Full text: Kreis Cassel-Land : Text (4)

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Oberkaufungen. 
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Ausstattungsgegenstände durch zeitgemäße Neuanschaffungen handelt, darf wohl bei der anerkannt schlechten 
Finanzlage des Konventes nicht gedacht werden. Zu der Annahme, jener Brand, der 1422 die Beschaffung 
von Baukapitalien begründen mußte, habe auch das lnnere der Kirche zerstört, haben wir Berechtigung. 
Und wenn auch das Jahr 1422 nicht gerade als der Anfangstermin der Wiederherstellungsarbeiten anzusehen 
ist, so kann doch der Beginn der Bautätigkeit nicht viel später fallen, denn 1428 wird von der kurz zuvor 
erfolgten Weihe eines der Hauptaltäre, des Liebfrauenaltares, berichtet} Da dessen Platz im Chor gesucht 
werden muß, ist die Deutung erlaubt, daß wenigstens dieser Hauptteil der Kirche bis dahin wieder in 
gebrauchsfertigem Zustand sich befand, daß vielleicht aber auch das ganze Gotteshaus wiederhergestellt und 
für den geregelten Gottesdienst in Benutzung genommen war. Man geht wohl nicht fehl in der Vermutung, 
daß sich die Hauptbauzeit um 1425 konzentriert. 
indessen so reichlich mochten die Mittel immerhin noch nicht eingegangen sein, daß sie die Ver- 
wirklichung der Baupläne in vollem Umfange gestatteten. Weder die Ausstattung der Altäre noch der Bau 
selbst scheint als abgeschlossen gegolten zu haben. Daß man im zweiten Viertel des 15. Jahrhunderts baute, 
darf wohl aus einer Urkunde vom Jahre 1450 geschlossen werden, in der Heinrich Jengarbe, Bürger zu 
Witzenhausen, bekennt, daß die Forderungen, die er als früherer Ziegelbrenner des Klosters an die Äbtissin 
zu stellen habe, beglichen seien? Um die Ausführung der noch ausstehenden Arbeiten zu ermöglichen, ver- 
willigte Kardinal Nikolaus von Cues 1451 zwei Ablässe. Der eine sollte allen denen zugute kommen, die 
zum Bau ihr Scherflein beitrügenß, der andere jenen, die sich um die Verschönerung des Marienaltars 
verdient machten} Ob die Erträge dieser Ablässe hinreichten, die Kosten der geplanten Bauarbeiten zu 
decken, kann fraglich erscheinen, da noch 1453 der mangelhafte Zustand der altersschwachen Kloster- 
bauten anerkannt wurdeö und einige Jahre später von der Erschließung einer weiteren Einnahmequelle für 
Bauzwecke die Rede ist. Sechs Kardinäle bewilligten am 10. Februar 1473 dem Stifte einen Ablaß, der die 
lnstandsetzung der Kirche zum Zwecke hatte}; Wenngleich diese lndulgenz weder durch den Wortlaut noch 
durch das Maß des zugesicherten Nachlasses von Sündenstrafen auffällt, vielmehr nur das Glied einer Reihe 
von Ablässen ist, mit denen Rom innerhalb eines Zeitraumes von wenig Tagen die kirchlichen Bauten 
Kaufungens überhaupt bedachte7, so haben wir doch Veranlassung, diesen Ablaß mit einem bestimmten 
Gebäudeteil des Klostergotteshauses in Verbindung zu bringen. Es ist der einzige Teil der Kirche, soweit 
dieselbe im Mittelalter entstand, den eine Bauinschrift datiert, der Achteckschluß des Hauptchores, dessen nord- 
östlicher Strebepfeiler die Jahreszahl 1469 zeigt. Bei dem geringen Umfange der Bauaufgabe darf angenommen 
werden, daß ihre Lösung innerhalb eines oder zweier Jahre angängig war, so daß jener Ablaß von 1473 
dazu gedient haben wird, die noch ausstehende Bezahlung des bereits vollendeten und in Benutzung 
genommenen Bauteils zu ermöglichen. Diese Umgestaltung des Chores dürfte die letzte größere Bauarbeit 
an der Kirche zu Klosterszeiten bedeuten. ' 
Verhältnismäßig gut sind wir über die Altäre in der Kaufunger Stiftskirche unterrichtet. Auch bei 
ihnen sind die späteren Nachrichten die zahlreicheren und ergiebigeren. Dem Umstande, daß die dem 
1 Roques, Urk. Nr. 382 u. 413. - 2 Roques, Urk. Nr. 459. 
3 Roques, Urk. Nr. 472 vom 23{Okt. 1451: „. . . omnibus, . . . qui . . . pro . . . ecclesie structura et ipsius orna- 
mentorum augmento et reparacione manus porrexerint adjutrices . . ." 
4 Roques, Urk. Nr. 474 vom 9. Dez. 1451: „Cupientes, ut altare beate Marie virginis . . . congruis honoribus 
frequentetur . . ., . . . omnibus . . . qui . . . pro . . . altaris ornamentorum augmento et reparacione manus porrexerint 
adjutrices . . ., centum dies . . . relaxamus". i 
5 Roques, Urk. Nr.480'. 
6 Roques, Urk. Nr. 512: „Guillermus Ostiensis, Alanus Penestriensis, Philippus Portuensis episcopi, Angelus tituli 
sancte crucis in Jherusalem, Oliverius tituli sancti Eusebii presbiteri, Johannes sancte Lucie in Septasolis diaconus . . . 
cardinales . . . fidelibus . . . salutem . . . Cupientes igitur, ut ecclesia sancte crucis in Coffunghen . . . luminaribus, libris, 
calicibus et aliis ecclesiasticis ornamentis congrue fulciatur, necnon in suis structuris et edificiis conservetur et manu- 
teneatur . . 1' 
7 Ablaß vom 12. Februar 1473 zugunsten d. Kirche d. hl. Georg. Roques, Urk. Nr.513. 
„ „ 13. „ „ „ „ Kapelle d. hl. Bendikt. „ „ „ 514. 
„ „ 13. „ „ „ „ „ d. hl. Nikolaus. „ „. „ 515. 
(9999U999999999999999999999999143 ESEGQQQEESEQQEQSQQQQEEQQEQEEE
	        

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