Full text: Kreis Cassel-Stadt : Text, Teil 1 (6)

Tafel 20,1 
Tafel 19 ,x 
Tafel 4, 8 u. 7. 
Tafel 28,1 
Tafel 23-25 
quadratische Turm sich anschließt. Strebepfeiler an Schiff und Chor weisen auf innere Wölbungen hin. Der 
Umstand, daß Chor und Turm auf beiden Längsseiten erheblich gegen das Langhaus absetzen, läßt auf eine 
dreischiffige Anlage schließen. Die polygonale Form des Chores stellt den gotischen Charakter der Anlage 
außer Zweifel. Eine anscheinend genaue Aufnahme} die den Chor mit Schluß aus fünf Seiten des Achtecks 
und mit rechteckigem Vorjoch zeichnet, legt für das Schiff vier Gewölbe- und Fensterachsen fest. lm Allge- 
meinen lassen sich nur drei Achsen feststellen. Auf einer Aufnahme der Stadt um 1760' erscheinen auch 
auf der Westseite des Turmes Strebepfeiler und im nordöstlichen Winkel zwischen Chor und Langhaus die 
Sakristei. Diese Zutaten wiederholt ein Plan von 1766, ß der auch noch einen Einbau im Nordwestwinkel zwischen 
Turm und Schiff, anscheinend eine zur Schiffsempore führende Außentreppe, bringt. Übereinstimmend geben 
die Pläne die Stellung des Gotteshauses auf dem Holzmarkt inmitten des Friedhofes wieder, der die Form 
eines verschobenen Rechteckes besaß, an der Nord- und Ostseite von einer Mauer, an der Süd- und Westseite 
von Häuserreihen begrenzt wurde und nach Westen den Hauptausgang gehabt zu haben scheint. Am klarsten 
ergibt sich die Lage des Gotteshauses zur Nachbarschaft aus einer Aufnahme} die bereits den Entwurf der 
neuen Fuldabrücke bringt und unter den zum Abbruch bestimmten Baulichkeiten auch die Kirche aufführt. 
Auch Jussows Plan zur Umgestaltung des Holzmarktes vom Jahre 1788 ist für die Kenntnis von Lage und 
Grundriß des Baues lehrreichn" 
Von erhöhtem Belang für die Kenntnis des lnnenraumes ist eine ältere Handzeichnungß die den 
Grundriss der Kirche so wiedergibt, daß das von zwei Reihen von je drei Säulen geteilte Schiff von Kreuz- 
gewölben mit Schlußsteinen überdeckt ist, während der Turm ein einfaches Kreuzgewölbe und der Chor die 
übliche Achteckkappe zeigt. Auch insofern interessiert das Blatt, das freilich in allen Einzelheiten auf Genauig- 
keit keinen Anspruch machen kann, als die eingetragene Friedhofsmauer an den Knickstellen kleine Rechteck- 
bauten zeigt, die wohl als Tore oder Wehrerker anzusprechen sind. Die Wölbungen der Kirche kehren in 
fast der gleichen Form, jedoch unter Eintragung von nur zwei Säulen auf jeder Seite, auf Wessels Plan" 
wieder, auf dem auch die Sakristei mit einem Kreuzgewölbe überdeckt erscheint. Beide Pläne machen die 
Annahme einer Hallenkirche glaubhaft. 
Die älteste Abbildung des Äußeren findet sich auf Müllers Stadtplan aus der Mitte des 16. Jahrhunderts. ' 
Die undeutliche und ungenaue Zeichnung verlegt den Turm, der im Unterteil zwei, im Oberteil drei Fenster 
besitzt, offenbar falsch, an das Ostende oder an die Langseite des Schiffes, das hohe Fenster und 
einen Dachreiter aufweist. Braun und l-logenberg9 geben 1572 das Schiff als langgezogenen 
Bau ohne Chor und das an das Westende des Langhauses gestellte Glockenhaus als schlanken Turm mit steilem 
Zeltdach und vier Eck-Erkern wieder. Offenbar verdient die in den Einzelheiten ungenaue Abbildung nicht 
mehr Glauben, als Bertius' undeutlichere Copie aus dem Jahre 1616." Durchaus glaubhaft zeichnet um die 
Wende des 16. Jahrhunderts Dilich 11 den Bau mit hohem, einheitlichen, von einem spitzen Dachreiter gekrönten" 
Dache, mit einem an den Ostgiebel stoßenden Choranbau und einem der Westwand sich vorlegenden vier- 
eckigen Turm, dessen Spitze nur eine mäßige Höhe erreicht und der Ecktürmchen entbehrt. Der Umstand, 
daß das hohe Schiff und der niedrige Turm in keinem Verhältnis zu einander stehen und insbesondere, 
daß das Dach des Langhauses in das des Turmes einschneidet, läßt die Deutung zu, daß der Turm 
1 Project von der Unterneustadt. Landesbibliothek Cassel. 
' Murhardbibliothek Cassel. 
' Stadtplan v. Krug 1766. 
4 Bibliothek d. Ver. f. hess. Gesch. Cassel. 
' Handzeichnung. Landesbibliothek Cassel. 
' Landesbibliothek Cassel. 
' Stadtplan v. Wessel 1673. 
' Stadtplan v. Müller 1547 u. 1548. 
' Stadtansicht v. Braun u. Hogenberg 1572. 
" Commentar. 
" Stadtansicht 1591. Stadtansicht 1598 (Bl. 5). Stadtansicht 1605. 
 
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