Full text: Kreis Cassel-Land : Text (4)

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Die einzelnen Orte. 
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Tafel 133, 4 
Tafel 137, v, 
U. 193, 2 
Die Seitenflügel werden an ihren vorderen Enden durch eine halbkreisförmige Säulenhalle begrenzt, die in 
ihrer Rundung eine Wasserkunst einschließt. Weniger klar, ist der Dreiflügelbau beim zweiten Vorschlag 
zum Ausdruck gekommen. Der rechteckige Grundriß öffnet sich nach der Talseite zu in einem großen 
Halbkreise, den ein Kranz ionischer Säulen einfaßt. Die Mittelkuppel ruht auf freistehenden Stützen, das 
tempelartige Schutzdach für eine Statue bildend. Der Aufwand, der beim ersten Plan in der gedehnten. 
Grundrißform liegt, ist beim zweiten Entwurf, der übrigens auf Schonung der alten Weißensteiner Kapelle Be- 
dacht nimmt, durch eine im Vordergrunde angeordnete großartige Treppenanlage erzielt. Am schlichtesten 
ist der dritte Vorschlag ausgefallen, der, im Grundriß sich dem zweiten Entwurf anschließend, wie eine ver- 
einfachte Variante desselben aussieht. Die halbkreisförmige Einbuchtung der Vorderfront wird durch eine nach 
außen frei vortretende, toskanische Kolonnade zum vollen Kreis ergänzt. Die auch im zweiten Projekt vor- 
handene Apsis auf der Hinterfront umzieht ein Kranz ionischer Säulen. Interesse erregt der Entwurf auch 
durch die Eintragung, daß die Kuppel ein Theater enthalten soll und der darunterliegende Raum als Haupt- 
saal gedacht war. 
Waillys Vorschläge werden an Großartigkeit weit überholt durch einen Plan, den jussow in Italien 
ausarbeitete und 1786 vorlegte} Die gewaltige Anlage sollte aus zwei parallel gestellten, von West nach 
Ost gerichteten Flügeln bestehen, die in der Grundrißeinteilung einander völlig gleichen. Ihre Mitten ver- 
bindet eine Doppelkolonnade, in der Hauptachse durch einen dreiteiligen Triumphbogen betont. Auf den 
Enden der beiden Wohnbauten erheben sich als Abschluß eines kreisförmigen Prunkraumes Rundkuppeln; 
die Mitte der Zimmerflucht nimmt ein quadratischer Säulensaal ein. Die Gesellschaftsräume liegen auf der 
Außenseite, die Wohngemächer auf der Innenseite der durchweg zweigeschossigen Herrschaftsflügel. Dem 
Säulenaufwand im Äußeren entspricht der Reichtum der Skulptur im Innern. Nach dem Vordergrunde zu 
erweitert sich die monumentale Anlage in niedrigeren Vorbauten, die als Portikus im Viertelkreise sich ab- 
zweigen, die Fürstengemächer auf der einen Seite mit dem Theater, auf der anderen Seite mit dem 
Kavalierhause verbindend. Eine Rampenanlage größten Stils, in riesigen Kreisschleifen" aus der Ebene zur 
Höhe ansteigend mit Treppen, antiken Säulenprospekten, Wasserkünsten und Figuren, von einem Obelisken 
bekrönt, bildet im Verein mit Terrassen die herrschaftliche Einleitung zu dem glänzenden Schlosse, das ein 
Paradies weitläufiger, regelmäßiger Gärten umgeben sollte. 
Wenn jussows Entwurf nicht zur Ausführung kam, so lag das wohl daran, daß er zu aufwendig 
war. Der Umstand, daß die Benutzbarkeit der Räume durch ihre Unterbringung in zwei gesonderten Flügeln 
erschwert wurde, kann kaum der Grund für die Ablehnung gewesen sein. Denn mehr und mehr tritt die 
Programmforderung zutage, nicht ein zusammenhängendes Gebäude, sondern getrennte Häuser zu errichten, 
und so viel ist schon recht bald zu erkennen, daß zwei Einzelbauten erstehen sollten, welche etwa die 
Stelle und Richtung der jetzigen Nebenflügel einnähmen? Daß von vornherein die Erbauung auch eines 
neuen Mittelflügels ins Auge gefaßt wurde, ist sicher. Tischbeins Zeichnung vom Jahre 17873 bringt bereits 
den Hauptbau, allerdings in anderer Form, als er zur Ausführung kam. Aber ebenso sicher ist es, daß es 
eine Zeit gab, in der die Erbauung des Mittelflügels stark in Frage gestellt warf Ob vielleicht jemals die 
Absicht bestand, die vom Oktogon sich herabziehende Bergstraße, die in der 1768 angelegten und 1776 
geradlinig durchgeführten Wilhelmshöher Allee ihre Fortsetzung bis zur Residenz fand, durch keine 
Hochbauten zu versperren, ist nicht ersichtlich. Soviel steht fest, daß vorläufig das alte Corps de logis 
erhalten blieb und bis zur Übersiedelung des Hofes in einen der neuen Flügel auch zweckmäßig wohl er- 
1 5 Blatt Zeichnungen. Schloßbibliothek Wilhelmshöhe. 
2 Cassel u. d. uml. Gegend 1825, S. 53. Beschreib. von Kassel 1839, S. 72. 
3 Vue du nouveau Chateau de Weisenstein du cöte du Nord. Stich von Weise. 
4 Lobe, Wanderungen, S. 179, nimmt wohl ohne Grund an, daß ursprünglich der Fürst sich mit einem Gebäude, 
dem Weißensteiner Flügel, begnügen wollte, da „dasselbe ihm blos zu einem isolierten Sommerauienthalte mit einem kleinen 
Gefolge dienen sollte; indessen wurde doch nachher der Raum zu beschränkt gefunden und aus diesem Grunde auf der ent- 
gegengesetzten nordöstlichen Seite ein zweites Gebäude errichtet". 
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