Full text: Kreis Gelnhausen : Text (1)

Epitaphien.  
Bis in das 18. Jahrhundert wurden angesehene Personen im Innern der Kirche beigesetzt, sodass 
schliesslieh alle Gänge mit grossen Grabplatten belegt waren, von welchen manche sogar mehrmals benutzt, 
und mit entsprechenden Inschriften versehen wurden. Bei der Restauration 1877 wurde der grösste Theil 
dieser Grabsteine zerstört, ein kleinerer an der Kirchhofsmauer aufgestellt. Ein vollständiges aus einem. 
Orientirungsplan und Abbildungen bestehendes Verzeichniss der im Anfang des Jahrhunderts vorhandenen Grab- 
steine hat Bernhard Hundeshagen (cf. Vorrede) hinterlassen. Daraus ergiebt sich, dass damals die meisten 
älteren von jüngeren verdrängt waren, dass leider aber auch eine Anzahl interessanter Platten jetzt fehlt. Es 
wird sich empfehlen, siimmtliehe Epitaphe chronologisch aufzuzählen, die nicht mehr vorhandenen, nur durch 
Hundeshagen genannten, mit Klammern zu kennzeichnen. Die römische Zahl ist die der Tafeln von Hundeshagen. 
l. An einem Eckquader der Sacristei ist die einzige Grahschrift des 13. Jahrhunderts befindlich (Tab. 58): 
AHO  1)  MCC   XXXII  XI  IIK  IVLII  PAVL'  THESAVR  RIVS ECGE  
2. An der Nordwand des Quersehiffcs steht die sehr verwitterte Grabplatte (an der alten Stelle), welche Ruhl 
 Tab. XV abbildet. Die dort und bei Junghans falsch gelesene Inschrift lautet: 
anno-bin  
    
Dieser Geistliche muss einer Gelnhäuser Familie angehört haben, denn nach Urkb. III, p. 211 lässt 
Heinrich Budenhoff eine Urkunde 1356 von seinem Bruder Chuonrat bischoff zuo Bondiz besiegeln. Er 
wird 1357 (Urk. III, 284) vom Papst mit der Ordnung der Angelegenheiten des Klosters Meerholz 
beauftragt, und dabei frater episcopus Bundizensis genannt. Budua (auch Budya, Bondiz, Bundiz) liegt 
bei Cattaro in lllyrien. 
I3-9.] Mittelalterliche, unbestimmbare Grabsteinfragmente bei Hundeshagen. 
IIO. LVL] Grabstein mit dem Wappen der von Breitenbach. 
I_ll. XVIL] Grabstein mit dem Wappen der von Forstmeister. 
Il2. XX.] In Majuskeln, Randinschrift. ANNO DIXII MCCCI    I. XIII KAL  IANYIARII  (D HEDWIGI    
SERN    REQVIES   .ET. Auf dem sonst leeren Mittelfeld ein Wappenschild: getheilt, oben gespalten 
mit b und l, unten mit dem Buchstaben p. Darunter sind als später ebenfalls hier begraben bezeichnet: 
Adelheid Prätorius 1513 und Robert Hendley 1787. 
]l3. X_I Mit Ochs im Wappen und Inschriftfragment. 
 1,] Wohlerhaltener Grabstein mit der Randinschrift in Minuskeln. 
           
1)as Wappen mit Adler auf dem Schild und Adler als Helmzier ist das gleiche wie auf dem Kamin- 
sturz Tab. 162. 
Il5. 1111,] Minuskelinschrift von Hundeshagen völlig sinnlos wiedergegeben. Im Mittelfeld zwei Wappen links 
mit Adler, rechts mit Schrägbalken auf gekreuzt schraffirtem Feld. Später darunter Pastor Prätorius 
1618 begraben. 
[l6. Ixj] Fragment mit der Helmzier eines Wappens: Adlerflug mit Quadraten besät. MCCCCLXIII. 
[l7. Lug] Grabstein mit der Randinschrift: anno  bni  m  cccc  Iin  oßiit  fatberin     mit dem Brumann'- 
sehen Wappen. 
[l8. LXIX.] Grabstein mit der Randinschrift: Qlnno  bni  In  cccc  lgggii  nßiit  imitbel  Bmm  man äcabinß 
abgerundetes Wappen mit Schrägbalken, aus dem nach oben ein Dreiblatt wächst. 1485 starb also der 
magister fabrice, unter welchem der Bau der Processionscapelle ausgeführt war, s. d. 
Il9. VlL] Grabstein mit der Umschrift: D  E  G  1541  VF  MATAG  NACH VINCENTI  STARB  DER 
ER   .Fragment einer schönen Platte mit geharnisehtem Ritter. Links Tartschenschild mit schmaler, 
quergetheilter Querbinde, rechts leerer gevierter Schild.  
20. Epitaph an der Siidwand der Sacristei. Grosses, rechteckiges, mit Oel auf Holz gemaltes Votivbild mit 
flach profilirtem Holzrahmen. Den unteren Theil der Bildfläche Yfiillt ein Feld mit der Inschrift in 
lateinischen Grossbuchstaben:
	        

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