Full text: Kreis Cassel-Land : Text (4)

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Wänden durch flache Nischen gegliedert. Die im weißen Ton gehaltene Decke besitzt Stuckrosette auf licht- 
blauem Grunde. ln den Füllungen der grau gestrichenen Türen finden sich holzgeschnitzte Verzierungen von 
weißer Farbe. Der im Durchmesser über 9 m haltende Raum steht in unmittelbarer Verbindung mit dem 
jetzigen Speisesaal, dem ersten der in der Ostflucht gelegenen Repräsentationsgemächer. An den mit glänzendem Tafel 146 
Marmorstuck bekleideten Wänden zieht sich ein hellgrauer Sockel hin. Korinthische Pilaster und Halbsäulen 
tragen den Palmettenfries, den ein schwaches ionisierendes Hauptgesims abschließt. Die reichen Stuckmuster 
der Decke sind aufgemalt, die gepreßten und vergoldeten Ornamente der Türen wie in den meisten Fällen 
aufgelegt. Neben Mahagonistühlen mit rotem Lederbezug finden sich vergoldete Möbel. Reich ist der Bilder- 
schatz. j. H. Tischbein ist vertreten durch die „sterbende Alceste" und „Hercules, König Admet und Alceste", 
Oudry durch fünf Tierstücke, Franceschini durch „Mutter mit Kindern" und Lutti durch „Mercur, Cupido 
und Venus".1 Auf gelben Ton in den Stuckflächen der Wände ist der anstoßende Empfangssaal abgestimmt. Tafel 141 
Graue Pilaster mit korinthisierenden Kapitellen, rötlicher Sockel, Gesimse und Architekturteile in weißer Farbe 
und Vergoldung geben dem fünffenstrigen Raum eine ziemlich bewegte Gliederung. Die halbkreisförmigen 
Nischen enthalten an der inneren Längswand Vasen von weißem Marmor auf Sockeln vom selben Material 
oder auf Kupferöfen, an den Schmalseiten die Marmorstatuen des Herkules von Farnese, der Venus von 
Medici, des Ganymedes und der Hebe. Von einem breiten. Mäanderband umzogen, zeigt das Mittelfeld der 
weißen Stuckdecke drei Rosetten mit Goldrand und blauem Grunde und in den Zwickelflächen stilisierte 
Adler. Weiter südlich schließt sich das Billardgimmer an, der ehemalige kurfürstliche Wohnraum, mit goldenen Tafell48 
und blauen Ornamenten, mit breitem plastischen Fries und reicher Deckenrosette. Pilaster weist die in die 
Westwand eingebaute, flachbogig überdeckte Nische auf, deren stuckverkleidete Öfen die Marmorstatuen der 
Flora und Ceres tragen. Landgraf Friedrich ll. und dessen Gemahlin Philippine, von j. H.Tischbein gemalt, 
Kurfürst Wilhelm l. und Kurfürstin Karoline, von Böttner herrührend, und die Landgrafen Karl und Friedrich 
von unbekanntem Meister schmückten die graufarbigen Wände. Verhältnismäßig einfach an Wänden und 
Decke ist die mit modernen Möbeln im Empiregeschmack ausgestattete anschließende Bibliotbekg, deren Tafell49 
schlichten gelben Wandstoff unten ein niedriger weißer Holzsockel, oben ein schmales Stuckgesimse mit 
Eierstab und Zahnschnitt abschließt. Von Interesse ist der Kachelofen, dessen achteckigen Aufsatz Bronze- 
figuren im Tanzreigen umschließen, sowie der Lüster mit spiralförmig sich abzweigenden Armen, den der 
König der Belgier 1895 nachbilden ließ. Der blaue Seidenbezug von Möbel und Ofenschirm erinnert an die 
Zeit, da dieser Raum, der jetzt auch als Vortragszimmer dient, als „blaues Wohnzimmer" benutzt wurde. 
Die Bücherei selbst, die eine ausgezeichnete Sammlung von Kupferstichen, darunter eine fast vollständige 
Dürersammlung, enthält, ist der Restbestand der alten 1897 an die Landesbibliothek zu Cassel abgegebenen 
Schloßbücherei. Das anschließende Arbeitsginuner, der kleinste und letzte Raum der östlichen Zimmerflucht, 
ist mit rot geblümter gelber Seide bespannt. Seine hellblau getönte, mit kleiner Mittelrosette versehene Decke 
umzieht ein gelber Rand und schließt ein schmales, aus Eierstab bestehendes Gesimse ab. Die Türen sind, 
wie der niedrige Sockel, weiß gestrichen. Das Hauptausstattungsstück bildet josts vom Hoff Gruppenbild 
von Landgraf Moritz' zahlreicher Familie, das die ganze Westwand einnimmt. Von den kleineren Gemälden, 
meist unbekannter Herkunft, seien „Der alte Graff von Prederoth" und „Der alte Reingraf" genannt. Das 
südliche Rondellgiminer, das ehemalige Schlafgemach des Kurfürsten, besitzt noch die von ionischen Säulen 
flankierte Bettnische. Die grau gestreifte Wandbespannung ist neu, ebenso der gleichfarbige Möbelbezug. 
Der ziemlich einfache Raum enthält die Porträts des Großen Kurfürsten und seiner Gemahlin Dorothea von 
1 Wie bereits gesagt, geben die lnnenansichten der Wohn- und Repräsentationsräume nicht den jetzigen, sondern 
den Zustand vor einigen Jahren (1892, bzw. 1897) wieder. S0 sind im Speisesaal die ehemaligen Möbelstücke nur 
zum Teil noch vorhanden. Die beiden großen Kuhbilder an der Schmalseite befinden sich jetzt im „Kirchsaal" des Nord- 
flügels. lm Billardzimmer ist der im Bilde erscheinende Kronleuchter durch eine Billardlampe ersetzt. Das große Gemälde 
im „blauen Zimmer" (Bibliothek) befindet sich jetzt im Vestibül. 
2 Über die Geschichte der Wilhelmshöher Bibliothek vgl. Zentralblatt für Bibliothekswesen XIV, S. 188, C. Scherer 
in Casseler Tageblatt und Anzeiger, Nr. 27f., u. Heidelbach, Wilhelmshöhe, S. 378. 
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