Full text: Kreis Cassel-Land : Text (4)

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Die einzelnen Orte. 
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Landesgrenze belehnte 1420 Landgraf Ludwig seinen Schwager Otto den Einäugigen, Herzog von Braunschweig 
und Göttingen, im Auftrage Kaiser Sigismunds und des Reiches} 1499 sollen bei den Kriegsunternehmungen 
Landgraf Wilhelms die von Adelepsen einen Teil des Dorfes in Brand gesteckt haben." Ländereien des 
Landgrafen, sowie der Klöster Ahnaberg, Breitenau und Kaufungen zu Sanderzhuszen finden sich 1447 
verzeichnet? Als Flurnamen erscheinen um die gleiche Zeit „die Kortzen" und die „auf dem Hoenrode" 
gelegene „freie Breite".4 
Die „Opferbreite" und der „Wolfsgraben" erinnern wie der „Teufelsberg" und die daneben gelegenen 
„Wichtelwiesen" noch heute an die heidnische Zeit. Das „Burgfeld" mochte an der Stelle, wo die alte Heer- 
und Wasserstraße die Gaugrenze schnitt, doppelt notwendig sein. Der „Töpfermarkt" hält die Erinnerung 
an ein untergegangenes Gewerbe, der „Heiligenstock" an ein verschwundenes Bildwerk fest? Der Platz des 
alten Galgens, das „Galgenfeldä ist den Bewohnern der benachbarten Landeshauptstadt von den letzten 
Hinrichtungen her noch wohlbekannt. Durch die Schlacht bei Sandershausen am 23. Juli 1758 spielt der 
Ort in der Geschichte des Siebenjährigen Krieges eine Rolle." „Dem Prinzen Casimir von lsenburg und 
seinen tapferen Hessen zur Erinnerung" errichtete der Verein für hessische Geschichte 1893 einen Denkstein 
an der hannoverschen Straße. 
Kirchlich gehört der Ort mit dem Zollhause als Filial nach Heiligenrode. 
Kirche. 
TIMHOSML, Die Kirche ist ein schlichter Barockbau, dessen Entstehungsjahr 1738 der Schlußstein des Einganges 
nennt. Sie besteht aus einem flachgedeckten Langhause von 19,30 m lichter Länge und nur 5,90 m Breite, 
dem sich ein quadratischer Westturm von 3,50 m innerer Weite vorlegt. Das Bruchsteinmauerwerk der Wände 
ist geputzt, das Satteldach des Schiffes wie die geschweifte, in eine ziemlich lange Spitze auslaufende Haube 
des Turmes mit Biberschwänzen gedeckt. Die hohen, mit Sandstein gefaßten und mit Flachbogen geschlossenen 
Fenster durchschneidet auf der Nord- und Ostseite die Empore, die sich auch über die westliche Schmalseite 
erstreckt. Die Orgel hat hinter dem Altare Aufstellung gefunden. Die hölzerne Hängekanzel ist an der freien 
Südwand angebracht. 
Mittelalterliche Architekturreste sind wie Nachrichten über eine frühere Bautätigkeit nicht überkommen, 
doch darf als sicher gelten, daß die Kirche die Stelle eines kleineren gotischen Gotteshauses einnimmt. Das 
beweist, abgesehen von der Orientierung, der Polygonalschluß des Chores sowie das Mißverhältnis der Länge 
zur Breite des Grundrisses. Kaum zweifelhaft kann es sein, daß die Erweiterung einer gotischen Kapelle 
um etwa das Doppelte ihrer ursprünglichen Länge nach Westen vorliegt, die wahrscheinlich unter Erhaltung 
der alten Wände, mindestens aber unter Wiederbenutzung der alten Fundamente erfolgte. Dadurch erklärt 
Tafel 105,. sich am einfachsten die aus dem Schwerpunkte gerückte Lage des Baues innerhalb des Kirchhofes, dessen 
Rechteck an Stellen noch die alte Umwehrung umgibt. Spuren von Befestigungen in dieser auf der Außenseite 
bis zu 2 m hohen Mauer fehlen. Dagegen finden sich an der lnnenseite des Nordzuges zwei rechteckige 
Tafei105,-.u,g Nischen im Abstande von 6 m, die wohl als Öffnungen für die Totenleuchten angesprochen werden dürfen. 
Tafel 105, xu. 
Tafel 105, 4 
1 Rommel, Geschichte von Hessen II, S. 264. - 1 Kuchenbecker, Anal. Hass. i, 5.27. 
3 Roques, Urk. Nr. 448 u. 449. 
' Roques, Urk. Nr.448 u. 449. - ' Flurkarten, Katasteramt I, Cassel. 
' Plan der Action bey Sandershausen ohnweit Cassel den 23. July 1758 zwischen einem französischen Corps und 
einem hessischen unter dem Prinzen von lsenburg. Action bey Sandershausen 23. Vll. 1758. Kupferst. Merkwürdigkeiten 
der gegenwärtigen Kriegsläufte Im, 5.583. Landau, Kurf. Hessen, S. 166, u. Hessengau, 5.75. (Wissemann,) Das Gefecht 
bei Sandershausen, in Casseler Allgem. Zeitung 1904, Nr. 206. F. W. 1., Bericht des Pfarrers Johann Christian Creß zu 
Preungesheim über das Gefecht bei Sandershausen, in Hessenland lli, 5.70. Engelhard, Erdbeschreibung I, S. 181. Heßler, 
Landeskunde h, 5.112. _ Vortrag des Generalmajors Eisentraut im Ver. f. hess. Gesch. 1908. 
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