Full text: Kreis Cassel-Land : Text (4)

99999999999999999999999819 
Oberkaufungen. 
QEEQQQEQEEQESSEQQE9883999 
in den Stiftsurkunden wiederholt Erwähnung findet} Als Geistliche des Kirchleins werden im 14. Jahrhundert 
Tegenhardus rector capelle sancte Juliane virginis und Johannes capellanus in Lubisrade genannt? Beziehungen 
des Stiftes zum Ort müssen frühzeitig bestanden haben. 1216 erteilte Äbtissin Lutgardis, nachdem ihr 
Ministerial Ritter Meinwerk von Wolfsanger auf" seine angeblichen Rechte verzichtet hatte, den Zehnten zu 
Lovesrot dem Kloster Hardehausenß und 1353 erwirkte das Kloster von Landgraf Heinrich ll. besondere 
Freiheiten in dem Dorfe? Nach dem Untergange der Ortschaft soll die Kapelle noch fortbestanden haben, 
und erst mit der Reformation außer Gebrauch gekommen sein? 
Von den genannten Kultbauten unterscheidet sich die zum Stift gehörende, völlig untergegangene 
und ihrem Aussehen nach gänzlich unbekannte 
Kapelle auf dem Ottilienberge dadurch, daß mit ihr eine "Einsiedelei verbunden war. Nur ein 
einziges Mal findet die Eremitage urkundliche Erwähnung, 1506, in welchem Jahr Äbtissin Elisabeth von Plesse 
sie dem Prior der Karmeliter zu Spangenberg, Hildebrand Sommer, auf dessen Bitten auf Lebenszeit überließ. 
Die bei Übergabe der Siedelei getroffenen Abmachungen, die vorzugsweise die vom Kloster übernommene 
Naturalverpflegung des Eremiten und die von diesem zu entrichtende Entschädigung betreffen, lassen 
erkennen, daß der Konvent Eigentümer der Anlage blieb und daß die Überlassung an einen Mönch nichts 
Außergewöhnliches bedeutete? Die Klause scheint ständig bewohnt gewesen zu sein. Ob es nun vorzugs- 
weise Karmeliter waren, die sich auf dem Berge aufhielten, ist nicht ersichtlich. Aus der Mitteilung, daß 
der Einsiedler für gewöhnlich sich noch einen Laienbruder hielt, darf auf die Anlage mehrerer Zellen 
geschlossen werden. 
Von Interesse für die Kenntnis der in den vorgenannten Kapellen wie auch in der Hauptkirche des 
Stiftes befindlichen Altäre sind noch zwei Verzeichnisse zu nennen, die über die Heranziehung derselben zu 
den Einnahmen des Mainzer Stuhles Auskunft geben. Der Grad der Belastung dürfte der Bedeutung und 
Leistungsfähigkeit der einzelnen Altäre entsprochen haben. Das Einnahmeregister des Fritzlarer Archidiakonats- 
sprengels vom Jahre 14258 enthält die nachstehende Zusammenstellung: 
De altaribus in Kauffungen. 
de altari sancte crucis 2 punt. 
de altari sancti Benedicti 2 punt. 
de altari sancti Nicolai 1 punt. 
de altari ad sanctum sepulcrum 34 sol. 
de altari beate Marie 
de altari in Kaldenbach 3 punt.9 
1 Roques, Urk. Nr. 76, 103 u. 386b. - 2 Roques, Urk. Nr. 167. - 3 Roques, Urk. Nr. 34. 
4 Roques, Urk. Nr. 208. - 5 Hochhuth, Stat., S. 194i. 
ß Engelhard, Erdbeschreibung l, S. 209. Ledderhose, Kirchenstaat, 8.399. Kopp, Landesverfassung VII, S. 235. 
Landau, Hessengau, S. 107. Casparson, Französische Kolonien, S. 92f. Siegel, Geschichte der Stadt Lichtenau in Hessen 
in Zeitschr. d. Ver. f. hess. Gesch., Neue Folge XXll, S. 294. C. N., St. Ottilien, in Hessenland Xll, S. 141. 
' Roques, Urk. Nr. 585: „Wyr Elizabeth geborn von Pleslze . . . bekennen . . . das der geystlich und andechtig 
herre her Hyllebrant Sommer von Cassell ordins unsir liebin frawen bruder, iczundt prior zu Spangenbergk, vor uns 
kommen und gebeden, das wir en gnediglich mit der capellen und clus gelegin uff sanct othilienbergh doselbst syn leben- 
langk . . . in syn gebruch geton, allzo das er von iczundt data dislz brieffes lzodan capellen und clus in sin gebruch nemen 
und darinnen syn lebenlangk wonen und besiczen und mit sich eynen bruder, lzo bis anher gewonlich gewest, habin sall 
und magk, doch mit dem unterscheyde, das gnanter her Hillebrant sich des oppers, lzo jerlichs uff den montagk nach den 
östern und sust das jar obbir daselbst in die capellen adder in den stock gefellet, nicht unterzihen nach gebruchen sall, 
ausgescheiden was das jar obbir teglichenn an gelde, kelzen adder anderen geoppirt wirt, magk er sich mitsampt eynem 
bruder, lzo dach bilzher gewohnlichen gewest, nach synem fallen gebruchen, doran ym von uns adder uns nachkommen 
keyn intracht geschen soll . . . Was er auch von buchern und andern mit sich uff den bergk bringt, sall widderumb in syn 
closter zu Cassel, wie eyner geistlichen personen zustehit, fallin . . ." 
Von der Zahlung eines jährlich fälligen Betrages von 5Gulden an den Karmeliterkonvent zu Spangenberg ist 
1459, 1460 und 1462 die Rede (Urk. Nr. 495, 498 u. 500). 
ß Roques, Urk. Nr. 3781- 9 Der Altar in der Kirche zu Kaltenbach gehörte zur Pfarrei Elbersdorf. 
999999UUQUUQUUUQQUUUUUUÜUUUQU 175 QQEBEEQQEQEQEEEELEEQQQEQYSEQQEQ
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.