Full text: Kreis Cassel-Land : Text (4)

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Die einzelnen Orte. 
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Tafel 208, 2 
Tafel 20a, ß 
Mit der Vorliebe für das Landleben verband der in den Ruhestand getretene Staatsmann, der sich mit der 
Zeit völlig vom Hofleben zurückzog und aufWindhausen meist in seiner aus Rohr und Baumrinde erbauten 
Eremitage sich aufhielt, ein eigenes Interesse für Affen. Der nicht unbedeutenden Schar dieser Tiere stand 
der ganze Park zur Verfügung, der zwar durch die exotischen Gäste wenigstens in etwa den vom Besitzer 
gewünschten, dem Zeitgeschmacke entsprechenden Charakter als Urwald annahm, für das Gutspersonal und 
Fremde mit der Zeit aber unbegehbar wurde. Der Raub eines Kindes durch den Affen Troll wurde noch 
dadurch zum guten Ausgang gebracht, daß Lebrun, der französische Koch des Generals, dem auf einen 
Neubau gekletterten Tiere mit List die Beute abjagte} Als aber die Klagen über Unzuträglichkeiten zunahmen 
und schließlich ein Mädchen von einem der stärksten Affen arg verletzt wurde, sah sich der Gutsherr genötigt, 
die ihm ergebenen Tiere niederschießen zu lassen? An das Leben und Ende der seltsamen Bewohner des 
Windhäuser Parkes erinnern noch heute das Affenhaus, ein an eine Berglehne gebautes felsenkellerartiges 
Gelaß, dessen Bruchsteinfront eine Rundbogenöffnung besitzt und zu dessen Seiten Treppen zwischen Fels- 
blöcken in die Höhe führen, sowie das am Rande des Waldes bei einem stillen Weiher stehende Affendenk- 
mal, eine auf kreisförmigem Unterbau sich erhebende gebrochene Säule, die der Einsiedler von Windhausen 
seinen unter dem Denkmal begrabenen Freunden errichtete. Die Bedeutung des Steines kündet die auf dem 
Schaft der Säule eingehauene, gewiß auch für die gefühlvollere Mitwelt des Stifters hinreichend pathetische Inschrift: 
„HIER WIEDERKEHRTEN ZUM GROSSEN URSTOFHAUFEN IRDISCHER WESEN DIE LETZTEN BE- 
STANDTHEILE EINES GESCHLECHTS AFRICANER LANGE EINHEIMISCH AUF DIESEN FLUREN NACH 
MANCHEN GEBURTEN. NICHT SCLAVEREY DAS SCHICKSAL SEINER LANDSLEUTE DER SCHWARZEN 
VÖLLIGE FREIHEIT WAR DIESSER LOOS UND IHRE FOLGE LIEBE FÜR DEN WOHLTHÄTER DER 
LEIDER ENDLICH DA WUTHBISSE ES VERGIFTET ALS ALLES FÜR EINEN STRITT EIGENE WONNE 
GEMEINER WOLFAHRT NACHSETZEN MUSSTE. VERHÄNGTER TOD TRAF VÄTER UND SÖHNE 
GROSSVÄTER UND ENKEL MÜTTER UND SÄUGLINGE. GANZ ZÄHLT E MANS NICHT ZUR GAT- 
TUNG DER NÄCHSTEN IHM HATTE PROMETHEUS ZWO HÄNDE MEHR UNS BESSERE SPRACH- 
FÄHIGKEIT GEGÖNNT ABER AN VERSCHMITZTHEIT AN MISCHUNG VON GÜTE UND TÜKKEN AN 
LUST GEGEN VERBOT SCHIEN ES IN AFFENHAUT MENSCHENART UND DER ANGEBORENHEIT 
SO AUFFALLENDE MACHT RIETH DEM ZEHNFINGERIGEN BEOBACHTER NACHSICHT FÜR SEINES- 
GLEICHEN." Dem Stil nach am meisten mit dem Säulendenkmal verwandt ist der Altar, ein durch Sockel 
und Kopfgesimse abgeschlossener, kannelierter, steinerner Rundschaft, dessen rechteckige Spiegel Inschriften 
nicht aufweisen. Ganz auf romantische Stimmung berechnet sind die unter Bäumen aufgestellten Naturdenk- 
mäler, der_ Herthastein, ein auf erhöhtem Plateau ruhender, nach Art der Hünengräber von einem Kranze 
unbehauener Steine umgebener Felsblock, und das Arminiusgrab, ein 1,20 m hoher Naturstein von der Form 
eines Baumstumpfes, dessen Namen die Inschrift erklärt: „QUI ME DIRA QUELLE CENDRE IGNOREE 
DEROUILLE D'UN HEROS TERRIBLE AU FIER ROMAIN RESTES D'ARMINIUS CHERS A CETTE CON- 
TREE URNE QUI VOUS RECUT URNE QU' ON CHERCHE EN VAIN SOUS CE SIMPLE "GAZON 
SERAIT-ELLE ENTERREE LA TOMBEAU MOINS VOUS SERRA CONSACREE". Auch eine jetzt ver- 
fallene, halbkreisförmig an" den Felsen sich anlehnende Grotte, mehr Naturschöpfung als Kunstanlage, ist 
zu den Denkmälern zu zählen, die sich bei Vermeidung von Stilform mehr an das Gemüt als an den Verstand 
wenden. Der vorbeifließende schmale Bach läßt weniger die Vermutung zu, daß es hier auf einen „Wild- 
Wasserfall" abgesehen war, wie ihn der benachbarte Fürstenpark aufwies, als daß der jetzt versiegte Quell 
.einen Naturbrunnen abgeben sollte. Eine verkleinerte Löwenburg, die wie das Wilhelmshöher Trümmerschloß 
die Gebeine des Stifters birgt," findet sich am Rande des Parkes in einem kleinen Eichenhaine. Die in Bruch- 
steinen und Quadern errichtete Ruine, ein gotisierendes, im Grundriß quadratisches Bauwerk von nur 4,0m 
1 Lyncker, Der Herr von Schlieffen 
Chronik, . S. 232 f. 
2 Heßler, Landeskunde, 5.12, S. 116. 
und seine Affen, 
Touristische 
Mitteilungen V, 
S.,49f.,' und in 
Haus- 
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