Full text: Kreis Cassel-Land : Text (4)

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Ein schon 1786 von du Ry aufgestellter Entwurf zu einer Kirche für das Kirchspiel Weißenstein in 
Kirchditmoldl kam kurze Zeit später zur Ausführung. 
Mit dem künstlerischen Gehalte und dem Stimmungswerte des veränderten Wilhelmshöher Parkes 
beschäftigt sich die zeitgenössische Literatur des öfteren? Die neuen Anlagen fanden 1796 den Beifall 
Hölderlins, der den Sommer dieses Jahres in Cassel verlebte. Den „durchaus reinen und großen Sonnen- 
glanz der Wilhelmshöhe" rühmte 1801 Jean Paul. Mit der Löwenburg, die kurz vorher Casparson besungen 
hatte, beschäftigt sich im selben Jahre Heinrich von Kleist. „Ganz Deutschland, vielleicht ganz Europa bietet 
nichts Herrlicheres", schrieb 1825 der Kritiker Karl Julius Weber. „Was sind alle englischen Parks gegen 
diesen Naturpark? was die steifen holländischen, gezierten französischen Gärten des stolzen Louis und ver- 
wahrlosten Villen ltaliens gegen diese Wilhelmshöhe? selbst Laxenburg, Wörlitz, Ludwigslust und andere mit 
Recht berühmte deutsche Gärten ermangeln dieser Bergparthien . . . Die Wasserkünste zu Herrnhausen, S. Cloud 
und Chatsworth, alle künstlichen Wasser, die ich sehe, müßen die Segel streichen vor den Wasserkünsten der 
Wilhelmshöhe, und ohne die Revolution wäre jetzt wahrscheinlich die Edder über den Berg geleitet. . . Wir 
haben hundert englische Gärten in Deutschland - aber es giebt nur Eine Wilhelmshöhe!" Auf der Löwen- 
burg spielen Szenen aus lmmermanns „Münchhausen" und ein Liebesidyll Jerömes in Öttingers Roman 
„König Jeröme Napoleon und sein Capri"- Mehr als ein Theaterstück, das über die Bretter der Casseler 
Hofbühne ging, hat den romantischen Park am Habichtswald zum Schauplatze. Den Besuch zweier Göt- 
tinger Studenten in Wilhelmshöhe schildert Ernst Koch in seinem „Prinz Rosa-Stramin", das Leben an einem 
zweiten Pfingsttage Franz Dingelstedt in seinem „Wanderbuch". Dem Originale Steinhofer setzte Ruhl in der 
1883 herausgegebenen Erzählung „Eine abenteuerliche Stadt" ein Denkmal. Die Zeit des ersten und 
dritten Napoleon hat zahlreiche Monographen gefunden. Von den Schriftstellern, die längere oder kürzere 
Verse dem kulturgeschichtlich interessanten und landschaftlich bevorzugten Orte gewidmet haben, seien 
W. Bennecke, G. Mohr, H.- Haase, K. Berndt, A. von Devoorde, C. von Berlepsch, A. Weiß, R. Trömner, 
F. Löwe, J. Braun, W. Lynker, G. Eskuche, C. Luthmer, M. Knetsch und Th. Endemann genannt. Unüber- 
sehbar ist die Zahl der Schilderungen von Wilhelmshöhes Vergangenheit und Gegenwart, die 1907 aus 
Anlaß des Besuches König Eduards von England in deutschen und ausländischen Zeitungen und Zeitschriften 
erschienen. 
Lac. 
Bereits 1784 trug man sich mit dem Gedanken einer Umgestaltung der fünf am Fuße des Weißen- 
steins liegenden Teiche zu einem einheitlichen See, dem „lac".3 Dieser Name, der sich bis heute erhalten 
hat, tritt gleich zu Anfang des Bauunternehmens auf.4 Bezeichnete die neue Benennung ihrem lnhalte nach 
treffend, was man schaffen wollte, das Wasserbecken von natürlich unregelmäßiger Gestalt, so paßte ihre 
französische Form ganz und gar nicht zu dem englischen Charakter der geplanten Anlage. Denn gerade der 
geometrisch strenge Umriß der Teiche war eine jener auf Frankreichs Vorbilder zurückgehenden „Unschick- 
lichkeiten", deren Beseitigung der für Englands ldeen eingenommene Hirschfeld anstrebte. Man hatte früher 
Tafel 126 
1 Grund- und Aufriß zu einer Neuen Kirche Vor das Kirchspiel Weisenstein. Schloßbibliothek Wilhelmshöhe. 
Gerland, P. Ch. u. S. L. Du Ry, S.l64: „Wie Guernieri das Lusthaus Weißenstein so in Beziehung zu den Parkanlagen und 
der ganzen umliegenden Landschaft geplant hatte, daß es als der Mittelpunkt beider angesehen werden sollte, so plante 
S. L. Du Ry mit seiner Schloßanlage ein gleiches. Er stellte es auf denselben Platz wie das alte Gebäude, von wo aus es 
weit in die Lande hineinschaut, und weil ihm nach links die Aussicht lückenhaft erschien, so veranlaßte er den Landgrafen 
1792, an Stelle der alten, verfallenen, aus der romanischen Zeit herrührenden, mitten im Dorf Kirchditmold versteckten 
Kirche, oberhalb des Dorfes, auf weithin sichtbarer Höhe eine neue, zwar an sich einfache, aber durch ihre Lage und 
Größe eindrucksvolle Kirche zu erbauen. (Mündliche Familiennachrichten)" Cunz, Predigt bey Einweihung der neuen 
Kirche im Kirchspiel Weißenstein gehalten zu Kirchditmold. 
2 Ausführlich bei Heidelbach, Wilhelmshöhe. - f Journal der Chatoul Caße 1784, 5.51. St.-Arch Marburg. 
4 Chatoul-Rechnung de ao. 1784, S. 70. St.-Arch. Marburg. 
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