Full text: Kreis Gelnhausen : Text (1)

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Untersotzbach. 
Wüichtersbach. 
Das Gestiihl hat synunetriscli gesehweifte Wangen. äilllliüll denen zu Udenhain 
In dem lihu-hreiter hängen (lrei (Hocken: 
Die grösste mit 0,745 Durchmesser und 0,60 Höhe hat die Inschrift: 
FRIEDE AUF ICRDEN UNTWIRSOTZILÄCH 
1874 PH BACH IN WINDECKICN. 
l)ie mittlere mit 0,57 lmrtelnnesser, 0,46 Höhe hat die Inschrift: 
GOSS  MICH  IOHANNPIS  U  ANDREAS  SCHNEIDEWINI)  IN  FRANCKFURT  ANNO  1735. 
Die kleinste mit 0,45  0,38 Höhe hat die Inschrift: 
GUSS  MICH  IOHANN  U 
ANUR  SCHNEIDEWINI)  BTWIRI" 1735. 
Die Kirche wird nach (ihigem also um 1488 erbaut sein, erhielt 1712 ein neues Dach, 'l'hunn, Emporen, 
Kanzel etc. neben der Vergrösserung der Fenster. und wurde 1811 durch die gutgemeinten Malereien geschmückt. 
Wächtersbach. 
Stadt von 1200 Irlinwvohnern, 2 Stunden nordöstlich von (ielnhzrusen. Das Gericht Wächtershach kommt 
erst 1351 (Urk. lll. p. 25) vor. und scheint nur ein Dorfgericht gewesen zu sein. Jedenfalls gehörte der 
Ort zum läüilingerwaltl. und war Sitz eines ileir 12 Förster desselben. Hier lag eine der drei Burgen, in 
welcher die Forstmcister geboren sein mussten, (lelnhausen, Büdingen. Wächtersbach. und diese war es auch 
wahrscheinlich, welche die Entstehung des Ortes veranlasste. 
Der Name kommt in einer Urkunde von 1236 zuerst vor, in welcher die sämmtlich dicht bei Gelu- 
hausen bclegenen ltesitzungcn des Klosters Selbold aufgezählt werden und von welcher sich sechs Abschriften in 
Ysenburgischen Archiven erhalten haben (Urk. I, p. 151). Alle diese Umstände sprechen dafür, dass mit dem 
darin genannten Weichersbzrch (in den andern Abschriften auch Weycliirsbach, Weichtersbzlch, Wechtersbach, 
Wetcrbach) unser (Jrt, nicht das an der Sinn bei Sclnvarzenfels für das Kloster sehr abgelegene Dörfchen 
gemeint sein kann, zu welchem die Ysenburger nie Beziehungen hatten. Der Name lautet'1324 Wechterszbach, 
1333 Weichterspatrh. 1349 Wechterspach u. s. w. Er ist otienbar aus Weiher und Bach zusammengesetzt, was 
ganz der (lertlichkeit mit ihrer Wasscrburg und den grossen Teichen oberhalb des Ortes entspricht. 
Kirchlich gehörte Wäclitersbach mit der erst 1354 genannten Kapelle zu Orb und wurde 1435 wegen 
des zur Zeit von Ueberschrvcmmungen gefährlichen Kirchweges. davon getrennt. Nach der Reformation war 
es bis 1610 lutherisch, (lann reformirt. 
Die Stadt liegt auf einem schmalen, in die Ebene verlaufenden Rücken, welcher von dem Thal des 
Baches. der den Schlosssveiher speist östlich, und von einer durch das Regenwasser gerissenen tiefen Schlucht 
anderseits begrenzt wird. Am Rand dieser Schlucht läuft die Ringmauer her, und bildet ein langgezogenes 
Rechteck, dessen West- und Südseite noch leidlich erhalten ist, wenn auch an keiner Stelle mehr bis zur Höhe 
des Wehrganges. Wenige halbrunde vor die Flucht vertretende Thürme sind an den bezeichneten Stellen des 
Situationsplanes noch mehr oder minder hoch erhalten, und die beiden nach dem Wald und in die Kinzigebene 
führenden Thorthürme sind in diesem Jahrhundert zerstört. Auf der Seite nach dem Schloss zu fehlt seit der 
parkmässigen Umgestaltung der Umgebung im-Anfang dieses Jahrhunderts jede Spur, es ist- also nicht zu 
ermitteln, ob die alte Burg mit der Stadt in Verbindung stand oder nicht. VongdemsmKirchthurm, um dies 
gleich hier zu erledigen, ist die Ringmauer über 15 m entfernt. Die Angabe von Simon p. 161, dass er ein 
Stadtthurm gewesen, welche sogar in das ältere Inventar der Baudenkmäler überging, ist daher völlig irrig. 
Bereits im Jaln' 1404 hatte Wächtersbach nach den von Joh. v. Ysenburg erhaltenen Privilegien eine 
Befestigung mit Grraben und Zäunen (Palissaden) und zwei Thore (Transsumpt. in einer Bestätigungsurkunde
	        

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