Full text: Kreis Cassel-Stadt : Text, Teil 1 (6)

Gebäude. 
Die hinter dem Altarraum gelegene Sakristei, die in der Breite über eine Fensterachse und in der 
Länge über die ganze Tiefe des Gebäudes sich erstreckt, ist wie die anschließende Pfarrwohnung völlig schlicht 
gehalten. Jeglichen Schmuckes entbehrt auch, sieht man von acht einfachen Wandleuchtern ab, die von außen 
zugängliche tonnengewölbte Gruft des Gründers, die, unter Sakristei und einem Teile des Chores gelegen, den 
Unterkellerungen der Wohnung sich anschließt. 
Altäre. 
Hochaltar, in der Mitte des Kuppelraums, geschwungene Sargform, von rotem ägyptischen Marmor mit 
Einlagen, auf Vorderseite größeres, auf Hinterseite kleines Metallkreuz, auf kreisförmigem dreistufigen 
Unterbau von Schupbacher Marmor. Um 1775. Aufsatz modern. 
Seitenaltar, am linken Triumphbogenpfeiler, schräge Sargform, von farbigem Stuck, auf Vorderseite 
Grisaillemalerei (Grablegung Christi). Aufsatz modernß 
Seitenaltar, am rechten Triumphbogenpfeiler (Christus erscheint Magdalena), sonst wie vor. 
Tafzl 152-156 
2 Altarflügel, in Sakristei, Seitenteile eines Klappaltares, angeblich aus Hersfeld} rechteckige Holztafeln 
mit Temperamalerei auf Kreidegrund in schmalem Rahmen mit plastischen vergoldeten Ornament- 
streifen. Auf lnnenseite vier Felder mit farbigen Szenen aus der Lebensgeschichte Christi (Christus 
vor Pilatus, Geißelung, Dornenkrönung, Kreuztragung; Kreuzabnahme, Auferstehung, Himmelfahrt, 
Pfingstwunder) auf vertieft gemusterten Goldgrund. Auf Außenseite Heiligenfiguren in zwei Reihen 
übereinander. Spätgotisch. Breite ie 1,75 m, Höhe 2,08 m. 
A_ntipendium, in Sakristei, von rotem Sammt mit Gold- und Silberstickerei. 
Höhe 0,99 m. 
Rokoko. 
Länge 1,62 m, 
2 Rellqülenbehälter, an der Rückwand des Kuppelraumes, geschwungene Sargform, von farbigem 
Stuck, mit zwei länglichen Füßen auf rechteckigem Sockel und Glasdeckel, enthaltend „sacrum 
corpus S. Clementis Martyris ex Cemeterio S. Cyriaci extra Urbem extract. cum vase illius Sanguinis" 
und „sacrum corpus cum vase Sanguinis Sancti Consantii ex Cemet. Cyriac. de Urbe extract"? 
Länge ie 1,52 m. 1778. 
Kanzel, vermutlich aus der Schloßkirche der Fasanerie bei Fulda stammend, am rechten Triumphbogenpfeiler 
hängend, viereckig mit abgeschrägten Kanten, leichtgeschwungen, mit symbolischen Reliefs in den 
Füllungen, über Schalldeckel Stuckgloriole. Barock, überarbeitet. Treppe mit schmiedeeisernem 
Mäandergeländer. Empire. 
Orgel an der Rückseite des Chores} am Prospekt fünf Pfeifenfelder, abwechselnd ein- und zweireihig, mit geschnitzten 
Zwickelfüllungen und Wangen, 1774 von Stephan Heeren in Gottsbüren für 1140 Taler verfertigt, 
von Becker geprüftß 1862 ausgebessert. ' 
' Nach Gerland, Du Ry S. 108, früher in der Oberwand mit einem Stuckrelief versehen. 
' Mobiliar-lmientarium 1814, Pfarrarchiv Elisabethkirche Cassel. Dehio, Handbuch l. S. 205. 
' Urk. bei Stoff, Katholiken S. 174 f. Gerland, Du Ry S. 110 u. 137, erwähnt auch Reliquien der heiligen Elisabeth, 
die Friedrich ll., ebenso wie die übrigen Reliquien, von Pius VI. bei seiner zweiten ltalienfahn 1777 geschenkt erhielt. 
' Schönhagen, in Deutsche Bauzeitung 1916 N0. 86, wo auf den Vorzug der achsialcn Stellung der Orgel im Raum hinge- 
wiesen wird. ' 
' Extr. Rep. S. 23 N0. 54. Staatsarchiv Marburg.
	        

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