Full text: Kreis Cassel-Stadt : Text, Teil 1 (6)

EMMERICHSKLAUSE. 
Ausschnitt aus dem Stadtplan von M. Müller 1547. 
 
GEBÄUDE. 
Geistliche 
Gebäude. 
Klöster. 
Kloster Ahnaberg. 
Zu der Zeit, als das Ahnaflüßchen noch das Bett innehatte, das es sich selbst gegraben, um unter dem 
Möncheberge her in der Richtung der heutigen Artilleriestraße und Packhofstraße unter dem Zuchtberge sich 
in die Fulda zu ergießen, umspülte es in seinem Unterlauf eine geringe Anhöhe, die letzte Abdachung des 
Möncheberges, die nach dem Bache den Namen Ahnaberg führte. 
Auf dieser Anhöhe hatte vor der Mitte des 12. Jahrhunderts eine Gesellschaft frommer Brüder und 
Schwestern sich nach der Ordensregel des hl. Augustin zu gemeinschaftlichem klösterlichen Leben nieder- 
gelassen und ihr Ordenshaus der Mutter Gottes geweiht. Dieser Vereinigung nahm sich Frau Hedwig, die 
Landgräfin von Thüringen, an, welche ihrem Gemahl, dem Landgrafen Ludwig l., die hessischen und oberlahn- 
gauischen Besitzungen ihres Hauses als Heiratsgut zugebracht hatte. Sie und ihr Sohn Heinrich Raspe, welcher 
seit 1150 als Graf in Hessen oder Graf von Gudensberg auftritt, vollendeten die Klostergründung, indem sie 
die Niederlassung mit gewissen Eigentumsrechten begabten l. Hedwig starb 1148. Wenige Jahre nach derN 
Mutter Tode übereignete Graf Heinrich Raspe mit Zustimmung König Konrads ll. dem Kloster das Patronats- 
recht über die Kirche der Villa Caßele und erwirkte im Jahre 1152 bei dem Erzbischof Heinrich l. von Mainz 
die Bestätigung dieser Schenkung. Und ferner übertrug er dem Kloster das Gelände von dem an die Ahna 
1 Über die Anfänge und ältesten Verhältnisse des Klosters Ahnaberg geben Aufschluß die Bestätigungsurkunde Erzbischof Heinrichs 
von Mainz v. 1152, bei Dobenecker, Regesta I, N0. 1689, und die Bestätigungsurkunde König Friedrichs I. v. 3. Mai 1154, in Cod. dipl. 
Sax. reg. I, 2, N0. 252, S. 169 u. bei Dobenecker, Regesta II, N0. 68, S. 12 f. Originale Staatsarchiv Marburg. 
 
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