Full text: Kreis Cassel-Land : Text (4)

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bediensteten enthielt. Ferner ist ersichtlich, daß sowohl im Erdgeschoß wie im ersten Obergeschoß ein 
größerer Saal vorhanden war, dessen Platz wohl nur in der Mitte des Ostflügels angenommen werden darf. 
Entschließt man sich, für die Lage der bevorzugten Räume mit Rücksicht auf die Aussicht auf die Stadt und 
im Hinblick auf die gleiche Anordnung im jetzigen Schloß die Ostseite anzunehmen, so könnte man mit den 
beiden offenbar übereinanderliegenden Sälen den auf den Abbildungen in der Mittelachse des Gebäudes 
erscheinenden, die Zimmerfläche vergrößernden erkerartigen Ausbau in Zusammenhang bringen, aus dessen 
Erdgeschoß die beiden Flügeltreppen unmittelbar ins Freie führen. 
Der Saal im Erdgeschoß bildete, augenscheinlich in seiner Eigenschaft als größerer Speise- und Gesell- 
schaftsraum, die Grenze und zugleich das Bindeglied zwischen den Gemächern des Fürsten und der Küchen- 
anlage. Bestand letztere im wesentlichen aus der „Herrenküebw mit der „Spezße Canzmer", der „Silber Canzrner" 
und dem sich unmittelbar an diese wie an den Saal anschließenden, wohl als Anrichte dienenden „Vor- 
gernaeb", so umfaßt die Wohnung des Fürsten außer einem mit Hirschgeweihen geschmückten „Pirrgimnzerß, 
einer „Cammerdienerslubf und einer „Garde1'0bbe" das „Gemaclf und die „Camrner" des Landgrafen, die beiden 
einzigen Räume des Erdgeschosses, die eine reichere Ausstattung aufweisen. Ein „länglicher roth angestrichener 
Tisch", zwei „hölzerne versilberte gewundene Gueridons", zwei „Seßel mit armlehnen von eichenholz 
gewundene Arbeit" und sechs ebensolche „Seßel ohne Armlehnen" mit „violet, columbin und oror farbigen" 
Bezügen aus „wöln Fries", ein 1685 in Holland gekaufter „Spiegell mit einem rahmen von olivien Holz" 
und ein 1697 vom Hofschreiner Heinrich Nolde verfertigter, also nachträglich ins Verzeichnis eingetragener 
„oval runder nußbaumen Spieltisch mit einer schwartz gewundenen säule" bildeten das barocke Inventar 
des Fürstenzimmers, dessen Wände sechs „stück Tapetten von Laubwerck worinn Wilde Ende Vögell und 
anders" und zwei „Conterfaite oder Landtschaften im schwarzen rahmen" schmückten. Ebenfalls ein „roth 
gestrichener Tisch", vier „Zeltstüle von bund wölln Fries" und andere Möbel mit gedrehten Beinen machten 
die Einrichtung des landgräflichen Schlafzimmers aus, dessen "Tappißerey oder Wandbekleidung von bund 
holländischen wölln in Leinen Zeug nembl. 2 bahnen roth und Weis und 1 Bahn violet und gelb sodan 
der boort blau und oror" bestand. Ob die in der Hauptsache aus 34 „hirschköpfen mit geweihten", zwei 
„viereckten ordinar dannen Tischen" und „23 Lehnschemell" bestehende Ausstattung des „großer: Saales" hin- 
gereicht hat, dem Raum für gewöhnlich ein festliches Gepräge zu geben, kann zweifelhaft erscheinen. 
- Die im ersten Obergeschoß befindlichen Räume der Fürstin deckten sich an Zahl und wohl auch 
an Größe genau mit den unter ihnen gelegenen Zimmern des Fürsten, mit denen sie auch hinsichtlich der 
Güte der Ausstattung übereinzustimmen scheinen. An ein wiederum mit Hirschgeweihen geschmücktes „Vor- 
girnmer" schloß sich der „Fürstin Gernaeb", dessen Wände mit sechs Stück 1681 angeschafften, eigentlich ins 
Schloß zu Cassel gehörenden „Tappeten von Laubwerck" bespannt waren. ln der anschließenden „CarnmeW, 
dem Schlafzimmer der Landgräfin, fand sich eine „Wandbekleidung von holländischen Wölln in Leinen Zeug, 
eine bahn grün und Weis und eine bahn oror und Blau, der boord aber grün und Weis". Die rechts vom 
Schlafzimmer der Fürstin gelegene „Stube" und die daranstoßende „Cannner" dürfen als Ankleideraum und 
Zofenzimmer gedeutet-werden. Der im ersten Obergeschoß befindliche „Saal", der die Fortsetzung der 
Gemächer der Fürstin bildete, scheint den Erdgeschoßsaal an Einfachheit noch übertroffen zu haben. Außer 
zwei Hirschgeweihen ist ein Wandschmuck nicht festzustellen. Drei „alte dannene Tische" und 18 Stück 1687 
von Cassel herübergenommene "gewundene stül oder Selzell mit rücklehnen (ohne arm lehnen) darüber 
über Züge von grün und Weis Wöllen Fries" machten das sparsame Mobiliar aus. Daß eine bessere Wand- 
bekleidung lange Zeit nicht vorhanden war, macht die Mitteilung glaubhaft, daß man 1688 die „von Weiland 
lhro Dchl. princeß Elisabeth Landgräfin zu Heßen ererbte Tappißerey von Wölln Bund flammirten Zeug" 
für den oberen Saal verwenden wollte. jenseits dieses Haupt- und Mittelraumes setzte sich die Zimmer- 
flucht in Wohnräumen fort, die allem Anscheine nach nicht mehr zum unmittelbaren Gebrauch des Fürsten- 
paares bestimmt waren. An ein „V0r(immer" schloß sich das „gelbe Gemach", dessen Ausstattung zum Besten 
gehört haben mag, was das Schloß überhaupt besaß, sowie mehrere Stuben und Kammern mit recht 
bescheidener Einrichtung, darunter auch des „Herrn Marseballn Logenzent". 
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