Full text: Kreis Cassel-Stadt : Text, Teil 1 (6)

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Gebäude. 
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Flachgesims abgeschlossene Tür betont. Interessanter, wenn auch wie der ganze Bau vollkommen schulmäßig 
klassizistisch entworfen, ist der ebenfalls vorgezogene Mittelteil der Schmalfronten gehalten, deren 
Rücklagen, wie bei den Längsseiten, auf eine Fensterachse eingeschränkt sind. Durch Anordnung 
einer größeren rechteckigen Portalnische, deren Sturz auf freistehenden glatten dorischen Säulen 
mit Anten aufruht und über einer Attika das geläufige halbkreisförmige Oberlicht aufnimmt, ist dieses 
Mittelrisalit, das noch durch einen Flachgiebel hervorgehoben wird, wirksam belebt. Der von einem oberen 
und unteren Gesimse eingefasste Architrav des Mittelteils setzt sich in gleicher Breite als schlichtes, wenig 
vortretendes Band zwischen den beiden Fensterzonen über alle Fronten des Baues fort. Schmalen Vorsprung 
zeigt auch der zweimal absetzende, bis Oberkante Fenstersohlbank reichende Sockel. 
Die offenbar für Putz bestimmten Mauerflächen weisen unregelmäßige Sandbruchsteine von grauer Farbe 
auf. Glatte Flächenbehandlung zeigen lediglich die aus größeren Quadern gearbeiteten Türumrahmungen nebst 
den dazu gehörigen niedrigen Freitreppe-n sowie die Sohlbänke der Fenster. Das mit Konsolen besetzte Haupt- 
gesims besteht wie der Architrav aus Holz. Die' von einer kleinen halbkreisförmigen Öffnung durchbrochene 
Giebelfläche des Risalites an den Schmalfronten ist verbrettert. Das flache abgewalmte Schieferdach krönt ein 
Dachreiter, dessen quadratischer Sockel und halbkugelförmige Kuppel den Unterbau für einen cylindrischen mit 
vier rundbogigen Jalousieöffnungen versehenen Tambour bildet. 
Kanzel, von Holz, mit vergoldeten Ornamenten, ursprünglich in der Hof- und Garnisonkirche. Naturalistischer 
Palmbaum als Fuß. Darüber auf reich profilierter Auskragung Kanzelaufsatz rechteckig, geschwungen, 
mit den Symbolen der Evangelisten an den abgeschrägten Ecken. Schalldeckel von geschwungener 
Kuppelform, mit Taube unter Boden und Auge Gottes als Bekrönung. 
Orgel, angeblich 1820 von Wilhelmi erbaut} am glatten Prospekt drei kleinere zweireihige Pfeifenfelder 
zwischen zwei größeren Seitenfeldern, mit Ranken in Vorhangbogenform. Empire. 
Glocken. 
Untere Glocke. Untere Durchmesser 1,16 m. Höhe 1,05 m. Sechs geschwungene Henkel. Am 
Hals zwischen Streifen „ANNO 1662 - IST - DIESE - GLOCKE - ZV - DIENST - DER - NEV- 
STATTER - KIRCHEN - IN - CASSEL - GEGOSSEN  Unter Schriftreihe einfacher Akanthus- 
fries. Auf Flanke Casseler Wappen in Kartusche, daneben links S, rechts C. Am Schlag PaImetten- 
fries und „IOHAN GODFRIEDT KOHLER ME FECIT". Ton: fis. 
Obere Glocke. Untere Durchmesser 0,66 m. Höhe 0,54 m. Sechs geschwungene Henkel. Am 
Hals zwischen Schnüren 
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ln und über Schriftreihe kleine Kreise. Ton: e. 
Altargerät. 
Kelch, von Silber, vergoldet, mit sechskantigem Stiel und halbkugelförmiger Cuppa, auf rundem Knauf 
Blätter, unter Sechspaßfuß „NEUSTADTER: KlRCHE AO 1677". 
Stempel m und ä Höhe 0,225 m. 
Brotteller, von Silber, vergoldet, kreisförmig mit erhöhtem Rand. Auf Unterseite „PATELLAM HANC 
AD VSVM SACRIE GENIE lN MENSA DOMINI MICHAEL ANGELOCRATOR MEDlClNfE 
1 Lobe, Wanderungen S. 129. 
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