Full text: Kreis Cassel-Stadt : Text, Teil 1 (6)

QQQ QQ QQ 
Gebäude. 
 
543-,- 
ää.) 
Trauerfahne des Kurfürsten Wilhelm I. Auf Vorderseite „WILHELMUS ELECTOR HASSIAE 
LANDGRAVIUS", in den Zwickeln „1821". Auf Rückseite „NATUS ANNO MDCCXLIII REGNAVIT 
ANNOS XXXVI OBIIT ANNO MDCCCXXI VIXIT.ANNOS LXXVIII", umgeben von Palmen- 
und Lorbeerzweig mit Schleife und bekrönt von Krone. Sonst wie vor. 
Trauerfahne des Kurfürsten Wilhelm II. Auf Vorderseite „WILHELMUS Il. HASSIAE 
ELECTOR", in den Zwickeln „1847". Auf Rückseite „GEB. MDCCLXXVII HAT REGIERT VON 
XXVII. FEBR. MDCCCXXI BIS ZUM XXX. SEPT. MDCCCXXXI GEST. ZU FRANKFURT alM 
AM XX. NOV. MDCCCXXXXVII BEIGESETZT ZU HANAU IN DER MARIENKIRCHE," darunter 
Palmen- u. Lorbeerzweig mit Schleife. Sonst wie vor. . 
Trauerfahne des Kurfürsten Friedrich Wilhelm I. AufVorderseite „FRIEDRICH WILHELM I. 
KURFÜRST VON HESSEN", in den Zwickeln „1875". Auf Rückseite: „Geboren am 20ften Qlugult 
1802. Spot regiert alß EUEitregent vom 30lten äepfember 1831, aß Rurfürft vom 20ffen äTEonember 1847 
hie gum 3km Dctober 1866, m0 baß Rurfürftenthum mit ißreufien bereinigt murbe. ßeßtorben gu Sßrag 
am 6. Saituar 1875, Sßeigeietgt 511 Giaffel auf bem aIten ßriebbof", umgeben von PaImen- und Lorbeer- 
zweig mit Schleife. Sonst wie vor. 
Grafschaftsfahnen. 
34 Trauerfahnen, meist sehr beschädigt, zum Teil nur in den Schäften erhalten. Schwarzes Tuch, 
ausgezackt, mit goldener Schrift. Länge 2,10 m, Breite 1,50 m. Auf beiden Seiten das gleiche 
Wappen ie einer der hessischen Grafschaften, bunt, darüber Helm mit Helmzier, darunter auf 
blauem Spruchband der Name der Grafschaft. Fahnenstange geriefelt, teils mit Zierblatt, teils mit 
Krone als Spitze. 
Stiftsgebäude. 
Als frühen Zubehör zum Stift scheint man das Schulhaus annehmen zu müssen, das sich 1386 erwähnt 
ündetß 1392 fanden in estuario domus magistri Theodorici Schwartzen, que dicitur domus scolastrie ecclesie, 
eine Verhandlung statt. 
Von den eigentlichen Stiftsgebäuden wird der Kreuzgang zuerst 1394 genannt. Am 18. Mai dieses 
Jahres wurde ein notarieller Akt in ambitu ecclesie St. Martini vorgenommen} Anzunehmen hat man also, 
daß um diese Zeit der Bau wenigstens zu einem Teile in benutzungsfähigem Zustand sich befand. Daß er 
noch nicht vollendet war, ergeben die Berichte der Folgezeit, die von Bauarbeiten handeln. In einer Rechnung 
des Jahres 1400 wird gesagt, daß der Totengräber Ticzel den Kreuzgang „füllte" und den Steinweg um den 
Kirchhof herstellteß Dieses „Füllen" ist wohl so zu verstehen, daß der Totengräber den vom Kreuz- 
gang eingeschlossenen Hofraum, den Friedhof, den er mit einem Pflaster umgab, mit Gartenerde auffüllte. 
Ob der beim Stift um diese Zeit beschäftigte Meister Johann4 auch am Kreuzgange mitwirkte, ist nicht 
ersichtlich. Unter den Ansprüchen, die um 1400 das Martinstift an die Stadt stellte, wird auch der aufgeführt, 
daß die Stadt Kalk, Hausteine und Mauersteine, die etwa 70 Pfund Pfennige gekostet hatten, vom Kirchhof 
' Nebelthau, Denkwürdigkeiten I, S. 310: „ln einer Rechnung des St. Martinstiftes vom Jahr 1386 kommen bereits Reparatur- 
kosten für das Thor und die Mauer ,bei den Schulen' vor. Auch der Standort der letzteren ist daraus ersichtlich und zwar auf dem Kirch- 
hof selbst (prope scholas in cimiterio), der also mit jener Mauer eingefaßt war und in der Nähe der Schulen das erwähnte Thor hatte. Es 
ist anzunehmen, daß schon vor 1386 da, wo später der Kreuzgang errichtet wurde, ein Bau stand, der die Schulen einstweilen und so lange 
aufnahm, bis an seine Stelle der Kreuzgang und über demselben Schulräume hergestellt waren. Wie in jener ersten Nachricht, so ist auch 
in späterer Zeit sehr bestimmt von ,Schulen' (in der Mehrzahl) die Rede, so daß man nicht umhin kann, an _die bei ähnlichen Stiftem ge- 
bräuchliche Unterscheidung zwischen einer schola interior zur Erziehung junger Geistlicher für den Dienst der Kirche, und einer schola 
exterior zur Vorbildung von Laien für das gelehrte Studium zu denken." 
2 Schultze, Klöster, Urk. N0. 848. 
' Baurechnung v. 21. März 1400: item 5 sol. 10 den. Ticzel Thodengrebere, der fulthe den cruceganc und murede den steynweg 
umme den kirchhob. 
' Vgl. S. 161 u. 162. 
QQEQQQQ EQQQQQ 
188 QQEEQQQQ
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.