Full text: Kreis Cassel-Land : Text (4)

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Windhausen. EEESQEEEEESESEQKSEEESQQQEESEE 
Länge und 4,0m Höhe, besitzt auf der Vorderfront einen spitzbogigen Eingang und auf den beiden Seiten- 
fronten ebensolche Fenster. Die Rückseite zeigt in einer Nische die Inschrift: „GRABMAL DES ERSTEN 
SCHLIEFFEN, DER DORT DIE EINSAMEN DÄCHER BESASS. IN IHRER STILLE, IN SIE UMSCHAT- 
TENDEN HAYNE DEM LAESTIGEN WANDEL DES HOFES DEN FRIEDENSMÜHEN DER KRIGER SO 
OFT ALS MÖGLICH ENTWISCHT FAND ER VOM SCHICKSAL BEGÜNSTIGT VIELLEICHT AUCH 
DURCH DENCKART GEFÜRT MEHR SÜSSE ALS HERBE STUNDEN. DANKBAR FÜR IENE GEFAST 
AUF DIESE RUHIG ÜBER DIE ZUKUNFT." Ein Kreuzgewölbe deckt das einfache Innere, eine schmuck- 
lose Grabplatte die Gruft. Der Weg zu dem efeubewachsenen Mausoleum des „weltenwichenen Feldherrn", 
wie sich der alternde General selbst mit Vorliebe zu nennen pflegte, führt durch das Felsenmeer, eine Gruppe 
künstlich zusammengetragener Steinblöcke, in deren Nähe die Teufelsbrücke liegt. Diese einen Bach und 
Seitenpfad überspannende Wegüberführung besteht aus vier Bogenstellungen, von denen die beiden auf die 
Böschung hinaufgreifenden Arkaden zugesetzt sind. Wohl um eine Ähnlichkeit des harmlosen Bauwerkes 
mit dem malerischen und kühnen Vorbild im Tal der Reuß zu konstruieren, ist eine auf perspektivische 
Wirkung berechnete kleine Bogenstellung eingebaut und die Inschrift angebracht: 
„MON ASPECT T'AVERTIT D'ETRE SAGE O PASSANT 
IATTESTE CE QUI FUT MENAGE LE PRESENTU 
Burg 
Sensenstein. 
Der Sensensteinz liegt auf der Hochebene des Mühlenberges, das nördlich vorbeiziehende Niestetal 
beherrschend. Die Burg, die sich durch ihre Lage hart an der ehemaligen Landesscheide als alte Grenzwehr 
ausweist, soll als Trutzburg gegen den im Nachbarlande auf dem gegenüberliegenden Höhenzüge des Kau- 
funger Waldes sich erhebenden Sichelstein erbaut sein, dessen Name, eine herausfordernde Anspielung auf 
den Zweck des Baues als Stapelplatz für das geräuberte Getreide, die synonyme, aber doch gewichtigere 
Bezeichnung der gegnerischen Burg veranlaßteß Nach den im lLjahrhundert vorkommenden Bewohnern 
gleichen Namens zu schließen4, muß der Sichelstein die ältere der beiden Anlagen sein? Doch mag Otto der 
Quade von Braunschweig, der irrtümlich als Gründer gilt, nach dem Erlöschen des alten Stammhauses den 
neuen Sichelstein als strategische Station in seinen Kämpfen mit Hermann von Hessen von neuem befestigt 
haben. Ob dieser Landgraf wirklich der Erbauer des Sensensteines ist, muß dahinstehen. 
1 Brede, P. F., Kurze Beschreibung des Schlieffenschen Landgutes Windhausen, in justi, Denkwürdigkeiten lV 1, 
S. 441 f., der den Altar als Freundschaftsaltar bezeichnet und für den Herthastein die Inschrift: „HERTHA KlVVlTHlV" an- 
gibt, erwähnt noch „die sogenannte tausendjährige Eiche. lm schaurigen Dunkel des Dickichts versteckt, trägt sie auf ihrer 
moosigen Rinde eine kupferne Platte, auf der man mit goldenen Buchstaben geschrieben folgende Strophe liest: 
Le sort me departit dix siecles d'existence, 
Mais rien sois point jaloux passant, 
Tu vois, que malgre la distance 
Entre ma mort et ma naissance 
Je n'en touche pas moins a mon dernier instant, 
Et lorsqu'on a vecü, qu' importe depuis quand? 
Ein Wasserquell (anscheinend mit der Grotte gleichbedeutend), der aus einer Felsenhöhle hervorsprudelt, und bei 
welchem zur Bequemlichkeit derer, die diesen melancholischen Hain betreten, ein Schöpfeimer mit einer Kelle angebracht 
ist. Einige Schritte davon befindet sich ein mit einem Halmendach bedecktes Häuschen, über dessen Türe folgender 
Vers Steht: ä Ein jeder ist hier aufgenommen, 
Der müde Wandrer sei willkommen." 
2 Happel, Burgen, S. 109. - 3 Piper, Burgenkunde, S. 32. 
4 Rommel, Gesch. v. Hessen ll, Anmerk. S. 128, leitet den Namen der Burg von einem ausgestorbenen Freiherren- 
geschlecht ab. " 
ß Nach Winckelmann, Hessen, 5.289, erfolgte die Erbauung des Sichelsteins 1368. 
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