Full text: Kreis Cassel-Land : Text (4)

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Oberkaufungen. 
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tragung des Pfarrgottesdienstes in die Stiftskirche, und zwar an den Altar des" "hl. Stephanus stattgefunden 
habe, daß aber der Pfarrer derOrtskirche am Klostergotteshause weitere Rechte nicht besäße} 
Die Einrichtung des Klosters und das innere Leben des Konventes, insbesondere die Regelung des 
Gottesdienstes, die Höhe und Verteilung der Präbenden, das Verhältnis der Nonnen zur Äbtissin, zueinander 
und zu ihren Angehörigen, die Kleidervorschrift und die Tischordnung ergibt am klarsten die Aufzeichnung 
der Klostersatzungen aus dem Anfang des 15. Jahrhunderts, die unter der Bezeichnung Regimen et statuta 
Kouffungensium überkommen ist? Sechs Hebdomadareii hattenden Gottesdienst, dessen Ordnung genau 
vorgeschrieben, wahrzunehmenrl Es waren der Rektor des Altares zum hl. Kreuz in der Klosterkirche, der 
Kaplan der zum Kloster gehörenden Benediktskapelle, der Pfarrer von St. Agatha in Niederzwehren, der 
Pfarrer der Bonifatiuskirche-zu Meimbressen, der Pfarrer der johanniskirche zu Wolfsanger und der Rektor 
des in der Klosterkirche gelegenen Stephansaltaresß Doch gestatteten die Statuten auch anderen Geistlichen 
das Lesen der Messe an den Altären der Klosterkirche; die Benutzung des Hochaltares freilich war den 
genannten Hebdomadaren, deren Zahl und Reihenfolge von Heinrich und Kunigunde selbst festgelegt sein soll, 
vorbehalten}; Auch das Amt des Glöckners lag in den Händen eines Geistlichen? Die Äbtissin besaß ihren 
Ehrenkaplan, den Rektor des heiligen Grabaltaresß Prozessionen fanden an außerordentlich vielen Festtagen 
statt. je nach dem Wege und der Ausdehnung des Bittganges wurden bei der Ortskirche St. Georg, in der 
Benediktskapelle des Klosters oder in der Nikolauskapelle daselbst die üblichen Stationen abgehalten. Bei 
weniger feierlichen Prozessionen, wie es scheint, begnügte man sich mit einem Gang um das Kloster, um 
den Kirchhof oder durch den Kreuzgang, in dem man ebenfalls die Stationen abhieltfl Über die Wahl von 
Äbtissin, von Cellar, Bäcker und Koch, von Habemann (magister colonum) und Waldhüter bestanden in den 
Statuten genaue Vorschriften. Auch eine, anscheinend erst später gegründete Stiftsschule bestand in 
Kaufungen, welche die Mädchen so lange besuchen mußten, bis sie lateinisch lesen konnten und den Chor- 
gesang beherrschten. Bei der Schulentlassung, die nur mit Zustimmung des Kapitels erfolgte, hatte jedes 
Fräulein der Äbtissin ein Ehrengeschenk zu machen") 
1 Roques, Urk. Nr. 388 u. 389: „. . . Sente jorgen phare cum baptismo et sepultura ist gelegit in des heyligen 
crucis kirchen dorch merunge willen godesdinstes. Der[pherner] sal halden dy pharemesse ubir sente Stephans altar, dar 
sal her sine pharlude unde sines opphers warten unde darpobin keynen prister beteydingen, her sye beneficiatus vel 
terminarius vel advena, unde sal nymande drangen wedir mid worten noch mit werken, wan dy phare ist in des heiligen 
crucis kirchen geherberget unde nicht gestifftet . . ." 
2 Bei Roques, Urk. ll, S. 541 f, der die Entstehungszeit zwischen 1413 und 1532 ansetzt. Zitiert unter Statut. „Die 
Behauptung des Schlußsatzes (der statuta), daß die Statuten von Kaiser Heinrich ll. und seiner Gemahlin herrührten, 
beruht _auf geschichtlicher Unkenntnis; indessen könnte eine erste Aufzeichnung derselben immerhin schon in der ersten 
Hälfte des 13. Jahrhunderts geschehen sein, da bereits am 1.Februar1227 (Urk. Nr.39a) eine Kaufunger Klosterfrau 
,canonica' genannt wird." . 
3 Herren, Sechsherren, Stiftsherren, Kanoniker, Kapitulare. Über den Klerus der Stiftskirchen vgl. Schäfer, 
Kanonissenstifter, 5.95, wo auch Kaufungen aufgeführt ist. 
4 Roques, Urk. Nr. 389 v.-_l. 1432: „. . . Dij jungfrauwen sollen alle tage süben tagecziit halden, dy sehes herren 
dy homesse". Vgl. Urk. Nr. 431 v. j. 1444. . 
5 Statut, S. 54lf.: „. . . Hec prenominata sex beneficia inseparabiliter ad summam missam in predicto manasterio 
sunt annexa, et eorum rectoribus tantum et nullis aliis officium summe misse prenotati instauratores celebrandum 
perpetualiter commendaverunt . . 3'. Über die Verteilung der Benefizien zur Zeit der Aufhebung des Klosters vgl. 
Urk. Nr.766b. . 
6 Statut, 5.552: „. . . ltem quilibet in ecclesia Kouffungensi beneficiatus et eciam presbyteri alieni seu advenientes 
religiosi aut seculares possunt missam supereodem altari (s. Stephani) celebrare cantando seu legendo, similiter et super 
aliis altaribus in eadem ecclesia situatis racione privilegiorum ecclesie ejusdem, altari sancte crucis ibidem excluso, super 
quo soli domini sex ebdomadarii ex ordinacione sancti Henrici et beate Kunnegundis sue conthoralis sub pena eterne 
dampnacionis solent celebrare. Oblaciones vero facte super altaribus ibidem omni tempore sunt celebrantis . . ." 
" Statut, S. 554. - 8 Statut, S.552. Schäfer, Kanonissenstifter, S. 146i. 
9 Statut, S. 545, 547 u. 549: trans ambitum et per circulum monasterii, per ambitum et cymeterium (in die 
animarum). 
1" Statut, S. 554f. Schäfer, Kanonissenstifter, S. 175. Weber, Die adeligen Damenstifter Hessens im Mittelalter und 
die altkirchlichen Diakonissen, in Hessische Post und Casseler Stadtanzeiger 1907, Nr. 256. 
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