Full text: Kreis Cassel-Stadt : Text, Teil 1 (6)

 
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bekannt zu sein. ln einer Urkunde des Martinsstiftes vom Jahre 14011 erscheint unter den Zeugen auch ein 
Johanniter Basilius, der wohl zum Stift in Beziehung stand und vielleicht in dem Hause wohnte. Baulich läßt 
sich in der unbedeutenden Gasse, die nur kleine Häuser besitzt, nichts mehr ermitteln. 
Weißensteiner Hof. 
Tafel 361.1 
ln dem jetzt eingemeindeten Vorort Wahlershausen besaß das benachbarte Kloster Weißenstein einen 
Hof." Bekannt ist die Anlage, die offenbar Wirtschaftszwecken diente, aus einer Urkunde des Jahres 1401, 
durch die der Konvent aus seinem „Gute und Hofe zu Wahlershausen" Getreide verkauft} Als Meier des 
Hofes erscheint in diesem Jahre Henne Bertoldes, der in einer Urkunde des Jahres 1413 bekundet, daß auch 
seine Vorfahren Land vom Kloster besaßen} lm weiteren Verlaufe des 15. Jahrhunderts wird Heintze Sant- 
heim als Meier des Klosters genannt. Als sonstiger Besitz der Weißensteiner Nonnen in Wahlershausen findet 
sich 1412 ein „quidengartin" und eine Obere Mühle vermerkt." Eine Ölmühle an der Drusel sollte 1483 
zwischen dem Dorfe und dem Kloster erbaut werdenß Ob der Garten und die Mühlen zum Hofe gehörten, 
ist nicht ersichtlichf 
Bauliche Reste des Hofes waren bis zum Anfang dieses Jahrhunderts noch vorhanden. An der Ecke 
der Langen und der Kirchditmolder Straße, an der Grenze des Dorfkernes stand ein Steinhaus, das im Volks- 
munde das „alte Kloster" hieß, in Wirklichkeit aber nichts anderes war, als der Weißensteiner Meierhof. 
„Das Gebäude mochte etwa 14-15 Meter lang, 6 Meter hoch und 4112 Meter breit sein. Es war aus unbehauenen, 
sogenannten wilden Basaltsteinen aufgeführt, welche durch einen eigenartigen Kitt zusammengehalten wurden. 
Zwei niedrige Eingänge führten in das Haus, der eine von der Kirchditmolder Straße und der andere von der 
Langenstraße aus. Fenster hatte der untere Teil des Gebäudes nicht, sondern nur zwei schmale längliche 
Öffnungen in dem Mauerwerk, die ein spärliches Licht und ein wenig Luft in das lnnere eindringen ließen. 
Dagegen befanden sich oben drei Fenster, eins von der Langenstraße und zwei von der Kirchditmolderstraße 
her".8 Ergänzt wird diese Beschreibung durch ein photographisches Bild} das erkennen läßt, daß auf der 
Front an der Kirchditmolder Straße im Oberteile des Mauerwerks ältere Fenster in zwei Zonen vorhanden 
waren, sodaß man eine Teilung des Gebäudes in drei Geschosse anzunehmen hat. Dem Mauerwerk nach zu 
urteilen ist die Erbauung des Hauses in die spätgotische Zeit zu setzen. - 
Termineien. 
Augustinertenninei. 
Von den elf Termineien der Eschweger Augustiner befand sich eine auch in Cassel." Der Hof findet 
sich erwähnt in einer Urkunde vom Jahre 1343, worin Landgraf Heinrich den Brüdern vom Orden des heiligen 
Augustinus zu Eschwege 11 ihr auf der Freiheit in Cassel vor dem Zwehrenthor gelegenes Haus von Bede und 
 
' Schultze, Klöster Urk. No. 865. 
' Eine Schenkung in „Waleshusin" erhielt das Kloster Weißenstein bereits unter Erzbischof Arnold von Mainz (1153-1160). 
Den Besitz des Ortes Waleshusen bestätigte Papst Honorius lll. im Jahre 1226 den Nonnen. Auf der Bestätigungsurkunde des Erzbischofs 
Siegfried von Mainz vom folgenden Jahre findet sich ein Rubrum des 15. Jahrhunderts: Waselhusen, quod est hospitale iuxta Twem. 
Schultze, Klöster Urk. No. 1383 u. 1387. 
' Schnitze, Klöster Urk. No. 1568. 
' Schultze, Klöster Urk. No. 1581. 
"' Schultze, Klöster Urk. No. 1412. 
' Schultze, Klöster Urk. No. 1622. 
' Vgl. Abschnitt „Mühlen". 
8 Rabe, Wahlershausen. 
9 Denkmälerarchiv Cassel. 
'10 Dersch, Klosterbuch s. 17 u. 23. 
'11 Schmincke, Eschwege s. 18a u. 190. 
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