitdem in der benachbarten Waldau ein Jagdzeughaus nebst Jäger- und Falkonierhof. bestand)" das offenbar den 
' Stadtansicht von Braun u. Hogenberg 1572. 
2 Scherer, Bibliothek S. 231. 
3 Handschrift. Stadtarchiv Cassel. 
4 Piderit, Cassel S. 113, gibt an, daß das Jägerhaus „ein dreiseitiges nach der Fulda offenes Gebäude" bildete. Eine Begründung 
für diese Annahme, die sich mit den überkommenen Beschreibungen und Abbildungen nicht verträgt, ist nicht angegeben. 
5 Topogr. Hass. Anh. S. 15. 
6 Hessen ll S. 287. 
7 Stadtplan v. Merian 1646. 
3 Stadtansicht (Bl. 5) 1598. 
9 Stadtplan v. Wessel 1673. 
1" Vgl. Band IV S. 210. 
Tafel 8 
Tafel 23,2 
Tafel 9 u. 49,8 
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