Full text: Kreis Fritzlar : Text (2)

aaaaaeßaaaszawacwacaazyaaaaa Das Ursulinerinnenkloster. QQQQQQQQQQQQQQQQQQQQQQQ 
Tafel 155 
Tafel 154 
"rarei 146 
13. Jahrhundert und wurde zunächst von den Ursulinerinnen wiederhergestellt, dann ist das Innere im 
Jahre 1858" durch den bekannten Hessischen Gotiker Ungewitter in den jetzigen stilgemäßeren Zustand 
gebracht worden. 
Unsere Nachrichten über die Gründung und den Neubau des Ursulinerinnenklosters sind dem a. S. 98 
erwähnten Manuskript des Scholasters Joh. Philipp von Speckmann entnommen, der, 1742 Kapitular 
geworden, der Zeit, in welcher beides sich vollzog, noch nahe stand. "Er schreibt: „1712 hat Churfürst 
Lotharius Franz mit Bewilligung des Papstes Clemens Xl. aus dem Metzer Ursuliner-Kloster berufen 
Charlotte, Gräfin von Aspermont, die Ursulinerinnen in Fritzlar niederzusetzen und die Jugend zu 
unterrichten; zu dem Ende ist ihnen die Kirche angewiesen und eine Meyerey verkauft worden, welche vor 
demKrieg die Augustinerinnen in Besitz gehabt. Die Stifterin Gräfin von Aspermont selbst war Ursulinerin 
und erste Superiorin. Nachdem die Kirche repariert, das Haus prächtig gebaut und alles in die Ordnung 
gebracht, ist sie anno 1734 nach 22jähriger Vorstehung ihrer Untergebenen im Ruhm der Heiligkeit ver- 
schieden} . . . Da dem Kurfürst und dessen Commissario der Status des Bauwesens des Klosters vor- 
gelegt worden, hat sich befunden, daß das Gebäude 42555 Thlr. gekostet, ohne zu rechnen den milden 
Beitrag von Clemens Xl. zu Rom, von Lothario Franz, vom Haus Hessen und von Waldeck." 
Nach F alckenheiner war zuerst der an die Kirche stoßende Teil des Klostergebäudes vollendet." 
Der Konvent bezog ihn am 8. Mai 1719. Die ehemalige Katharinenkirche wurde als Klosterkirche am 
15. September 1726 von dem Erfurter Weihbischof Gudenusf geweiht. 
An diese Zeiten erinnert in der Kirche jetzt nur noch eine Wappenmalerei und lnschrift im südlichen 
Fenster mit der Jahreszahl 17174, nachdem die alte Ausstattung und die Grabsteine der ersten Ursulinerinnen 
bei der Ungewitterschen Restaurierung daraus entfernt worden sindß Die einschiffige Kirche mit aus dem 
Achteck geschlossenem Chor und abgetreppten Strebepfeilern ist äußerlich schlicht; sie hat bis auf das 
zweiteilige mit Maßwerk versehene Ostfenster lange schmale Spitzbogenfenster auf der Nordseite und im Chor. 
An die Südwand lehnt sich wie unser Grundriß zeigt, eine mit einfachem Kreuzgewölbe überdeckte kleine 
Sakristeiß, die auf den alten Ansichten noch nicht zu finden ist. 
Auf dem bereits erwähnten Dachreiter hängen drei kleine Glocken, von denen zwei noch aus älterer 
Zeit stammenl; die dritte wurde jedoch für das Ursulinerinnenkloster gegossen. 
1. Glocke, Durchm. 0,44 m, Höhe 0,38 m. Am Hals zwischen Stricklinien in gotischen Minuskeln: 
R112 - maria graria plena. 
2. Glocke, Durchm. 0,48 m, Höhe 0,40 m. Am Hals unter der zweiten Stricklinie ein gotischer 
Bogenfries mit Lilienendigungen. Auf dem Mantel ein segnender Bischof in flachem Reliefs, 0,06m hoch. 
 
1 Die lnschrift des Denksteins wurde von Würdtwein (vgl. S. 65) kopiert und ist auch bei Falckenheiner 
ll, S. 26l27 mit einigen andern in der Klosterkirche befindlich gewesenen abgedruckt. Jetzt sind die lnschriften nicht mehr 
zu sehen; die Steine wurden 1858 zum Belag eines Weges verwendet. 
1' Über der früher den Eingang ins Kloster vermittelnden, seit 1902 in den zwischen Kloster, Kirche und Schule 
gelegenen Hof versetzten Türe war als Chronostichon angebracht eine Kartusche mit oCVLVs I ÜOMlNl NOS l ALlT ET l SERVAT, 
woraus man die Jahreszahl 1718 entnimmt. - Nachdem, wie aus dem Kapitelprotokoll ersichtlich, die Ursulinerinnen darum 
eingekommen waren, (u ihrem Kloslerbau am Büraherg Steine brechen (u dürfen, zuollen solche Gefälligkeit mit ihrem Gebet wiederum 
vergehen, war ihnen erlaubt worden, unweit des Galgenbergs Steine zu brechen. 
3 Es ist dies nicht der durch den von uns schon öfters angezogenen Codex diplomalicus Moguntinae diöcösis bekannte 
Valentin Ferdinand von Gudenus (geb. 19. 6. 1679,_gest. 9. 3. 1758), sondern ein Vetter von ihm Christoph 
lgnatius, der 1725 als Bischof von Anemovia und Erzbischöflich-Mainzischer Suffraganeus zu Erfurt geweiht worden war. 
' ln den Ecken des Gefaches sind die Ahnen-Wappen des Stifters: Waltbott, Reiffenberg, Hundt und Cronberg, 
mitten größer das Stammwappen und darunter der Name: CASlMlRUS FERDINANDUS ADOLFUS L:B de Waltbott in 
Bassenheim mit ausführlicher Angabe seiner Titel und Würden. 
5 im Stiftsprotokoll vom 25. April 1719 iSt notiert: Seind hiesigen geistlichen Danzes die in der Keller vorhandene alte 
Bilder in ihre Kirche geschenket worden; es könnten damit entweder einige bei der Orgelempore befindliche steinerne Konsolen 
in Gestalt von Köpfen gemeint sein, oder zwei gotische hölzerne Heiligenfiguren, die jetzt an der Kanzel angebracht sind. 
ß Die Kirche selbst ist seit 1859 mit einem hölzernen Rippengewölbe überdeckt. 
l Der auf dem Dilichschen Prospekt (Taf. 7) sichtbare schlanke Dachreiter kann sehr wohl zwei kleine Glocken 
getragen haben. 
ß Ähnliche figürliche Pilgerzeichen kommen im Kreise Fritzlar auch noch auf andern Glocken vor, z. B. in Zennern. 
99999999999999999999999999999122 E5999SQQQQQQEEESEQQQQQEQSQESQ
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.